Was Gärtner im Dezember wissen müssenHilfe, das Olivenbäumchen verliert die Blätter

Der Winter hält langsam Einzug – aber für Gärtner gibt es auf dem Balkon und im Garten noch immer viel zu tun. Und die Zimmerpflanzen brauchen auch noch Pflege.

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Das Olivenbäumchen verliert die Blätter - was kann ich tun? © (c) New Africa - stock.adobe.com
 

Mein Mann hat verboten, Mistelzweige im Freien aufzuhängen, weil er meint, dass Vögel die Beeren verschleppen und seine Obstbäume schädigen. Ist das so?
In gut gepflegten, vitalen Obstbaumanlagen ist die Gefahr vermutlich sehr gering und vernachlässigbar. Sollte es tatsächlich passieren, kann man die Misteln sofort entfernen und so einen großen Befall verhindern.
 << Video: Karl Ploberger über die Mistel >>

Ich habe das von Ihnen empfohlene Mittel „Protect-M“ gegen Mäuse erfolgreich im Garten verwendet. Nun kommen sie aber wieder. Anwendung im Winter?
Dieses Mittel, das vor allem die Pflanzen stärkt und so eine abwehrende Wirkung aufweist, kann nur bei Bodentemperaturen über zehn Grad plus angewendet werden. Normalerweise reichen zwei, maximal drei Behandlungen in der ersten Phase. Später immer weniger.

Mein Olivenbäumchen verliert die Blätter. Es steht hell und um die 17 Grad warm.
Oje, das Bäumchen leidet unter den zu hohen Temperaturen, fünf bis acht Grad wären ideal. Ist es wärmer, dann benötigt es mehr Licht und mehr Wasser. In kalten Räumen kaum gießen.

Ein Eingriff im Weingarten ist erforderlich. Dort steht an einem Rankgerüst eine 40-jährige Kiwi, die extrem gut trägt. Kann man sie umpflanzen oder mit einem Meter Erde überschütten?
Ersteres könnte gehen, Letzteres sicher nicht. Pflanzen reagieren extrem empfindlich auf nachträgliche Erdaufschüttungen, da auch Wurzeln Sauerstoff benötigen. Ich würde mit Abstand Steinmauern errichten und die Pflanze so erhalten.

Wie jedes Jahr ist die Dipladenia im Wintergarten voller Läuse. Was kann ich tun? Ich will kein Gift.
Diese Tierchen verstecken sich den Sommer über und warten darauf, dass die Pflanze geschwächt ist und die Temperaturen passen. Im temperierten Wintergarten fühlen sie sich deshalb wohl. Sprühen Sie mit Schmierseifenwasser. Nach ein, zwei Behandlungen sind die Plagegeister weg.

Was hilft bei Läusebefall der Dipladenia? Foto © Kalle Kolodziej - Fotolia

Es heißt, der Baumschnitt im Winter sei gar nicht so gut und würde nur aus arbeitstechnischen Gründen stattfinden.
Diese Überlegungen kenne ich. Ich denke, dass der Winterschnitt im Februar sinnvoll ist. Bei besonders stark wachsenden Obstbäumen und bei allen Steinobstarten ist aber der Sommerschnitt vorzuziehen.

Es ist wie verhext, ich habe wieder vergessen, Tulpenzwiebeln zu setzen. Soll ich das noch jetzt machen?
Keinesfalls warten. Gerade Tulpen können auch jetzt noch an frostfreien Tagen gesetzt werden. Boden danach gut mulchen, zum Beispiel Laub aufstreuen.

<< Video: So bleibt der Christbaum lange schön >>

Ein Gummibaum wird durch „Abmoosen“ vermehrt. Kann ich das auch im Zimmer machen?

Ja, das geht auch im Zimmer, man braucht aber Geduld. Dafür wird der Stamm des Gummibaums (Ficus elastica) schräg eingeschnitten und in die Schnittstelle ein Stück Holzkohle geklemmt. Dann umwickelt man die Stelle mit Torfmoos (wie von Orchideen) und umhüllt das Ganze mit durchsichtiger Plastikfolie. Unten ganz festbinden, oben so, dass man immer wieder gießen kann. Nach etwa einem halben Jahr kann man das Teilstück dann abschneiden und in einen neuen Topf setzen.

Kann ich den Gummibaum auch im Zimmer vermehren? Foto © Photobank - Fotolia
Mein Kaktus hat viele sehr spitze Dornen. Wie kann man dieses Exemplar abstauben?
Jetzt bin ich keck: vorsichtig! Nein, im Ernst: Am besten, Sie besorgen sich ein Blattglanzmittel und besprühen damit die Pflanze. Dann sieht sie wieder perfekt aus!

<< Video: 20 Buchtipps von Karl Ploberger >>

Zimmerpflanzen soll man erst nach dem „Abtrocknen des Erdreichs“ wieder gießen. Was bedeutet das genau?
Gemeint ist in den meisten Fällen, dass die Erde nicht ständig feucht sein sollte. Erst wenn die Oberfläche der Erde im Topf ganz trocken ist, wird wieder gegossen. Sonst kann es zu Fäulnis kommen. Vor allem, wenn die Erde nicht locker genug ist. Ganz wichtig ist aber, dass niemals Wasser im Untersetzer stehen bleibt.

Was mache ich mit der im Glas gezogenen Hyazinthe nach dem Blühen?
Erst dann ins warme Zimmer stellen, wenn die Blüte gut zehn Zentimeter herausschaut, sonst bleibt sie noch stecken. Im Glas gezogene Hyazinthen muss man nach dem Abblühen eintopfen, weiter gießen und düngen. Sonst gibt es kein Überleben.

Ich habe mir eine kleine Konifere gekauft. Kann ich sie im Haus aufstellen?
Egal, welches Nadelgehölz man hat, diese Pflanzen sind langfristig fürs Zimmer nicht geeignet und werden vermutlich kaputt. Als Dekoration im unbeheizten Wintergarten oder vor der Haustür sind sie aber geeignet. Gut feucht halten.

Wie bring ich eine Schneerose vom Vorjahr im Topf zum Blühen? Sie hat Blätter, aber keine Knospen.
Die Blüten kommen ganz bestimmt, aber vermutlich ein wenig später als letztes Jahr. Stellen Sie die Pflanze jetzt in einen leicht temperierten Raum (maximal zehn Grad), dann werden sich bald die Blüten zeigen. Aufpassen! Oft sind rasch Läuse an der Pflanze. Mit Schmierseifenwasser besprühen.

<< Video: Karl Ploberger verrät, was Christrose und Weihnachtsstern brauchen >>

Wie soll ich eine Stechpalme (Ilex) im Topf pflegen, wenn es friert?
Immergrüne Pflanzen benötigen auch im Winter Wasser, sonst vertrocknen sie. Friert es längere Zeit, ist es günstig, die Pflanze in eine frostfreie Garage zu stellen und dort zu gießen. Am besten mit Untersetzer, denn ausgetrocknete Wurzelballen nehmen nur sehr schwer das Wasser auf.

Was jetzt zu tun ist:

  • Gießen & Düngen. Bei Topfpflanzen reicht das Düngen alle zwei Wochen. Kübelpflanzen im Winterquartier werden ganz wenig gegossen und keinesfalls gedüngt. Regelmäßig auf Schädlingsbefall achten.
  • Werkzeugpflege. Weil im Winter nicht viel zu tun ist, eine gute Gelegenheit, um seine Werkzeuge mit Reinigung, Pflege und kleinen Reparaturen in Schuss zu halten.
  • Futterhäuschen. Auf die gefiederten Helfer im Garten nicht vergessen. Regelmäßiges Füttern ist wichtig, sonst geraten die Vögel in Stress.
  • Rund ums Haus. Bei Neuschnee Bäume und Sträucher abschütteln. An frostfreien Tagen immergrüne Pflanzen gießen.
  • Gehölze kann man nach wie vor setzen. „Wurzelnackte“ Bäume und Sträucher sind nun in einer Ruhephase und verkraften das Umsetzen besonders gut. Immergrüne nun nicht mehr setzen, sie vertrocknen bei Frost gern.
  • Zimmerpflanzen regelmäßig gießen. Staunässe in den Übertöpfen verhindern. Von Zeit zu Zeit die Pflanzen mit kalkfreiem Regenwasser übersprühen. Bei Staub auf den Blättern mit verdünnter Milch und Bier säubern.
  • Das letzte Laub von den Rasenflächen entfernen und auf die Beete streuen.
  • Stammrosen umbiegen und so wie bei den anderen Rosen die Äste mit Erde bedecken oder bei älteren Exemplaren einfach die Kronen einpacken.
    Unkraut beseitigen, gerade jetzt lassen sich Wurzelunkräuter leichter ausreißen.
  • Wintersaat ausprobieren und Karotten und Petersilie jetzt aussäen. Sie wachsen dann im Frühjahr verlässlich zum richtigen Zeitpunkt.

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