Kolumne vom BörsenparkettLogbuch eines Börsianers: Jetzt werden die Karten neu gemischt

In seinem wöchentlichen "Logbuch eines Börsianers" bilanziert der erfahrene Kapitalmarktexperte Josef Obergantschnig das aktuelle Börsengeschehen.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Josef Obergantschnig
Josef Obergantschnig © © Ethico
 

Josef Obergantschnig ist Präsident des Wirtschaftsethikklubs Ethico und allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger für Bank- und Börsenwesen. In seinem "Logbuch eines Börsianers" schildert der erfahrene Kapitalmarktexperte für die "Kleine Zeitung" seine persönlichen Eindrücke und Erlebnisse in diesem - auch auf dem Börsenparkett - ereignisreichen Zeiten und zieht jeweils eine Wochenbilanz.

Samstag, 18. September: Mehr als nur ein Sackerl Reis?

Diese Woche feiere ich ein Jubiläum. Seit einem Jahr bin ich Vollzeit-Unternehmer. Die Business-Anzüge, Manschetten-Hemden und Lederschuhe wurden gegen legere Kleidung und Sneakers getauscht. Das war vor wenigen Jahren für mich noch unvorstellbar. In meinen Vierzigern gehöre ich vermutlich nicht zu den jüngsten Unternehmensgründern. Aber was soll’s, gut Ding braucht manchmal Weile.

Diese Woche hat der Laufschuh-Hersteller On, an dem auch Tennis-Maestro Roger Federer beteiligt ist, sein Börsendebüt in New York gefeiert. Hersteller von Laufschuhen und Sneakers erfreuen sich während der Corona-Krise einem wahren Nachfrageboom. Die Aktien der Schweizer Firma kletterten am ersten Börsentag auf 35 US-Dollar. Damit konnten sie im Vergleich zum Emissionspreis von 24 Dollar um 45 Prozent zulegen. Das wird die Aktionäre freuen. Im Vergleich zum ursprünglichen Ziel, die Aktien in einer Preisspanne von 18 bis 20 Dollar auszugeben, hat sich der Unternehmenswert an der Börse nahezu verdoppelt. Der Euphorie sei Dank.

Die wiedererlangte Euphorie lässt sich auch in andere Wirtschaftsbereiche übertragen. Im 2. Quartal 2021 gab es in der EU deutlich weniger Pleiten und deutlich mehr Unternehmensgründungen im Vergleich zu 2015. Die Rettungspakete der Staaten und Notenbanken scheinen also zu greifen. Die Zahlungsverpflichtungen wurden in die Zukunft verschoben. Aber aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben.

Kommentare (11)
robertrr
3
41
Lesenswert?

Phillips Kurve

Die Nachfrage nach Arbeitskräften, die auch wirklich wertschöpfend sind, wird spätestens nach der Corona Krise explodieren. Das ist ein gesellschaftliches Problem, dass wir keine Leute mehr finden die echte Arbeit verrichten.

TrailandError
12
31
Lesenswert?

Wie deppert is die Menschheit

geworden..... die da alle spekulieren bilden sich nich ein das sei reelle Arbeit und trägt zur gesunden Wirtschaft bei?! Einige Wenige bekommen viel Geld auf Kosten vieler Sparer-abartig!!!

melahide
1
1
Lesenswert?

Das ist

die Welt die sich die „Mächtigen“ erschaffen haben. Und immer wenn von Links jemand schreit „höhere Steuern auf Kapitalerträge, Vermögen“ nimmt der brave Hackler die armen Aktionäre, die sich an seiner Arbeitskraft dumm und dämlich verdienen, auch noch in Schutz! „Brauch ma nicht“

LaPantera69
11
20
Lesenswert?

Marktanalyse

Ich würde mir eher eine wöchentliche Analyse des Marktes erwarten, und keinen Schwank aus dem Leben...

duerni
7
65
Lesenswert?

Sell in May and go away ........

. das kann ich aber erst, wenn ich vorher gekauft hatte. Aktien und Anleihen sind aktuell ohnehin das einzige Mittel gegen Kaufkrafteinbuse des Ersparten. Dass Aktien etc. immer mit Risiko verbunden sind und die Börse 2020 - covidbedingt - ohnehin alle Regeln ausser Kraft gesetzt wissen wir.
Dieser Artikel ist entbehrlich - er sagt nur Triviales, das jeder weiß, der sich mit der Börse beschäftigt. Was wichtig wäre ist, der Bevölkerung ein Grundwissen über die Geldanlage an der Börse zu vermitteln, um Angst vor Verlusten zu nehmen.
Das sollte in der Mittelschule beginnen!

joiedevivre
16
8
Lesenswert?

Fondsparen ist das Stichwort

Das Sparbuch ist tot. Wer Geld durch die Inflation verlieren möchte der kann es dort anlegen.
An investieren in Aktien, breit gestreut in einem Fonds führt kein Weg vorbei.

Als Tipp sei hier das Fintech Startup Own360 genannt.

melahide
0
1
Lesenswert?

Own360

Hab ich auch seit ähhh… 2019 hab ich das probiert. Geht immer schön rauf und runter. Man weiß dann bald, wann man kaufen und wann man verkaufen muss …

zweigerl
29
42
Lesenswert?

Zockergeneration

Diese "Bildung" scheint mir gleichfalls entbehrlich, da sie das Zeug hat, nicht mehr wirkliche Bildung zu vermitteln, sondern eine Zockergeneration zu züchten, die wirklich des Glaubens ist, nicht die Real-, sondern die Börsenwirtschaft besitze eine ökonomische Effizienz.

pescador
18
46
Lesenswert?

zweigerl

Geld in Aktien zu veranlagen hat mit zocken nichts zu tun. Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, braucht es eben Finanzbildung.

heku49
3
18
Lesenswert?

Sehr richtig! Aber sich ein breites Basiswissen vor dem Handeln mit Aktien

aneignen ist wichtig!
Etwas leichter der Einstieg ins Fondssparen.....aber zum Aufbau eines kleinen Vermögens gut geeignet....und der Start ist mit 30 Euros im Monat möglich....

melahide
0
3
Lesenswert?

30 Euro im Monat

möglich. Dann lege Sie im Jahr heiße 360 Euro auf die Seite. Ein sehr kleines Vermögen ..