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Kolumne vom BörsenparkettLogbuch eines Börsianers: Dagegen sind selbst Milliardäre arme Schlucker

In seinem wöchentlichen "Logbuch eines Börsianers" bilanziert der erfahrene Kapitalmarktexperte Josef Obergantschnig das aktuelle Börsengeschehen.

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Josef Obergantschnig
Josef Obergantschnig © © Ethico
 

Josef Obergantschnig ist Präsident des Wirtschaftsethikklubs Ethico und allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger für Bank- und Börsenwesen. In seinem "Logbuch eines Börsianers" schildert der erfahrene Kapitalmarktexperte für die "Kleine Zeitung" seine persönlichen Eindrücke und Erlebnisse in diesem - auch auf dem Börsenparkett - ereignisreichen Zeiten und zieht jeweils eine Wochenbilanz.

Samstag, 12. Juni: Zinseszins, Josef-Cent und Badehose

Mein Espresso schmeckt vorzüglich und haucht mir wie jeden anderen Morgen Lebensenergie ein. Eine längst lieb gewonnene Gewohnheit, die mein Leben bereichert. Zeit für mich und Zeit dafür, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Meine privaten Gewohnheiten der Vergangenheit sind ausschlaggebend dafür, wer ich heute bin. Alle guten und schlechten Angewohnheiten summieren sich im Laufe der Zeit auf. Auch die Finanzwirtschaft baut auf dieses Phänomen. Der Zinseszins. Ich verzichte heute darauf, mein Geld auszugeben. Und für diesen Verzicht werde ich in Form von Zinsen belohnt, wenn ich mein Geld jemand anderem zur Verfügung stelle. Und nach vielen Jahren können wir uns über ein beachtliches Vermögen erfreuen. Naja, zumindest war es bis vor Kurzem noch so. Mittlerweile wurde dieses Konzept durch die Negativzinsen ja bekanntlich auch aus den Angeln gehoben.

Buchtipp

Der Finanzmarktexperte Josef Obergantschnig hat die dramatischen Entwicklungen an den Börsen ab März in Form eines – auch via Kleine Zeitung online geführten – Tagebuchs
festgehalten.

Seine pointierten und hintergründigen Kolumnen sind unter dem Titel „Tagebuch eines Börsianers – Corona Crash 2020 – Wie alles begann“ nun auch in Buchform erschienen (SCEN.Zeitwertverlag.ruhr; 500 Seiten; 20,20 Euro).

Hier geht's zum Video Buchpräsentation



Heute zehn Millionen Euro in Cash oder doch lieber einen Cent über einen langen Zeitraum veranlagt? Viele von uns würden wahrscheinlich die zehn Millionen wählen, ohne die Rahmenbedingen zu kennen. Die bestimmende Größe ist der Zeitfaktor. Josef, Jesus Ziehvater, war ein armer Mann. Was wäre wohl gewesen, wenn er vor 2000 Jahren nur einen Cent bei einem Zinssatz von fünf Prozent für seine Nachkommen auf die damalige fiktive Volksbank von Judäa gelegt hätte? Aus dem Josef-Cent wäre ein Euro-Vermögen von unfassbarer Größe entstanden. Eine 2 mit 40 Nullen. Nur zum Vergleich. Der reichste Mann dieser Tage ist Jeff Bezos, der Gründer von Amazon. Sein Vermögen wird auf knapp 200 Milliarden geschätzt. Also eine 2 mit lediglich 11 Nullen. Das ist unfassbar viel. 2021 gibt es knapp über 2000 Milliardäre. Alle Milliardäre der Welt passen in lediglich zehn Flugzeuge. Diese Flotte besitzt also mehr Geld als knapp fünf Milliarden Menschen. Unglaublich, nicht wahr?

Im Vergleich zu Josefs Erben sind aber selbst Milliardäre arme Schlucker. Das Vermögen des einst bettelarmen Josefs beträgt den theoretischen Wert der mehr als 200-fachen Masse der Sonne in Gold. Unglaublich! Für mich wird dadurch die Kraft des Zinseszinses augenscheinlich. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Es ist aber auch ein Indiz dafür, warum unser System des Zinseszinses kein System für die Ewigkeit ist. Es sei denn, wir finden noch unfassbar große Goldschätze in den Weiten des unendlichen Weltraums.

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Danke für Ihr Verständnis.

robertrr
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Phillips Kurve

Die Nachfrage nach Arbeitskräften, die auch wirklich wertschöpfend sind, wird spätestens nach der Corona Krise explodieren. Das ist ein gesellschaftliches Problem, dass wir keine Leute mehr finden die echte Arbeit verrichten.

TrailandError
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Wie deppert is die Menschheit

geworden..... die da alle spekulieren bilden sich nich ein das sei reelle Arbeit und trägt zur gesunden Wirtschaft bei?! Einige Wenige bekommen viel Geld auf Kosten vieler Sparer-abartig!!!

LaPantera69
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Marktanalyse

Ich würde mir eher eine wöchentliche Analyse des Marktes erwarten, und keinen Schwank aus dem Leben...

duerni
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Sell in May and go away ........

. das kann ich aber erst, wenn ich vorher gekauft hatte. Aktien und Anleihen sind aktuell ohnehin das einzige Mittel gegen Kaufkrafteinbuse des Ersparten. Dass Aktien etc. immer mit Risiko verbunden sind und die Börse 2020 - covidbedingt - ohnehin alle Regeln ausser Kraft gesetzt wissen wir.
Dieser Artikel ist entbehrlich - er sagt nur Triviales, das jeder weiß, der sich mit der Börse beschäftigt. Was wichtig wäre ist, der Bevölkerung ein Grundwissen über die Geldanlage an der Börse zu vermitteln, um Angst vor Verlusten zu nehmen.
Das sollte in der Mittelschule beginnen!

joiedevivre
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Fondsparen ist das Stichwort

Das Sparbuch ist tot. Wer Geld durch die Inflation verlieren möchte der kann es dort anlegen.
An investieren in Aktien, breit gestreut in einem Fonds führt kein Weg vorbei.

Als Tipp sei hier das Fintech Startup Own360 genannt.

zweigerl
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Zockergeneration

Diese "Bildung" scheint mir gleichfalls entbehrlich, da sie das Zeug hat, nicht mehr wirkliche Bildung zu vermitteln, sondern eine Zockergeneration zu züchten, die wirklich des Glaubens ist, nicht die Real-, sondern die Börsenwirtschaft besitze eine ökonomische Effizienz.

pescador
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zweigerl

Geld in Aktien zu veranlagen hat mit zocken nichts zu tun. Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, braucht es eben Finanzbildung.

heku49
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Sehr richtig! Aber sich ein breites Basiswissen vor dem Handeln mit Aktien

aneignen ist wichtig!
Etwas leichter der Einstieg ins Fondssparen.....aber zum Aufbau eines kleinen Vermögens gut geeignet....und der Start ist mit 30 Euros im Monat möglich....