ÄrztemangelDas System ist am Kippen: Warum wir immer länger auf Ärzte warten

Aufgrund der Zahlen dürfte es den Ärztemangel gar nicht geben. Trotzdem warten Patienten immer länger, und es ist keine Besserung in Sicht. Die Hintergründe, warum Österreich in einen Ärztemangel geschlittert ist.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Reizthema Ärztemangel: Die Hintergründe sind vielschichtig © Adobe
 

Österreich ist im Spitzenfeld, was die Ärzteanzahl in Relation zur Einwohnerzahl betrifft. Ist der Ärztemangel also nur ein Konstrukt, ein Jammern auf hohem Niveau? Mitnichten. Der Unmut in der Bevölkerung über lange Wartezeiten, über fehlende Versorgung auf dem Land, oder nicht nachzubesetzende Kassenstellen ist real.

Kommentare (39)
doesinger
0
0
Lesenswert?

Da fehlen Ihnen wohl die Erfahrungen

Ich habe in Vietnam - Trekkingtour- ärztliche Versorgung wegen eines gebrochenen Handgelenkes benötigt und in Hanoi ein vietnamesisches Krankenhaus aufgesucht.
Nie würde ich unser Gesundheitssystem als Entwicklungsland bezeichnen. Dort werden Sie, wenn Sie nicht am Eingang eine für dortige Verhältnisse hohe Kaution hinterlegen, überhaupt nicht behandelt. In diesem Bereich lagen blutende Menschen, ein bewusstloser beatmeter Patient, Menschen mit Schmerzen ohne Versorgung. Dort habe ich gesehen, wieviel unser Rettungs- und Gesundheitssystem bedeutet.
Dank meiner privilegierten Situation hatte ich nach 30 min ein Handgelenksröntgen, die Diagnose habe ich auf Grund der lokalisierten Schmerzen und der Sprachschwierigkeiten mehr oder weniger selbst gestellt :-) Versorgt wurde ich mit einer Schiene mit Klettverband, die man bei uns in dieser Qualität nicht mehr bekommt

dude
3
10
Lesenswert?

Wir haben viel Luft nach oben für Verbesserungen, liebe Leonie,

... aber mit Ihrer Kritik sind Sie schon ein bißchen sehr streng! Entwicklungsland....
Ich bin immer froh, in Ö zu leben, aber in den vergangenen 1 1/2 war ich besonders dankbar, ein solches Gesundheitssystem zu haben (obwohl ich es in Sachen Corona Gott sei Dank nicht benötigt habe). Ich wollte in dieser Zeit nicht in IT, in GB oder in ESP und schon gar nicht in einem Schwellenland wie Indien oder Brasilien und noch weniger in einem Entwicklungsland leben!

Bei der Ärzte-Oraganisation (Stellenausschreibungen, Kassenverträge, Wahlärzte etc) kenne ich mich nicht aus, aber was es dringendst brauchen würde, wäre eine Gesundheits- und Vorsorgeinitiative von noch nie dagewesenem Ausmaß:
# Abspeck-Kampagnen
# Nichtraucher-Kampagangen
# Sportförderung; für Kinder und Erwachsene
# Ernährungsberatung
# Zuckerreduktion
etc. etc.
Gerade jetzt in diesen außergewöhnlichen Pandemie-Zeiten fallen uns die von Ihnen angeführten "Zivilisationskrankheiten" massiv auf den Kopf!

GanzObjektivGesehen
4
30
Lesenswert?

Wie viel haben sie von der Welt gesehen ?

Punkt 1:

Die Möglichkeiten zur Gesundheitsvorsorge sind in Österreich gegeben. Das Angebot ist wesentlich höher als die Nachfrage.

Punkt 2:

Die Zivilisationskrankheiten: Man kann es nicht dem Gesundheitssystem anlasten, dass "der Österreicher"trotz besseren Wissens, raucht, sauft (als Steigerungsform von Trinken) und fett und zu viel isst. Und es manchmal beim gesunden Sport übertreibt.

Punkt 3:

Entwicklungsland ? Deshalb meine Frage von oben. In wie vielen Ländern haben sie Erfahrungen mit dessen Gesundheitssystem gemacht? Trotz Wartezeiten, teilweiser Insuffizienz und anderer Unzulänglichkeiten ist es noch immer eines der besten der Welt. Von Entwicklungsland kann man beim besten Willen nicht sprechen. Jammern auf hohem Niveau, wie immer.

Wirklich verzichtet und gelitten wird wo anders, nicht in diesem Land.

pqs
2
29
Lesenswert?

" In einigen Abteilungen, wo es möglich wäre, fehlen die Ärzte, die es braucht, um die medizinische Lehre durchzuführen."

Es kann ja nicht sein, dass jedes Jahr tausende Bewerber abgewisen werden und dann stehen wir seit Jahren vor einem Ärztemangel. Jetzt zu warten, bis es noch weniger lehrende Ärzte werden, kann auch nicht die Lösung sein. Dann muss man halt in die Lehre investieren und ein besseres Anreizsystem schaffen. Das zahlt sich in der Zukunft immer aus.

Stratusin
1
50
Lesenswert?

Das kann schon sein,

wenn wir jedes Jahr tausende Ärzte fürs Ausland ausbilden.

RonaldMessics
23
7
Lesenswert?

@stratusin

Es gibt auch Ärzte, die im Ausland ausgebildet werden, und bei uns auf die Zulassungsprüfung warten müssen.

unfassbar
0
64
Lesenswert?

Dann wäre es höchst an der Zeit,

ausländische Studierende, welche die Ausbildung auf unser aller
Kosten hier absolvieren, für einen Dienst in unserem Land
auf gewisse Zeit zu verpflichten... !!!

unfassbar
2
31
Lesenswert?

Dann wäre es an der Zeit,

ausländische Studierende, welche die Ausbildung auf unser aller
Kosten absolvieren, für eine gewisse Zeit in unserem Land
zu verpflichten !!!

Mschuchnig
2
7
Lesenswert?

Guter Artikel

Bis auf ein paar kleine Zahlenfehler, wurde das Problem gut von allen Seiten beleuchtet!

Lepus52
2
23
Lesenswert?

Der letzte Satz, ist ein wichtiger Schlüssel!

Bürokratieabbau und Sanktionen, bei Inanspruchnahme von Krankenhausleistungen ohne medizinischen Grund. In der Schweiz werden 200 sfr bei jedem eingehoben, der ein Krankenhaus ungerechtfertigt in Anspruch nimmt. Alkoholisierte werden ins Krankenhaus eingeliefert, es erscheinen - meist zu Nachtzeiten - Leute, denen nichts medizinisches fehlt (vielleicht ein psychischer Deffekt). Die Blockade bei Dollmetscharbeiten von Bürgern, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind oder von Frauen, die ihre Männer nicht von männlichen Ärzten behandeln lassen udglm. Ein Arzt müsste die Möglichkeit haben, sich fast ausschließlich der medizinischen Behandlung zu widmen.

bebi
3
12
Lesenswert?

Ärztedichte - Fehlerteufel bitte korrigieren

5,34 Ärzte pro Einwohner wäre ja ein extremer Ärzteüberschuss. Bitte richtigstellen.

GanzObjektivGesehen
2
6
Lesenswert?

Es wurden wahrscheinlich die empfundene Ärztedichte gemeint.

Wenn man die Foren beobachtet scheint ja praktisch jeder Arzt, Jurist, Wirtschaftsökonom und Raketentechniker zu sein. Manchmal habe ich den Eindruck, dass, aus welchen Gründen auch immer, jeder Mensch mit einer abgeschlossenen Ausbildung ein Teil eines "System Kurz", der Pharmaindustrie oder des "Deep State" sei.....

josef0106
0
2
Lesenswert?

5,34

5,34 pro ein Tausend Einwohner
nicht pro Einwohner

Kleine Zeitung
1
7
Lesenswert?

Danke...

...schon ausgebessert. Herzliche Grüße aus der Redaktion

Kommentare 26-39 von 39