Tag gegen Gewalt an FrauenOnline-Veranstaltung und Demonstration in Graz

Am Donnerstag wird gegen Gewalt an Frauen in Graz demonstriert, das Frauenservice hält eine Onlineveranstaltung ab. Und drastische Bilder der Anti-Gewaltkampagne regen eine - durchaus intendierte - Diskussion an.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Anti-Gewalt-Kampagne von Gottfried Helnwein in Graz
Ein blutüberströmtes, lebloses Gewaltopfer ist derzeit an drei prominenten Stellen in Graz zu sehen © Stadt Graz/Fischer
 

Der heutige 25. November ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Damit beginnen die 16 Tage gegen Gewalt mit einigen Initiativen zum Gewaltschutz in der Steiermark. Unter dem Titel "Reclaim the night" ("Verlangen wir für uns die Nacht zurück") wird zu einer Demonstration gegen Gewalt an Frauen, Lesben, Inter-, Nonbinären-, Trans- und Agender-Personen geladen. Treffpunkt ist um 17 Uhr beim Lendplatz, die Route führt via Volksgarten- und Annenstraße durch die Herrengasse und zur Oper, wo es eine Abschlusskundgebung gibt.

In der Zeit von 17.30 bis ca. 18.15 Uhr kommt es daher zu Anhaltungen der Buslinien 40 und 67 in der Volksgartenstraße, der Straßenbahnlinien 1, 4, 6 und 7 zwischen Roseggerhaus und Hauptplatz sowie der Straßenbahnlinien 1, 3, 4, 5, 6 und 7 in der Herrengasse (mehr Infos bei der Holding Graz).

Frauenservice lädt zu Online-Veranstaltung

Die vom Frauenservice geplanten Veranstaltungen zum Aktionstag werden heute online stattfinden: Es gibt ein Online-Gedenken, virtuelle interaktive Ausstellung und Online-Redebeiträge von den Landesrätinnen Doris Kampus und Juliane Bogner-Strauß auf Zoom, in Kooperation mit Schülerinnen der HLW Schrödingerstraße hat man außerdem Stimmen von Passantinnen und Passanten am Lendplatz eingefangen, die Betroffenheit, Zivilcourage aber auch Perspektiven für unsere Gesellschaft aufzeigen. Die Infos gibt es hier.

Diskussion über Anti-Gewalt-Kampagne

Nicht nur beim Bauernmarkt vis-a-vis, sondern auch in den sozialen Medien wird sie heiß diskutiert: Die Kampagne gegen Gewalt an Frauen mit drastischen Sujets von Kunststar Gottfried Helnwein, die seit Dienstag auf den Fassaden der Grazer Oper, des Schauspielhauses und des Volkskundemuseums aufgehängt ist.

Sie zeigt eine junge Frau, die blutüberströmt und reglos am Boden liegt. Symbolisch für bereits 28 Frauen, die im heurigen Jahr Opfer eines mutmaßlichen Femizids wurden. Aber auch für 20 Prozent aller österreichischen Frauen, die bereits von körperlicher oder sexueller Gewalt betroffen waren. Oder 35 Prozent, die auch hierzulande sexuell belästigt worden sind.

Die Sujets sind drastisch, zwingen aber zum Hinschauen - dennoch werden sie im öffentlichen Raum auch von Kindern gesehen, die diese Bilder nicht so leicht verarbeiten können. Was ist Ihre Meinung dazu?

Bürgermeisterin Kahr: "Potenzielle Opfer schützen"

"Wir müssen potenzielle Opfer schützen, bevor Morde passieren", hieß es auch in einer Aussendung von Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ) zum Aktionstag. "Betroffene Frauen denken oft, sie seien selber schuld an ihrem Leid, schämen sich für die Demütigung, getrauen sich nicht, über das Thema zu sprechen, verharmlosen gewaltsame Übergriffe ihrer Partner, wissen nicht, wohin sie sich wenden können oder werden nicht ausreichend gehört", so Kahr. Deshalb müsse die Gesellschaft die Anwaltschaft für diese Frauen übernehmen. In Graz wolle sie die Fraueneinrichtungen – besonders für Opfer von häuslicher Gewalt – künftig besser fördern. "Wir wollen weitere Übergangswohnungen für betroffene Frauen schaffen und die Männerberatung ausbauen", betonte die Bürgermeisterin.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

stadtkater
0
2
Lesenswert?

Gibt es bei all diesen NGO-Themen

eigentlich schon Berufsaktivist*innen, die von ihrem Tun hauptberuflich leben? Oder ist dieses Engagement ausschließlich immer ehrenamtlich?

harakari
0
5
Lesenswert?

Stoppt Gewalt an Frauen, . . .

. . . ja natürlich. Und wie ist's mit Gewalt an Männern? Oder Gewalt an Kindern?

Peterl123
0
16
Lesenswert?

Mit solchen

Aktionen und Demos wird kein einziger Mord verhindert. Strenge Strafen die bis ins Mark gehen helfen.

stadtkater
2
20
Lesenswert?

Ob das

die potenziellen Täter beeinflusst?

goje
3
8
Lesenswert?

Das ist nicht zwingend notwendig!

Viel wichtiger ist doch, dass das Umfeld gewalttätiger Männer (Frauen) achtsam wird. Die Gesellschaft muss die Augen offen halten. Eltern müssen/sollen zukünftig ihre Kinder sensibilisieren und passiert das, hat die Kampagne schon etwas erreicht

rastimom
0
3
Lesenswert?

sinnlos

Solang Exekutive und Legislative da nicht mitmachen, nützt das alles nichts. War selber betroffen. Aussage Polizist: Sie haben ihn ja auch geheiratet. Justiz: Einstellung Verfahren, weil ich nicht mindestens 15 Tage im Krankenstand war. Alles nur Augenauswischerei diese ganzen "Aktionen".

stadtkater
0
7
Lesenswert?

Ob das das Umfeld oder die Eltern

(späterer) potenzieller Täter beeinflusst?

fcw0810
7
18
Lesenswert?

Ich mag ihn nicht

aber nicht wegen seiner Bilder. Die gefallen mir nicht, aber das muß Kunst auch nicht. Er verkauft sich gut, das steht ihm auch zu. Helnwein ist 1985 nach Deutschland gezogen und später nach Irland, wo er lebt, und nach Los Angeles, wo er auch arbeitet. Er ist wohl noch österreichischer Staatsbürger, wiewohl er auch die irische Staatsbürgerschaft besitzt. Das gelingt nur wenigen. Und er ist Scientologe. Und dies halte ich für eine üble Sekte. Und Mitglieder dieser Organisation sind mir suspekt.
Zum Bild in Graz: wer soll denn aufgerüttelt werden? Die potentiellen Täter sicher nicht, sie werden ihre Gewalttaten weiter machen. Den Marktbesuchern ist es wuascht. Und der einzige, der davon profitiert ist Gottfried Helnwein. Und sonst niemand, vorallem keine Frau.