Grazer Uni-ExpertinPflegemangel: "Man ist in einer Abwärtsspirale"

Christa Lohrmann, Institutsvorständin der Pflegewissenschaften an der Med Uni Graz, über den Frust der Mitarbeiter und die Situation in einer Abwärtsspirale. Pflegekräfte aus Kolumbien können keine Lösung für den Mangelberuf sein.

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Seit Jahren ist der Pflegemangel Thema – durch die Pandemie ist er uns abrupt und massiv vor Augen geführt worden …
Ich denke, die Covid-Situation durch all ihre Begleitumstände hat die Lage nur sichtbarer gemacht. Man darf nicht vergessen, dass sich der Mangel durch die enormen psychischen und physischen Belastungen beschleunigt hat. Denn viele Kolleginnen und Kollegen haben sich dazu entschlossen, den Beruf zu verlassen oder sind dabei, das konkret zu planen. Das macht die Situation nicht leichter: Ein Drittel der Mitarbeiter ist älter als 50 Jahre und wird in den nächsten Jahren in Pension gehen, wir werden also allein deshalb mehr Pflegepersonen brauchen. Und natürlich auch aufgrund des demografischen Wandels – aber auch das ist keine neue Erkenntnis.

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Danke für Ihr Verständnis.

EvaPlatzer
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...

Fakt ist, dass man vor Jahren ein gut funktionierendes System der Krankenpflegerausbildung in der Steiermark (an mehreren LKH Standorten) unter LR Christopher Drexler aus "Kostengründen" mehr oder weniger abgeschafft hat! Jetzt wundert man sich dass bei den wenigen zur Verfügung stehenden FH Ausbildungsplätzen, zuwenig Fachkräfte nachkommen! Herrn Drexler hat man nicht umsonst ein anderes Resort ( ohne Leitspital Liezen etc..) zugeteilt.....damit er sich in Ruhe auf die Nachfolge von Herrn Schützenhöfer vorbereiten kann!

Katrin77
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Danke,

…für eine sachliche Abhandlung der Herausforderungen!

Ichweissetwas
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Viellecht

Sollten sich Lohmann u Bogner-Strauss Mal zusammensetzen! Endlich Mal fixe Entscheidungen treffen u rasch handeln! Nicht nur beim Weinverkostung u bei Ehrungen dabei sein! Sehr spät aber doch für die Landesrätin!

Vonherzengrazer
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Es ist eine Schande….

für eines der reichsten Länder in Europa, wie wenig wertgeschätzt diese Berufsgruppe hier wird. Ich finde die Beweihräucherei der Politik diesbezüglich unerträglich. Der erste Schritt wäre ganz leicht zu setzten. Mindestlohn nicht unter 2000 Euro netto, in den öffentlichen Pflegeeinrichtungen. Und kein Politiker soll bitte sagen, dass das nicht finanzierbar ist. Man muss nur wollen. Geld wäre genug vorhanden……

goje
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Was, wenn ich ihnen sage, dass ich bereits vor 20 Jahren,

in Deutschland zwar, aber doch deutlich über 2000€ verdiente? Inclusive Zulagen versteht sich. Auch in der Steiermark verdiente ich nicht viel weniger. Dennoch bin ich 2009 ausgestiegen. Warum wird auch im Artikel erklärt. Selbst bei 5000€ würdest du am Ende des Tages ausgebrannt, psychisch wie physisch, nach Hause gehen. Immer mit dem Gefühl, nicht ausreichend viel getan zu haben, die Kolleg*innen nicht ausreichend unterstützt zu haben, die Kund*innen bzw. Patient*innen nicht umfassend gepflegt zu haben. Die Realität ist, dieser Job ist ohne ausreichend Personal nicht zu bewältigen. Kein Geld der Welt fängt das auf. Kommt dann noch fehlende Wertschätzung hinzu, treffen Pflegekräfte die Entscheidung zu gehen. Und selbst das mit derart schlechtem Gefühl, davon kann ich heute noch ein Lied singen.

Balrog206
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Du

Könntest eine Umfrage im Forum machen wer bereit ist für 2000 netto plus Zulagen für Wochenende Nacht u Feiertag in den Pflegeberuf zu wechseln !! Nachdem angeblich alle Löhne zu nieder sind müssten sich da wirklich viele finden !