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Cortina d'Ampezzo Die Ski-WM - Tag für Tag

Fünf Doppelweltmeister, eine Morddrohung - Pistenverhältnisse von eisig über griffig bis weich, Temperaturen von sehr kalt bis frühlingshaft warm - die Ski-Weltmeisterschaft in Corina d'Ampezzo.

Montag (8.2.): Die WM beginnt denkbar schlecht und zwar mit einer Absage. Wegen der reichlichen Neuschneemassen und dem Zustand der Piste wird die Alpine Kombination der Damen verschoben und eine Woche später angesetzt. Am Abend wird der Super-G der Herren von Dienstag auf Donnerstag verlegt. An der Strecke "Vertigine" muss noch gearbeitet werden.

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Dienstag (9.2.): Die Verlegung des Damen-Super-G von 10.30 Uhr auf die bessere Fernsehzeit 13.00 Uhr erweist sich als Eigentor des Veranstalters: Nach am Vormittag strahlend blauem Himmel fällt just kurz vor dem Start Nebel ein, der sich nicht mehr verzieht, das Rennen wird abgesagt und auf Donnerstag verschoben. Am Abend wird wegen der Wetterprognose die Herren-Kombination von Mittwoch auf Montag verlegt. Der Mittwoch ist somit rennfrei.

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Donnerstag (11.2.): Bei schönstem Wetter beginnt die WM nun auch sportlich und das noch dazu mit Favoritensiegen und zugleich Neulingen auf dem Gold-Rang. Den Damen-Super-G gewinnt die Schweizerin Lara Gut-Behrami vor ihrer Landsfrau Corinne Suter und US-Titelverteidigerin Mikaela Shiffrin. Die Steirerin Tamara Tippler wird Siebente.

Im Herren-Rennen schlägt der Oberösterreicher Vincent Kriechmayr vor dem für Deutschland fahrenden Tiroler Romed Baumann und dem Franzosen Alexis Pinturault zu - das erste ÖSV-Gold ist verbucht.

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Freitag (12.2.): In gleich zwei Abfahrtstrainings der Damen mischen die Österreicherinnen Tamara Tippler, Mirjam Puchner und Ramona Siebenhofer vorne mit und geben Anlass zur Hoffnung auf eine Speed-Medaille. Nach dem Herrentraining gibt es im Zielraum viele erhitzte Gemüter wegen der Kurssetzung, die danach an mehreren Passagen verändert wird.

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Samstag (13.2.): Bei Prachtwetter und aus dem Mini-Starterfeld von nur 31 Fahrerinnen stechen in der Damen-Abfahrt die Schweizerin Corinne Suter auf dem Goldrang, die deutsche Sensations-Zweiten Kira Weidle und Lara Gut-Behrami als Dritte hervor. Beste der erneut medaillenlosen ÖSV-Damen wird überraschend Ramona Siebenhofer als Fünfte, Tamara Tippler enttäuscht als Siebente.

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Sonntag (14.2.): Das Highlight der ersten Woche folgt am Sonntag: Vincent Kriechmayr kürt sich mit Abfahrts-Gold zum Doppelweltmeister, es ist erst das dritte Speed-Double bei den Herren bei Weltmeisterschaften. Nur eine Hundertstel dahinter landet der Deutsche Andreas Sander, Beat Feuz holt mit Bronze wieder eine Medaille für Swiss Ski. Kriechmayr ist der erste ÖSV-Abfahrtsweltmeister seit Michael Walchhofer 2003.

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Montag (15.2.): Die ÖSV-Herren starten mit breiter Brust in die zweite Woche, die Damen sind bereits unter Zugzwang. In der Damen-Kombi siegt mit Mikaela Shiffrin eine der großen Favoritinnen, dahinter landen die Slowakin Petra Vlhova und die Schweizerin Michelle Gisin, Ramona Siebenhofer wird wieder Fünfte. Bei den Herren darf nach dem bravourösen Speed-Teilbewerb Marco Schwarz mit einer stark glänzenden Medaille spekulieren. Am Ende des Tages darf er sich Weltmeister nennen. Für Top-Favorit Alexis Pinturault bleibt Silber, für den Schweizer Loic Meillard Bronze.

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Dienstag (16.2): Die WM hat ihren ersten Skandal: Katharina Liensberger freut sich eine halbe Stunde lang über Silber im neu geschaffenen Parallelbewerb, ehe nach der Erklärung zur Ex-Aequo-Siegerin mit der Italienerin Marta Bassino ihre Emotionen explodieren. Schuld für die Verzögerung war ein Fehler in der Zeitnehmungs-Grafik. Erst als der ÖSV Alarm schlägt, werden Veranstalter und Ski-Weltverband aktiv. Für Österreichs Damen ist es die erste WM-Medaille nach zehn Bewerben ohne Edelmetall, für den Verband die insgesamt 100. Goldmedaille der Geschichte. Bronze geht an die Französin Tessa Worley. Herren-Gold holt sich Mathieu Faivre (FRA) vor Filip Zubcic (CRO) und Loic Meillard (SUI), Fabio Gstrein wird als bester ÖSV-Läufer Sechster. Die reichliche Kritik am Reglement und den zu unterschiedlichen Kursen bekommt FIS-Chef-Renndirektor Markus Waldner in Form von Morddrohungen zu spüren.

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Mittwoch (17.2.): Mit einer Überraschung endet der Teambewerb, den Norwegen vor Schweden und Deutschland gewinnt. Österreich landet nach dem Viertelfinal-Aus gegen Schweden auf dem enttäuschenden fünften Platz.

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Donnerstag (18.2.): Katharina Liensberger sorgt mit Bronze für einen Umkehrschwung in der ÖSV-Problemdisziplin Riesentorlauf. Lara Gut-Behrami wird auf eisiger Piste indes die erste Doppel-Weltmeisterin in Cortina, Silber geht im Hundertstelkrimi an Mikaela Shiffrin.

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Freitag (19.2.): Marco Schwarz macht es Katharina Liensberger nach und erobert in dem Bewerb, wo die Chancen gemäß Saisonverlauf für das Team am schlechtesten standen, ebenfalls die Bronzemedaille. Es ist die 300. WM-Medaille für den ÖSV. Riesentorlauf-Weltmeister wird doch ein wenig überraschend der Franzose Mathieu Faivre, der sich ebenfalls zum Zweifach-Titelträger emporhebt, Silber geht an Luca de Aliprandini, der die erste Herren-Medaille für das Gastgeberland verwirklicht. Der zur Halbzeit führende Top-Favorit Alexis Pinturault scheidet in der Entscheidung aus.

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Samstag (20.2.): Das WM-Märchen von Katharina Liensberger findet seinen Höhepunkt: Ohne bisher ein Weltcuprennen gewonnen zu haben, holt sie sich bei Frühlingstemperaturen und auf weicher Piste Gold im Slalom und entthront die zuletzt vierfache Titelträgerin Mikaela Shiffrin, die hinter Petra Vlhova auf dem dritten Rang landet. Liensberger ist damit wie Lara Gut-Behrami mit zweimal Gold und einmal Bronze erfolgreichste Läuferin der WM, Shiffrin gewinnt insgesamt vier Medaillen (1/1/2). Zum dritten Mal Fünfte in Cortina wird Ramona Siebenhofer.

AFP

Sonntag (21.2.): Adrian Pertl setzt den silbernen Schlusspunkt für Österreich. Erst nach Trainerentscheid ins WM-Team gekommen, muss sich der Kärntner nur dem Norweger Sebastian Foss-Solevaag geschlagen geben, der nach Gold im Teambewerb der fünfte Cortina-Doppelweltmeister/in ist. Bronze geht an dessen Landsmann Henrik Kristoffersen. Österreich gewinnt die Medaillenwertung (5 Gold/1 Silber/2 Bronze) vor der Schweiz (3/1/5) und Frankreich (2/1/2). Es sind die sechsterfolgreichsten Weltmeisterschaften für den ÖSV in der Geschichte von 46 Welttitelkämpfen.

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