Aufbegehren der "West-Achse"Landespräsidenten zweifeln öffentlich an ÖFB-Chef in spe Gerhard Milletich

Gerhard Milletich wird wohl noch diese Woche das ÖFB-Präsidentenamt von Leo Windtner übernehmen. Ohne Nebengeräusche wird dies jedoch nicht passieren.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
FUSSBALL: 25. BRUNO-GALA 2021: MILLETICH /WINDTNER
Gerhard Milletich (links) ist designierter Nachfolger von Langzeit-ÖFB-Präsident Leo Windtner. © APA/HERBERT NEUBAUER
 

Im Rahmen der Hauptversammlung in Velden geht am Sonntag die über zwölfjährige Amtszeit von Leo Windtner als Präsident des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) offiziell zu Ende. Zu seinem Nachfolger wird der 65-jährige Burgenländer Gerhard Milletich gekürt, der sich bei der entscheidenden Wahlausschusssitzung am 11. September im zweiten Wahlgang gegen Roland Schmid durchgesetzt hat und Österreichs größten Sportfachverband für vier Jahre leiten wird.

Ohne Nebengeräusche wird der Amtsantritt von Milletich aber nicht erfolgen. Die Landesverbandspräsidenten aus Salzburg und Tirol, Herbert Hübel und Josef Geisler, die zuvor Schmid unterstützt hatten, meldeten nun in den "Salzburger Nachrichten" und der "Tiroler Tageszeitung" öffentlich Zweifel an Milletich an. Dabei geht es darum, dass der Unternehmer im Jahr 2007 als Parndorf-Obmann den damaligen Trainer Andreas Heraf nicht beim Klub, sondern bei seinem Verlag angemeldet hatte.

Milletich meinte dazu in einer Stellungnahme gegenüber der APA: "Das war ein ganz normales Dienstverhältnis im Verlag, alles war korrekt und legal. Heraf wurde für den Klub freigestellt, das war nichts anderes als ein Sponsorbeitrag des Verlagshauses für den Verein." Er habe sich nichts zuschulden kommen lassen, betonte Milletich.

Bundesliga übt sich in Zurückhaltung

Trotz der Skepsis der "West-Achse" Tirol und Salzburg, die in den vergangenen Jahren auch des Öfteren gegen Windtner aufbegehrt hat, wird es an der Wahl des Burgenländers wohl nichts zu rütteln geben. Damit kurzfristig ein weiterer Kandidat zur Präsidentenwahl zugelassen wird, wäre im Vorfeld nämlich eine Zweidrittel-Mehrheit nötig.

Jeder Landesverband verfügt über eine, die Bundesliga über vier Stimmen - daher müsste etwa die Bundesliga gemeinsam mit fünf Landesverbänden gegen Milletich vorgehen. In der ersten Wahlausschuss-Abstimmung hatten neben Tirol und Salzburg auch Oberösterreich und die Steiermark sowie die Bundesliga gegen Milletich votiert.