Didi Kühbauer sauer"Wir könnten uns das Geld für den VAR sparen und für soziale Projekte spenden"

Die großen fußballerischen Highlights sind am Sonntag beim Bundesliga-Schlager zwischen Red Bull Salzburg und Rapid ausgeblieben, dafür hat es große Emotionen als Entschädigung gegeben - vor allem aufseiten der Verlierer.

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Dietmar Kühbauer
Dietmar Kühbauer © APA/HERBERT NEUBAUER
 

Bei Rapid war der Ärger über den Elfmeter zum ersten Salzburg-Tor gewaltig. Der von Karim Adeyemi verwandelte Strafstoß machte die Maurer-Taktik der Gäste zunichte und leitete die 0:2-Niederlage ein. Am Ende setzte es die dritte Pflichtspiel-Pleite in Folge für die Hütteldorfer, die mit 16 Punkten Rückstand auf Salzburg nur auf Tabellenplatz neun liegen. Der Titelverteidiger hingegen hat alle acht bisherigen Liga-Matches gewonnen, womit Matthias Jaissle einen Rekord aufstellte. Der Deutsche siegte als erster Trainer im österreichischen Oberhaus in seinen ersten acht Spielen.

Außerdem stellte seine Truppe eine Bestmarke ein - Salzburg erzielte in den jüngsten 41 Liga-Heimspielen immer zumindest ein Tor, was zuvor nur Rapid von 1983 bis 1986 gelungen war. Beinahe wären die "Bullen" diesmal leer ausgegangen, doch dann kam die Situation, die Rapid-Coach Dietmar Kühbauer auf die Palme brachte.

Kevin Wimmer erkannte zu spät, dass sich Adeyemi hinter seinem Rücken zum Ball bewegt hatte und traf den Deutschen beim Klärungsversuch. Es dauerte Minuten, bis Schiedsrichter Markus Hameter nach VAR-Intervention auf Strafstoß entschied. Der Referee begründete diese Vorgehensweise damit, dass weder er noch sein Assistent den Kontakt wahrgenommen hätten.

Kühbauer regte daraufhin an, die Kosten für den VAR einzusparen. "Wir könnten das Geld für soziale Projekte spenden." Die Elfer-Entscheidung sei "mehr als hart" gewesen. "Denn dann braucht in Zukunft nur noch ein Spieler in den anderen reinzufliegen", lautete eine Aussage des Burgenländers. Außerdem meinte er: "Adeyemi ist leicht gefallen, der hat ja fast einen doppelten Rittberger gemacht. Er hat das gar nicht nötig, weil er ein unglaublich guter Fußballer ist. Aber mit so etwas macht er sich nicht viele Freunde."

Die Wortmeldung über den doppelten Rittberger löste bei Adeyemi ein Schmunzeln aus. "Schlittschuhe fahre ich nicht, aber ich fahre gerne Ski", sagte der deutsche Teamspieler, der am Dienstag in der Champions League beim FC Sevilla drei Penaltys herausgeholt und einen davon vergeben hatte, und meinte kurz danach etwas ernster: "Ich kann nur sagen, es hat den Kontakt im Strafraum gegeben."

Auch Jaissle konnte die Aufregung schwer nachvollziehen. "Von meiner Warte aus kann man den Elfer auf jeden Fall geben", erklärte der 33-Jährige. Kühbauer hatte zu diesem Thema einen anderen Zugang, nahm Hameter im Sky-Interview unter Beschuss und sah seine Spieler um die Früchte ihrer Arbeit gebracht.

Der Ex-Teamspieler hatte seiner Truppe eine äußert defensive Taktik verordnet. "Man kann gegen Salzburg nicht mit offenem Visier spielen, das ist unmöglich. Wir haben nicht den Kader von Salzburg und können deren Tempo unmöglich mitgehen. Wenn, dann stirbt man in Schönheit und fährt ohne Punkte nach Hause", meinte Kühbauer.

Jaissle war von der Ausrichtung der Gäste überrascht. "Von der Emotionalität und Intensität her war es das erwartete Spiel, aber ich habe Rapid nicht so defensiv erwartet." Einmal mehr zeigte sich, dass die Salzburger mit extrem tief stehenden Gegnern Probleme haben. "Da müssen wir in den nächsten Wochen akribisch daran arbeiten. Gegen solche Teams brauchen wir noch ein höheres Balltempo", forderte der "Bullen"-Coach, der wohl einen weiteren Langzeitausfall zu beklagen hat. Innenverteidiger Oumar Solet dürfte eine schwere Knieverletzung erlitten haben, eine genaue Diagnose stand noch aus.

Auf Salzburg wartet am Mittwoch das Cup-Duell mit Kalsdorf, eine schwierigere Auslosung hat Rapid erwischt - die Hütteldorfer müssen am Donnerstag zur Admira, gegen die man erst in der Vorwoche eine Heimniederlage bezogen hat. Danach wartet am Sonntag daheim der formstarke Zweite Sturm Graz und dann am Donnerstag das Europa-League-Match bei West Ham United.

Sollten diese Partien nicht wunschgemäß verlaufen, könnte es für Kühbauer ungemütlich werden, auch wenn ihm Clubchef Martin Bruckner erst vor der Donnerstag-Niederlage gegen Genk das Vertrauen aussprach. "Ich glaube nicht, dass es nach diesen zwei Spielen jetzt anders ist. Aber der Druck ist da, es ist wichtig, dass wir Ruhe bewahren", meinte der 50-Jährige.

Kühbauer sieht sich in der Lage, das Ruder herumzureißen. "Wenn ich nichts mehr bewegen könnte, dann würde es keinen Sinn mehr machen. Aber das ist nicht der Fall, das hat die Mannschaft heute gezeigt", erklärte der Trainer und versprach: "Wir werden alles dafür tun, um wieder in die Spur zu kommen."

Mit acht Punkten nach acht Runden legte Rapid den schlechtesten Start seit der Saison 2006/07 hin. Damals lag man nach der Hinrunde sogar auf dem letzten Platz.

Kommentare (11)
einmischer
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Austro-VAR

Mein Sodbrennen kommt von solchen Elferentscheidungen.
Man kann zum Didi stehen wie man will, dieser Elfer war eine Schweinerei.
Und dieses Dosenbubi stellt sich dann noch hin und erzählt dem Mikrofondummy………“ich habe eine Berührung gespürt und mich dann fallen lassen…“(gestern auf Servus)
Unglaublich. Da ist bei jedem Eckball ob der Berührungen Elfmeter und Gelb zu geben.
Der Schiri sieht es nicht(oder will es nicht sehen), Der VAR(auch eine Schiri) sieht es nicht. Der Schiri schaut nochmal am Monitor………. Aja die Kommentatoren hab ich noch nicht erwähnt. Kühbauer und Pacult haben in der Sache vollkommen recht.
Meiner Meinung nach hat der VAR nur einen Sinn wenn dem Kellerschiri ein Fußballer(am besten ein Verteidiger) zur Seite gestellt wird

OE39
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Peter Pacult

benimmt sich im Vergleich zu Didi K. ja wie ein englischer Landlord! Aber mit Kühbauers Idee bezügl. VAR wird er sich wohl auch anfreunden können und sich mit Don Didi solidarisch erklären.

Carlo62
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Liebe Kleine Zeitung!

Darf ich wieder auf einen Fehler hinweisen?
Sie schreiben: …Wimmer hat nicht bemerkt, dass sich Adeyemi hinter seinem Rücken bewegt hat…
Richtig müsste es heißen:…Winner hat nicht bemerkt, dass sich Adeyemi hinter seinen Rücken bewegt hat, im Sinne, dass er sich dorthin bewegt hat! Durch den falschen casus ist der Sinn der Aktion nicht mehr richtig. Akkusativ —> wohin, Dativ —> wo.
Ich weiss natürlich, dass das den Fußballfan nicht interessiert, ich bekomme aber beim Lesen Sodbrennen!

Autschal
3
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Bekomme auch Sodbrennen,

wenn anstatt Wimmer Winner geschrieben wird. Bitte Koarl die eigenen Beiträge vor dem drücken der Enter-Taste auch noch einmal korrekturlesen.

FB4
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Aber

das geht schon seit Jahren so und als ich die Kleine Zeitung darauf aufmerksam machte bekam ich zur Antwort, ich solle die Fehler aufschreiben und ihnen zukommen lassen 🤷‍♂️.
Finde ich als eigenartig, zumal es nicht die Aufgabe des Lesers sein kann. Also haben wir es offensichtlich zu akzeptieren.

OE39
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Kommaregeln

beachten!!

Knut2009
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Man könnte es auch so sehen,

seit es den VAR gibt, ist der Jahrzehntelange Schiedsrichterbevorzugung für Rapid nicht mehr so leicht umsetzbar ;-) Damit muss man bei Rapid erstmal zu Recht kommen

Knut2009
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...

die jahrzehntelange ...

Carlo62
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Rapid könnte sich das Geld für den Kühbauer sparen!

Dieses Rumpelstilzchen poltert an der Seitenlinie dass man sich um seinen Blutdruck ernsthaft sorgen muss. Das einzige, was zu verbessern ist, ist die Geschwindigkeit, mit der es zu Entscheidungen kommt. In diesem Fall war es ein eindeutiger Tritt in den Hintern von Adeyemi, der ihn zu Fall brachte. Schlimmer als der Didi an der Seitenlinie war allerdings der Hans Krankl als „Experte“ zu ertragen. Ich habe wegen diesen Proleten die meiste Zeit ohne Ton das Spiel verfolgt.

Peterkarl Moscher
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Wahrheit tut weh !

In Mattersburg eine Kretzn, bei Rapid eine Kretzn, als Spieler die Oberkretzn, das
soll als Vorbild und Trainer junge Leute entwickeln? Kaisermühlen würde ihm
besser passen !

deCamps
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Mehr kann man aus meiner Sicht nicht dazu sagen.

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Ob VAR oder nicht VAR. Im Fußball war immer schon (bis auf einige Ausnahmen) die Stimme des Schiedsrichters entscheidend. Jetzt halt mit VAR. An der bestimmenden Entscheidung ist auch jetzt nicht daran zu rütteln. Ist ein Bestandteil im weltweiten Fußball wie auch die Hand Gottes. Wieso? Keine Frage. Nicht jeder Schiedsrichter kann sich aus seiner persönlichen Parteilichkeit entziehen und 100% neutral sein. Ein ganz normaler menschlicher Vorgang.