Rufmord und HetzjagdEx Sturm-Trainer Peter Hyballa als Trainer von Esbjerg fB zurückgetreten

Nachdem sich 21 Spieler des dänischen Zweitligisten Esbjerg fB in einem offenen Brief gegen Ex-Sturm Trainer Peter Hyballa ausgesprochen hatten, ist dieser am Mittwoch zurückgetreten. Grund der Vorwürfe waren Demütigungen und physische Strafen.

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Peter Hyballa
Peter Hyballa © (c) imago images/Ritzau Scanpix (Claus Fisker)
 

Am Mittwoch gab Peter Hyballa der Deutschen Presse-Agentur bekannt, er sei als Coach des dänischen Zweitligisten Esbjerg fB zurückgetreten. Der Entscheidung geht ein offener Brief von 21 Spielern voraus. In diesem sprachen sich die Spieler gegen ihren Trainer aus. Er besäße weder die fachlichen noch die menschlichen Eigenschaften, um das Team zu leiten.

So hätte das Trainerteam Nacktfotos von den Spielern gemacht, angeblich um die Fitness zu bestimmen. Die Fotos sollen jedoch mit einem privaten Handy aufgenommen worden sein. Es ist auch von Bodyshaming die Rede, so solle ein Spieler von Hyballa des Öfteren als "fett" bezeichnet werden. Zu mehreren Gelegenheiten während des Trainings soll Hyballa ihm an den Bauch und an die Brust gefasst haben, um darauf hinzuweisen. Ein weiterer Spieler würde von Hyballa als "dummes Pferd" bezeichnet werden. Zudem soll es auch zu körperlichen Übergriffen gekommen sein.

Trotz des offenen Briefes stand die Vereinsführung bis zuletzt hinter dem ehemaligen Sturm-Trainer. Esbjerg-Präsident Paul Conway suchte nach einer Lösung, um den Frieden wiederherzustellen. Rafael van der Vaart wurde zur rechten Hand des Deutschen ernannt und soll dem technischen Stab "wertvolle Ratschläge" geben. Ob van der Vaart dem Klub nun erhalten bleibt, ist offen.

Hetzjagd von Boulevardmedien gegen Hyballa

Peter Hyballa wurde in den vergangenen Wochen vor allem von den Boulevardmedien unter Druck gesetzt. Grund für seinen Rücktritt seien demnach, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, Verleumdungen und eine Hetzjagd des Boulevard und der einflussreichen Spielergewerkschaft gegen ihn. Auch seine Familie sei nicht verschont geblieben, und das könne er nicht akzeptieren.

Die Vorwürfe weist der 45-Jährige zurück: "Das ist Rufmord, dagegen wehre ich mich." Zwei oder drei Spieler hätten die Angelegenheit initiiert und die anderen sind darauf eingestiegen, da sie unter Druck gesetzt wurden, sagte Hyballa. Auf eine Abfindung will er verzichten.

Im Gespräch mit der Bild äußerte sich Hyballa ebenso zu den Vorwürfen. Was hier in Dänemark abging, sei nicht normal. "Ich wurde übelst gemobbt. Das war die schlimmste Zeit in meiner Karriere, weil es überhaupt keine Lebensqualität mehr gab. Daher habe ich eben gekündigt."

Hyballa hatte das Team erst Ende Mai übernommen. Von 2012 bis 2013 stand er für 33 Spiele als Trainer des SK Sturm an der Seitenlinie, während der kürzlich abgelaufenen Europameisterschaft fungierte er als Experte für den TV-Sender ZDF.

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