Tschechiens Präsident Zeman aus dem Spital entlassen

Der tschechische Staatspräsident Milos Zeman ist am Donnerstag nach fast sieben Wochen aus dem Krankenhaus entlassen worden. Er kam in die häusliche Pflege und wird in seiner Residenz im Präsidentenschloss im mittelböhmischen Lany weiter behandelt. Die private Pflegegesellschaft Senior Home Group werde sich dort um das Staatsoberhaupt kümmern, berichteten tschechische Medien. Zeman wollte offenbar partout nicht im Spital bleiben.

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© APA/GEORG HOCHMUTH
 

Zeman verließ das Zentrale Militärkrankenhaus (UVN) in Prag auf eigenen Wunsch. Die Ärzte hätten ihm weiterhin einen Aufenthalt im UVN empfohlen. Allerdings hätten sie seine Entscheidung, das Spital zu verlassen, respektiert, auch weil sich sein Gesundheitszustand "deutlich verbessert" habe, hieß es in den Medienberichten weiter.

Schon am morgigen Freitag soll Zeman in Lany den Chef der konservativen Demokratischen Bürgerpartei (ODS), Petr Fiala, zum neuen Regierungschef ernennen. Fiala war Spitzenkandidat des Wahlbündnisses Spolu (Gemeinsam), das die Parlamentswahlen im Oktober gewonnen hatte. Fiala tritt an die Stelle des abgewählten Premiers Andrej Babis, Milliardär und Chef der populistischen ANO-Partei. Künftig wollen Spolu - ein Zusammenschluss der ODS, der Christdemokraten (KDU-CSL) und der konservativen TOP 09 - und ein zweites Bündnis, bestehend aus der linksliberalen Piratenpartei und der Bürgermeisterpartei STAN, eine Koalitionsregierung stellen.

Der 77-jährige Zeman hat seit Jahren Diabetes und ist wegen einer Nervenkrankheit auf den Rollstuhl angewiesen. Außerdem leidet er an Leberzirrhose. Die Ärzte rieten ihm wiederholt, sich beim Rauchen und beim Alkoholkonsum einzuschränken. Zeitweilig befand er sich im UVN auf der Intensivstation. Seine schwere Erkrankung brachte rund um den Regierungswechsel, bei welcher der Präsident keine unwesentliche Rolle spielt, Unruhe in die tschechische Innenpolitik. Zeman hatte Babis als Regierungschef unterstützt.

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