Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Google-Projekt rückt elektronisches Musikschaffen ins Licht

Seit mehr als zehn Jahren macht der Internetkonzern Google mit seiner Schiene "Arts & Culture" sowohl einzelne Kunstwerke als auch ganze Häuser online verfügbar. Unter den heimischen Partnern finden sich bisher etwa die Staatsoper, das Belvedere oder die Nationalbibliothek. Kürzlich ging mit "Music, Makers & Maschines" ein internationales Projekt über die Geschichte und Gegenwart von elektronischer Musik online. Mit dabei sind auch drei heimische Institutionen.

© APA (Google/mica)
 

So steuerten das Music Information Center Austria (mica), das Technische Museum Wien (TMW) sowie das Eboardmuseum Klagenfurt Wissen und Material bei. Insgesamt waren mehr als 50 Institutionen aus 15 Ländern beteiligt, das Ergebnis ist ein schier unüberschaubarer Fundus an Preziosen zu elektronischer Musik, die teilweise auch mittels Augmented Reality, 3D-Modell oder 360-Grad-Touren zu bestaunen sind. 79 Objekte hat das mica beigesteuert. Als Google im Herbst 2019 auf mica zugekommen ist, war Redaktionsleiter Michael Ternai von der Möglichkeit, heimische elektronische Musik für das Projekt aufzuarbeiten, sofort angetan, wie er im APA-Gespräch erzählt.

Mehr als ein Jahr haben drei mica-Redakteure Objekte digitalisiert und Geschichten zusammengetragen, die nun auf der mica-Unterseite von "Music, Makers & Machines" abrufbar sind. Unter den vier multimedialen Geschichten findet sich etwa eine bebilderte Lesestrecke über die Geschichte des Wiener Clubs "fluc" von Stefan Niederwieser oder "Die Geschichte des Buchla von Ernst Krenek" von Markus Deisenberger. Shilla Strelka hat ein langes Interview mit dem heimischen Musiker Oliver Johnson aka Dorian Concept geführt. Eine besondere Herausforderung sei es gewesen, alle Fotos und Videos in jener Qualität zu beschaffen, die Googles Anforderungen entspricht, so Ternai. Auch die Beschlagwortung sei kompliziert, ermögliche aber fortan eine problemlose Auffindbarkeit in der Websuche.

Bei der Themenfindung habe man freie Hand gehabt, insgesamt sei man mit der Kooperation mit Google sehr zufrieden, unterstreicht Ternai. Im Fokus stehe für ihn vor allem die Möglichkeit, österreichische elektronische Musik auch auf diese Weise sichtbar zu machen. Besonders erfreut zeigt er sich, dass das Krenek-Institut "noch nie auf so großer Ebene dargestellt wurde". Im Endeffekt sei "eine sehr gute Mischung" herausgekommen, eine künftige Einspeisung neuer Aspekte oder Objekte in die Datenbank sei wünschenswert.

Peter Aufreiter, Generaldirektor des Technisches Museums, freute sich in einer Aussendung, dass das Haus seine umfangreiche Musikinstrumentensammlung in das Projekt einbringen konnte und verspricht "einen Streifzug durch unsere einzigartigen elektronischen Musikinstrumente und ihre rasante Entwicklung im 20. und 21. Jahrhundert". Insgesamt ist das TMW nun mit 87 Objekten vertreten. Das Spektrum reicht dabei vom "Electone D-85"-Piano von Yamaha aus 1980/90 über eine Optigan-Scheibe aus 1972 bis zu einem Neo-Bechstein Flügel aus dem Jahr 1932, die hochauflösend in jedem Detail betrachtet werden können. Auch das Eboardmuseum in Klagenfurt suchte unter seinen mehr als 2.000 Exponaten "einige echte Raritäten und 'Underdogs'" heraus, um sie "wieder ins verdiente Rampenlicht zu stellen."

(S E R V I C E - Projekt-Website von "Music, Makers & Maschines": )

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.