Corona-AmpelVon Laer: "Ende des Lockdowns für Süden illusorisch"

Die Risikozahl sinkt in allen Ländern, die Lage in den Spitälern ist jedoch weiter angespannt. Die Experten plädieren daher für nur behutsame Öffnungsschritte allenfalls im Osten Österreichs. Heute gab es auch eine weitere Gesprächsrunde zur Impfpflicht.

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Dorothee von Laer: "Im Frühjahr war nur der Osten zugesperrt. Warum soll das jetzt nicht auch umgekehrt funktionieren?“
Dorothee von Laer: "Im Frühjahr war nur der Osten zugesperrt. Warum soll das jetzt nicht auch umgekehrt funktionieren?“ © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Die Experten der Corona-Kommission treten dafür ein, bei der in gut einer Woche geplanten Lockdown-Lockerung nur "behutsame" Öffnungsschritte zu setzen. Grund für den Zugang ist die "noch sehr angespannten Lage auf den Intensivstationen". Die medizinische Versorgung der österreichischen Bevölkerung sei in weiten Teilen des Landes akut bedroht. Nach der neuen Virus-Variante Omikron soll nun gezielter gesucht werden. Das Infektionsrisiko bleibt im ganzen Land "sehr hoch".

Daher wird die Corona-Ampel auch diese Woche durchgehend rot geschaltet. Doch zeigen sich die Auswirkungen des Lockdowns mittlerweile. Die sogenannte Risikozahl, die über die Farbgebung entscheidet, ist in allen neun Bundesländern gegenüber der Vorwoche gesunken. Von der Marke 100, unter der wenigstens nur noch hohes Risiko bzw. orange beginnt, ist man freilich überall noch deutlich entfernt. In den Spitälern ist die Lage weiter angespannt.

Öffnung nur im Osten?

Am besten sieht die Lage im Osten aus. Wien liegt bei einer Risikozahl von 210, das Burgenland bei 306 und Niederösterreich bei 486. Die Virologin Dorothee von Laer empfiehlt denn auch eine Öffnung nach dem Lockdown vorläufig nur für den Osten Österreichs. Im Süden, also Kärnten und Steiermark, hält sie ein Lockdown-Ende zum vorgesehenen Zeitpunkt, dem 12. Dezember, im Gespräch mit dem Kurier für "illusorisch". Im Westen sei man mit dem Contact-Tracing nicht weit genug.  „Als Virologin kann ich nur sagen: Im Frühjahr war nur der Osten zugesperrt. Warum soll das jetzt nicht auch umgekehrt funktionieren?“

Am anderen Ende der Skala ist Tirol mit einer Risikozahl von 1.491 klar an der Spitze, gefolgt von Kärnten mit 1.233. Was den 14-Tage-Trend bei den Infektionszahlen anlangt, geht es in diesen beiden Bundesländern sowie in Vorarlberg und der Steiermark weiter nach oben. Der Unterschied bei der Risikozahl ist, dass bei dieser auch Faktoren wie Alter der Infizierten und Impfstatus einberechnet werden.

Weitere Runde zur Impfpflicht

Heute gab es indes eine weitere Gesprächsrunde zur Impfpflicht, zu der Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) und Verfassungsministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) geladen hatten.

Mit dabei unter anderem Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres, der Präsident des Behindertenrats Michael Svoboda, Vertreter der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) sowie Ingrid Korosec, Präsidentin des Seniorenbundes, und Franz Lackner, Erzbischof von Salzburg und Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz.

Insbesondere im Pflegebereich und in den Spitälern würde er sich die Impfpflicht ab sofort wünschen, sagte Szekeres vor dem Treffen. Er rechnet jedoch damit, dass diese zeitgleich mit der allgemeinen Pflicht im Februar kommen werde, da es "Vorlaufzeiten gibt". 

Am Freitag hatten mehr als sechs Millionen Menschen in Österreich ein gültiges Impfzertifikat. Szekeres sprach sich dafür aus, dass "wir innerhalb der nächsten zwei Wochen Gas geben". Hier komme den niedergelassenen Ärzten eine große Rolle zu.

Impfpflicht für alle ab 14

Wie die Impfpflicht rechtlich ausgestaltet wird, ist großteils noch offen. Vorgesehen ist sie nach aktuellem Stand für Personen ab 14 Jahren. Dieses Alter kann Szekeres "gut nachvollziehen", wobei es "medizinisch Sinn macht, dass man auch die Kinder ab fünf Jahren impft", für sie ist die Corona-Schutzimpfung immerhin bereits zugelassen.

Über das Wochenende soll der Gesetzesentwurf finalisiert werden und in der kommenden Woche in eine mindestens vierwöchige Begutachtung gehen. Für Verstöße gegen die Impfpflicht sind Verwaltungsstrafen vorgesehen. "Strafen sind durchaus berechtigt, die Strafhöhe sollte sozial gestaffelt sein", forderte Szekeres. Die derzeitige Umbildung der Regierung wirke sich hoffentlich nicht auf die Coronapolitik aus, meinte der Ärztekammerpräsident.

Die Impfpflicht sei jedenfalls notwendig, ebenso Auffrischungsimpfungen, weil der Schutz nachlässt. Am Beispiel Israels habe man gesehen, dass mit einem raschen Verimpfen der dritten Dosis die Zahl der Infektionen zurückgegangen ist. Das wünsche er sich auch für Österreich, sagte Szekeres.

Zahlen geben Anlass zu Optimismus

Zurück zur aktuellen Lage: Positiv ist, dass der Replikationsfaktor, also die durchschnittliche Zahl jener, die ein Infizierter ansteckt, in den vormaligen Problemländern Oberösterreich und Salzburg mittlerweile recht deutlich unter eins gerutscht ist und bei 0,94 bzw. 0,95 liegt. Dieser Faktor gilt in der Pandemie-Betrachtung als besonders wichtig, da er eine steigende (über 1) oder sinkende aktuelle Entwicklung (unter 1) ausweist.

Wie unterschiedlich die Situation im Land ist, zeigt sich bei einem Blick auf die rohen Fallzahlen. So gab es im 14-Tage-Trend in allen oberösterreichischen und burgenländischen Bezirken einen Rückgang oder zumindest Stillstand, während es in Kärnten und Vorarlberg ebenfalls überall einen Anstieg der Inzidenz gab. Die schlechtesten Werte hat dann mit Wolfsberg auch ein Kärntner Bezirk. Am günstigsten ist die Lage in Jennersdorf.

Getestet wird unverändert am meisten in Wien. Auf 100.000 Einwohner kamen zuletzt 126.000 Tests. Zum Vergleich: Beim Schlusslicht Niederösterreich sind es gut 67.000. Diese Woche wie jede davor ist Wien damit auch der Ausreißer beim Aufdecken asymptomatischer Fälle. Gleich 61 Prozent der in der Bundeshauptstadt entdeckten Fälle fanden sich bei Personen, die keine Symptome aufwiesen. Der Bundesschnitt liegt bei 26 Prozent. Auch nur in 28 Prozent der Fälle kann die Quelle abgeklärt werden. Den besten Wert hat hier ebenfalls Wien, den schlechtesten Oberösterreich.

Die Belastung des Gesundheitssystems ist im Vergleich zur Vorwoche gestiegen und lag bei einer Covid-spezifischen Auslastung der Intensivstationen von 31,4 Prozent bezogen auf alle gemeldeten Erwachsenen-Intensivbetten Österreichs. Die Prognoserechnungen zeigen Rückgänge der Auslastung von Intensivstationen auf ein Niveau von 21,3 Prozent im Punktschätzer der Prognose (439 ICU-Betten) gegen Ende der Prognoseperiode.

Laut Prognoserechnung sinkt mit hoher Wahrscheinlichkeit damit das österreichweite Systemrisiko in den kommenden Wochen wieder auf mittleres Systemrisiko. Mit Ausnahme von Kärnten sinkt die ICU-Auslastung in allen Bundesländern unter 30 Prozent. Demzufolge ist die medizinische Versorgung der österreichischen Bevölkerung in weiten Teilen des Landes noch akut bedroht, wobei in den nächsten zwei Wochen verhaltene Entspannung in den Spitälern einsetzen könnte.

Kommentare (42)
wischi_waschi
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LAER

Sagt immer nur das gleiche.........

future4you
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Danke Kikl

Danke FPÖ, danke Ihr Verweigerer, Demonstranten, Gegner, Unverantwortlichen, dass Kärnten zum Schlusslicht wurde und durch Ihr nicht tolerierbares Verhalten weiter im Lockdown beiben wird müssen.

wischi_waschi
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future4you

Schauen Sie , wir Nichtimpfer machen Euch Geimpfte überhaupt keine Vorwürfe.
Lassen Sie sich doch Impfen, von mir aus geben Sie sich den 10 Stich, das juckt mich als Ungeimpfter überhaupt nicht.
Wer , recht hat oder nicht , wird man erst in ein paar Jahren sehen, ich kann Ihnen im engsten Familienkreis , von Impffehlern die aufgetreten sind erzählen.
Man schreit zwar hinaus , das Jemand verstorben ist , der Nicht geimpft wurde, aber man darf in den Mainstream Medien nicht sagen, das auch Geimpfte sterben........ auch an Corona.........
Also hört endlich auf mit diesen Hetzen........
Ich, werde es machen wie Peter Westenthaler.......
Ich, fürchte mich nicht vor Corona und schon gar nicht vor unseren Hampelmännern da oben!

Irgendeiner
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Wischi,ich will dich ja nicht zwingen zum Impfen,aber

die Restrisken der jeweiligen Impfung sind wesentlich rarer und leichter abzufangen als das Ding selbst und wischi,um in ein paar Jahren noch was zu sehen mußt noch da sein, trivial wie das ist.Und die Wahrscheinlichkeit auf einen schweren Verlauf ist ohne Impfung nachweislich weitaus höher,aber natürlich hat sich die Situation mit Delta für alle verändert und jetzt kommt schon wieder was.Und wenn du dem einen Studienabbrecher nicht glaubst,tus auch beim anderen nicht, weder Kurz noch Kickl haben den geringsten Tau in der Frage,ich mein, Du läßt dich ja auch nicht von deinem Bäcker am offenen Herzen operieren und wenn der noch so gute Brötchen macht.Und wischi, den Kern des Problems abseits deiner persönlichen Gefährdung mißverstehst du prinzipiell,wer immer da in den Stationen liegt und nach Luft schnappt und leidet bis er nach Wochen demoliert rauskriecht oder Besuch von dem mit der Sense kriegt,wer immer das also ist,wenn Du in der Zeit einen Unfall, einen Herzinfarkt ,einen Schlaganfall hast,irgendwas daß die Knochenklempner im Normalfall gut bewältigen,kannst dran draufgehen, weil sie keinen Platz für dich haben.Ich würd mir die Entscheidungsparameter nochmal durch den Kopf gehen lassen,bleibt aber bei Dir.

stb1
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Was hat Österreich seit Beginn der Pandemie getan

um die Kapazitäten in den Krankenhäuser zu erhöhen?
Wieviel zusätzliches Personal wurde rekrutiert?
Wieviele zusätzliche Ausbildungsplätze für Pflege- und Intensivpersonal wurden geschaffen?
Wieviele zusätzliche Betten wurden geschaffen?
Bitte um Antworten für die Steiermark Herr LH und Frau Bogner-Strauß.
Fast 2 Jahre sind vergangenen und Österreich geht bei 600 Schwerkranken in die Knie.
Wenn nicht endlich an den Strukturen gearbeitet wird, die die ÖVP für ihre heiss ersehnten 0-Defizite zerstört hat, werden wir auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten bei jeder mini Grippewelle alles zusperren müssen.
Machen Sie endlich ihre Hausaufgaben und bauen Sie wieder auf was sie zerstört haben. Öffnen Sie die Krankenhäuser die sie geschlossen haben wieder. Schulden sind in Zeiten von Negativzinsen kein Problem mehr. Das sollte schön langsam auch in der steirischen Landespolitik ankommen.

Lodengrün
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Herr Hofer

unser Held der FPÖ meinte gar nicht zu lange her, wir hätten zu viel Intensivbetten.

akjosef
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Slowenien

….Parkplatz

akjosef
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Slowenien

Gott sei Dank gibt es das wunderschöne Nachbarland Slowenien. Unbeschwert einkaufen, genüsslich Essen und problemlos die Grenze passieren. Also Leute-macht euch auf den Weg… es lohnt sich… einziger Wermutstropfen, man bekommt fast keinen par

lucie24
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Ja genau,

einfach lächerlich alles zusammen.

Irgendeiner
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Ja,genau,ein gutes Essen

und den Darwin Award,ich hoffe Du verliegst mir kein Bett wenn Du röchelst,Und weißt Du,Lemminge hüpfen auch über die Klippe, aber das ist Stress durch Überpopulation,was ist es bei dir?

Lodengrün
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Und wieder

wird Frau Köstinger sagen ihre Meinung sei entbehrlich wie auch Herr Mahrer auf Öffnung koste was es wolle plädiert. Frau Laer spielt dann keine Rolle mehr.

Irgendeiner
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Anmerkung,Zoe Hyde,Epidemiologin und Biostatistikerin hat heute

darauf hingewiesen, daß Omicron bei Kindern unter 5 verschärft fährt,in Südafrika steigt die Hospitalisierungen in der Gruppe,bei uns beginnt das erst weil wir es genauso wie alles reingelassen haben wie schon bei Delta und Eltern kleiner Kinder sollten es wissen.Mehr kann man nicht sagen im Lande kompletter Ignoranz und politischer Unfähigkeit.

lucie24
24
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Bitte um klare Antwort der Zeugen Coronas

Was ist an Corona in Österreich so anders, das wir als einziges Land einen Lockdown brauchen. Haben wir etwa das schlechteste Gesundheitssystem Europas?

samro
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nein

anscheinend die gscheitesten mitbuerger.

und machen sich keine sorgen:
paar laender kommen sicher noch.
ganz damit sie sich freuen.

checker43
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Haben

andere Länder etwa auch so viele Patienten pro Einwohner gehabt?

lucie24
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Ja

klar.

lucie24
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DAS soll jetzt die KLARE Antwort sein?

Na dann gute Nacht.

Irgendeiner
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Nein,wir haben die größten Idioten bei Prävention, in der Politik und in

der Bevölkerung,weil man hier auch Sachblödheit auch noch stolz ist

scaramango
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Es liegt nicht am Gesundheitssystem...


... sondern an der Ignoranz der Bürgerinnen und Bürger!

Niedrige Impfquote, keine Disziplin bei der Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen, Hörigkeit an "Schwurblern", Verdammung wissenschaftlicher Erkenntnisse, usw...

Österreich hat die medizinischen Zeltstädte und Leichenwägen zum Beginn der Pandemie nicht gehabt, die Menschen haben das Leid nicht gesehen - vielleicht liegt es auch daran, dass so viele immer noch von einem "Schnupferl" reden.

uschiweiberl
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Aus Basta

Am 13.Dezember ist wieder alles offen. So hats die Regierung versprochen. Und ich gehe nicht davon aus, dass die Regierung uns vorsätzlich belügt.
Für den 19.12. schon das Mittagessen im Restaurant gebucht.
Aus Basta

samro
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fuer sie gibts ein service das

die meisten wirten anbieten.
heisst take away zu deutsch abbbbbbbhoooooooooolen.

checker43
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Niemand

hat gesagt, dass das garantiert wurde. Es ist das Ziel. Ob es erreicht werden kann, hängt von der Zahl der Minderbegabten ab.

ronin1234
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Reaktion

Schallenberg sagte nur,das es der politische Wille ist zu öffnen.

josef0106
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😂

Habe für den 24.Dezember das Christkind gebucht
Kommt es oder bin ich auch ein Träumer 🤷‍♀️😂

lucie24
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Lockdown sofort aufheben.

Rund um Österreich ist alles offen und bei uns so ein Zirkus!

lucie24
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Wie lässt sich das wissenschaftlich

begründen?

 
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