SteuerreformCO2-Steuer: Darf's noch ein bisserl mehr sein?

ÖVP schwebt offenbar ein Einstieg von 25 Euro pro Tonne vor. Der Weltmarktwert liegt eher bei 60 Euro pro Tonne. Für die Rückerstattung an die Bevölkerung sehen Experten verschiedene Varianten.

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Einkommensschwache Haushalte geben sieben Prozent ihres Einkommens für Energie im Wohnbereich aus, die reichsten Haushalte nur zwei Prozent.
Einkommensschwache Haushalte geben sieben Prozent ihres Einkommens für Energie im Wohnbereich aus, die reichsten Haushalte nur zwei Prozent. © atelier helge o. sommer
 

Die bevorstehende CO2-Bepreisung, die im Zuge einer ökosozialen Steuerreform kommen wird, sollte eine stufenweise Erhöhung der Steuersätze vorsehen. Das empfehlen fast alle Experten auf dem Gebiet. Diversen Aussagen aus den vergangenen Tagen zufolge, dürfte der ÖVP ein Einstiegspreis von 25 Euro pro Tonne vorschweben. Die 25 Euro sind ein Vorschlag der Weltbank für Österreich, dieser Preis ist allerdings sehr niedrig.

Ein CO2-Preis von 25 Euro je Tonne würde Treibstoff nur um ein paar Cent verteuern. "Das liegt unter den Schwankungen an den Tankstellen", sagte Wifo-Umweltökonomin Angela Köppl. Beim Emissionshandel auf EU-Ebene liegt der Preis für eine Tonne CO2 aktuell bei etwas über 60 Euro. "Das könnte man als Orientierung nehmen", so Köppl.

  • Bei 25 Euro würde sich der Benzinpreis um 6,9 Cent pro Liter verteuern,
  • bei 50 Euro wären es 13 Cent,
  • bei einer CO2-Steuer von 100 Euro pro Tonne 26 Cent pro Liter.

Ein CO2-Preis sollte mit der Zeit ansteigen und damit den Unternehmen und Haushalten ausreichend Zeit für die Anpassung geben. Für die Wirkung einer CO2-Bepreisung ist die Verwendung der erlösten Mittel entscheidend. Relativ einfach ließe sich ein Ökobonus einrichten, das wäre dann eine Rückvergütung der Steuereinnahmen entweder pro Kopf (8,8 Mio. Personen) oder pro Haushalt (3,9 Mio.).

Bei einem Preis von 30 Euro pro Tonne (ohne Emissionen im ETS-Sektor) würde die Rückvergütung pro Kopf etwa elf Euro im Monat bzw. 136 Euro im Jahr betragen, pro Haushalt wären es 26 bzw. 306 Euro. Bei einem Preis von 50 Euro pro Tonne betrüge der Bonus 227 Euro pro Kopf und Jahr bzw. 511 Euro pro Haushalt.

Nach Berechnungen des Wifo geben die österreichischen Haushalte laut Konsumerhebung 2019/20 im Schnitt 133 Euro im Monat für Energie im Wohnbereich und 425 Euro für Verkehr aus. Der große Unterschied ergibt sich bei diesen Berechnungen, wenn man die Kosten mit dem Haushaltseinkommen in Relation setzt.

  • Während die einkommensschwachen Haushalte im untersten Fünftel zwar nur rund 95 Euro an Energieausgaben haben, sind das für sie ganze sieben Prozent des gesamten Haushaltseinkommens.
  • Am anderen Ende der Skala geben die reichsten Haushalte mit 170 Euro fast das Doppelte aus, diese machen aber nur etwa zwei Prozent des gesamten Haushaltseinkommens aus.
  • Beim Verkehr ist dieser relative Unterschied nicht so groß. Haushalte aller Einkommensschichten geben im Schnitt knapp zwölf Prozent für Verkehr aus, im ersten Quintil sind das 166 Euro und im fünften Quintil 825 Euro.

Mobilitätsbonus statt Ökobonus

Nach Ansicht des Wifo gibt es auch andere Modelle für die Rückverteilung der Steuereinnahmen als den Ökobonus, der die Erlöse aliquot auf die Bevölkerung rückverteilt.

  • Konkret nennt das Institut einen Mobilitätsbonus als Sachbezug für Tickets zum öffentlichen Verkehr unter Berücksichtigung der besonderen Situation im ländlichen Raum,
  • einen Wohnbonus zur sozialen Kompensation für Haushalte mit niedrigem Einkommen sowie einen
  • Innovationsbonus zur Unterstützung von radikalen Transformationen des Energiesystems.

Österreichs Treibhausgasemissionen sind derzeit auf dem Niveau von 1990. Österreich ist damit weit von den Zielen des Abkommens von Paris entfernt.

Kommentare (12)
GordonKelz
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Man macht sich offensichtlich keine

wirklichen Gedanken um das Klima....dann gibt es halt eine CO2 Steuer oder Erhöhung von anderen Abgaben....So einfach...es ist zum HAARERAUFEN...!
Gordon

geto84
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Was ist Ihr Beitrag?

Sie machen sich Sorgen um das Klima, was ist bisheriger Beitrag?

Was machen Sie persönlich um CO2 einzusparen?

huckg
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Was soll das?

Unsere Erde geht den Bach runter. Durch den immensen Verbrauch fossiler Energieträger, und dem damit verbundenen Ausstoß von CO2 wird die Erderwärmung immer mehr beschleunigt. Die Folgen sind Absehbar. Die Kosten und das Leid durch Unwetter in den nächsten Jahrzehnten ist bereits bemerkbar. Strafzahlungen als Ausgleich für das jetzige Nichtstun werden zusätzliche Milliarden betragen. Auch wenn jetzt das Argument: "Österreich wird die Welt nicht retten!' kommt, wir sind ein Teil davon und müssen unseren Teil dazu beitragen. Aber was macht die Regierung? Glaubt mit Alibi Handlungen - 7 cent Verteuerung von Benzin bewirkt keine Verhaltensänderung - ihre Wähler belügen zu müssen. Für wie dumm halten sie uns? Anscheinend geht es unseren Türkisen, aber auch den Grünen gar nicht um Klimaschutz sondern um ein Körberlgeld, um sich im Gegenzug wieder Stimmen kaufen zu können. Ich bin echt frustriert!

geto84
9
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Was ist persönlicher Beitrag?

Sie machen sich Sorgen um das Klima, was ist bisheriger Beitrag?

Was machen Sie persönlich um CO2 einzusparen?

neuer mann
35
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den grünen gehts doch um klimaschutz.......

........ blockieren tun die schwarzen - das ist ihnen dchon klar, oder?

huckg
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Die Grünen wurde für Klimaschutz gewählt

Aber was haben sie bisher daraus gemacht? Auch als "Juniorpartner" in der Regierung sind sie ihrem Wahlprogramm und Wählern verpflichtet. Der Zweck einer CO2 Abgabe sind NICHT Budget- Einnahmen, egal was damit geschieht. Ziel muss es sein die Wirtschaft und die Menschen zu umweltfreundlichem Verhalten zu bringen. (Freiwillig oder durch Zwang.) Energiesparen und "Weg von fossilen Energien" ist angesagt, koste es was es wolle. Wir müssen begreifen, dass sich die Klimakatastrophe Ausnahmsweise nicht durch Versprechungen und Absichtserklärungen, sondern nur durch Verhaltensänderungen jedes Einzelnen Aufhalten bzw. Abmindern lässt.

Balrog206
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Hast

Dir auch schon einmal die Statistik der Menschen Vermehrung der letzten 50-100 Jahre angesehen !!!!

huckg
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Antwort: Ja!

Was willst du damit sagen? Willst bei den Lebenden eingreifen? Bei wem? Oder doch Einkindpolitik? In den Ländern die für den Hauptteil des CO2 Ausstoß verantwortlich sind (also bei uns) oder dort wo Aufgrund der Lebenssituation zwar kaum CO2 produziert wird aber viele Kinder geborenen werden? Deine Gedanken sind schnell daher gesagt und sehr bequem aber nicht zu Ende gedacht .

scionescio
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@hulk: wenn du mit "uns" Österreich oder Europa meinst, verbreitest du wieder einmal absolute Fake News ...

... weil wir eben im Gegensatz zu China, USA, Indien (die alleine machen mehr als die Hälfte aller CO2 Emissionen aus!) schon jetzt im Gegensatz zu den Hauptverursachern sehr, sehr wenig CO2 erzeugen!

Patriot
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@scio...: CO2 Emissionen pro Kopf im Jahr 2019:

USA: 14,44 Tonnen
Österreich: 7,1
China: 7,07
Indien: 1,69

huckg
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Hast du gewusst, dass die Menschen ...

... mit grünen Augen am wenigsten CO2 Emissionen verursachen und die mit brauner Augenfarbe bei weitem am meisten? Wahrscheinlich nicht, aber vielleicht kommst du doch irgendwann drauf warum das so ist? :-)

kleinereader
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@scionescio was fake news anbelangt bist du um nichts besser:

schon mal daran gedacht wo ein nicht zu unterschätzender Teil unsere Güter herkommt und welchen Ländern die durch die Produktion ebendieser Güter entstehenden CO2 Emissionen angerechnet werden? Ursache dieser Emissionen ist und bleibt aber der Ort und Lebensstil der Menschen an dem die Güter konsumiert/verwendet werden, in deinem Fall Österreich oder Europa!