BauernsterbenDie Täter zu benennen, ist ein ganz wichtiger erster Schritt

Drei Handelsketten üben über ihre Marktmacht einen Preisdruck auf die österreichischen Bauern aus, dem diese nicht länger gewachsen sind.

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Ein Kollege etwa meines Alters weiß von einer Geschichte aus seiner Kindheit zu berichten: Sein Großvater besaß eine Essigfabrik. Essig und Senf waren weithin bekannt und in ihrer Qualität geschätzt. Ein Diskonter wurde vorstellig und bot an, die Produkte in ganz Österreich zu vermarkten. Der Fabrikant schlug ein. Im Endeffekt hat er verloren, und zwar seine ganze Existenz: Nach ein, zwei Jahren zog der Diskonter die Preisschraube an. Der Essig- und Senfproduzent konnte zum verlangten Preis nicht produzieren. Doch er hatte sich abhängig gemacht und musste Konkurs anmelden. Der Diskonter zog weiter zum nächsten Opfer.

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future4you
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Bauer - ein Berufsstand mit vielen Herausforderungen

- Zuerst die nicht immer ganz einfache Frage der Hofnachfolge.
- In den landwirtschaftlichen Fachschulen werden dann die jungen Bauern das erste Mal von der Maschinenlobby verführt. Unter dem Motto „immer größer“ tappen sie in die erste Abhängigkeitsfalle.
-Dies freut besonders Raiffeisen.
-Dann das Thema „Bauer sucht Frau; Arbeitsbeziehungen alleine genügen eben nicht mehr.
- Dann folgen leider allzuoft familiäre Generationen- und Richtungskkonflikte.
- Die EU sorgt für aufgeblähte Bürokratie.
- Die zunehmenden Klimaveränderungen erschweren zunehmend die Produktion.
- Und letztlich saugen Lebensmittelproduktion und Handel wie Blutegel die letzten Reserven aus dem Bauernstand.

Peterkarl Moscher
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Wahrheit tut weh !

Nach dem Motto " Der Bauer schafft mit letzter Kraft - Gewinne für die Genossenschaft" Da Frage ich mich schon, wo war die Landwirtschaftskammer, wo war das Ministerium das seit Urzeiten in Schwarzer Hand ist? Und die Bauern sind
noch immer so blöd und wählen diese Ihre Vertreter. Und jetzt vor der Landtagswahl
in Oberösterreich kommt es der Frau Minister in den Sinn, welche Klientel sie
eigentlich zu vertreten hat ( hätte ). Gesetze schaffen die es den Bauern möglich macht zu überleben das ist was wir jetzt brauchen.

schteirischprovessa
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Das mit dem Aussaugen der Bauern durch die Lebensmittelproduktion stimmt nicht.

Die wird von den Handelsketten ausgepresst und vor allem mit deren Billig-Eigenmarken, die fast samt und sonders aus dem Ausland kommen, konkurriert. Zu den Preisen kann kein Hersteller in Österreich mithalten (Deckungskostenrechnung für zusätzliche Kapazitätsauslastung)
Wenn jetzt so wie beim Getreide die Weltmarktpreise überdimensional steigen, müssen sie die höheren Kosten ab dem ersten Tag fressen und hoffen, irgendwann beim Handel zumindest einen Teil über eine Preiserhöhung gewährt zu bekommen.
Bauern, die langfristige Anbau- und Abnahmeverträge mit höheren Preisen gehabt haben, liefern einfach nicht. Denn sie wissen, dass sie sowieso nicht geklagt werden können.
Das, was die Frau Köstinger aufzeigt, ist grad mal die halbe Wahrheit.

schteirischprovessa
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Soll Deckungsbeitragsrechnung über Grenzkosten

heißen und nicht Deckungskostenrechnung

MaBe
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Der „Markt“

regelt schon, aber halt nicht immer so, wie wir Bürger und Konsumenten uns das langfristig wünschen würden.

Lepus52
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Die großen Landwirte schlucken die kleinen!

Die kleinen Lebensmittelhandel sind schon lange von den Supermarktketten verdrängt worden. Das nennt man Marktwirtschaft. Subventionen auf Dauer ändern nichts, denn die große bekommen mehr an Subventionen. Ja der Bauer beschäftigt entweder Billiglohnsklaven aus dem Ausland, fährt computergedteuerte GPS-gesteuerte Großtraktoren mit einigen 100 PS. Der ökologisch arbeitende Biobauer bekommt am wenigsten Förderungen und bedient Marktnischen.

alsoalso
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Ganz einfach

Im Bereich Milch werden in Österreich 90% der Milch über Raiffeisengenossenschaften vermarktet. Wären sich diese einig und mit einer Stimme auftreten, hätten die 3 Großen vom Handel keine Chance. Gerade viele Milchbauern hören wegen der katastrophalen Erzeugerpreise auf. Mit klarer Herkunftskennzeichnung nehmen die Österreicher gerne heimische Produkte

schteirischprovessa
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Die Konsumenten kaufen überwiegend das Produkt,

das um ein paar Cent billiger ist.
Dann gibt es die Konsumenten, die das kaufen, was ihnen Millionen teure Werbung suggeriert.
Doch diese Werbung können sich kleine und mittlere Produzenten ausgezeichneter Produkte gar nicht leisten.

thj123
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👍

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