Billa, Spar, HoferKöstinger attackiert Handel: "Erpresserische Zustände"

"Das sind zum Teil erpresserische Zustände. Wer sich wehrt, wird ausgelistet. Das ist kein fairer Wettbewerb, das sind unfaire Praktiken."

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CORONA: PRESSESTATEMENTS ZU OeFFNUNGSSCHRITTEN / KOeSTINGER
© APA/HERBERT NEUBAUER
 

Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) erhebt schwere Vorwürfe gegen die großen Handelsketten Billa, Spar und Hofer. Landwirtschaft und Lieferanten hätten gegen die Einkäufer der Handelskonzerne "keine Chance". "Das sind zum Teil erpresserische Zustände. Wer sich wehrt, wird ausgelistet. Das ist kein fairer Wettbewerb, das sind unfaire Praktiken", sagt Köstinger in der aktuellen Ausgaben des Nachrichtenmagazins "profil".

Es gäbe ein Missverhältnis zwischen den Erzeugerpreisen und Konsumentenpreisen. "Steigen die Preise für Konsumenten, schöpft der Handel diese Marge ab und gibt sie nicht an die Bauern weiter. Zahlen die Konsumenten weniger, trägt das nicht der Handel, sondern der Bauer bekommt entsprechend weniger."

Das sind zum Teil erpresserische Zustände. Wer sich wehrt, wird ausgelistet.

Elisabeth Köstinger

Die Konsumenten würden vom Handel getäuscht, so Köstinger: "Der Preiskampf findet jeden einzelnen Tag am Regal statt. Der Handel lockt die Kunden mit billigen Eiern oder billiger Milch. Was die Ketten da verlieren, holen sie sich durch Aufschläge bei anderen Produkten wieder herein."

Bauernvertreter stimmen ein

Bauernbund-Präsident Georg Strasser und der Präsident der Landwirtschaftskammer Josef Moosbrugger bekräftigten die Kritik der Ministerin. "Die Handelsriesen haben beängstigend viel Marktmacht. Damit sind sie mitverantwortlich für den Strukturwandel in der Landwirtschaft. Täglich schließen rund zehn Betriebe ihre Hoftore für immer", erklärte Strasser. Die "Übermacht der Händler im Lebensmitteleinzelhandel" gehe so weit, dass sich Erzeuger bei offensichtlichen Verfehlungen gar nicht mehr den Mund aufmachen trauen, weil sie Angst vor einer Auslistung haben, bestätigte der ÖVP-Nationalratsabgeordnete Strasser in einer Aussendung und forderte eine gesetzliche Regelung zum Schutz kleiner Erzeuger vor unfairen Handelspraktiken.

"Der bäuerliche Wertschöpfungsanteil ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Die bäuerlichen Familienbetriebe befinden sich in einem massiven Würgegriff des Handels. Es besteht dringend Handlungsbedarf", bekräftigte Moosbrugger. Der Lebensmitteleinzelhandel sei ein klarer Gewinner der Coronakrise und sei nun gefordert, sich zu den vorgelagerten Bereichen zu bekennen, statt diese überverhältnismäßig auszunützen. "Das, was sich in den letzten Jahren entwickelt hat, hat mit verlässlichen Partnerschaften auf Augenhöhe nichts zu tun", so Moosbrugger.

Handel reagiert empört

Geradezu empört reagierte der Handel auf die Attacke der Ministerin. "Die pauschalen und unsachlichen Unterstellungen sowie die deplatzierte Wortwahl von Bundesministerin Elisabeth Köstinger weisen wir im Namen der gesamten Branche auf das Schärfste zurück", sagte Christian Prauchner, Bundobmann des Lebensmittelhandels in der Wirtschaftskammer (WKÖ), in einer Aussendung. Die Coronakrise habe gezeigt, "wie gut die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Lebensmittelhandel in Österreich funktioniert".

Christof Kastner, Vize-Obmann des Lebensmittelhandels und geschäftsführender Gesellschafter der KASTNER Gruppe, lobte ebenfalls die guten Beziehungen zwischen Handel und Erzeugern. "Die auf Dauer angelegten Beziehungen sind ein Garant für Verlässlichkeit und Sicherheit für beide Seiten. Offenbar versucht Frau Köstinger mit einseitigen Darstellungen bei ihrer Klientel politisch zu punkten", so Kastner. Der Lebensmittelhandel sei jederzeit für konstruktive Gespräche bereit.

Auch Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will wies die Kritik Köstingers zurück und sprach sich für die Schaffung einer Mediationsstelle aus: "Bereits kommenden Donnerstag treten alle Letztentscheider und CEOs der Lebensmittelhändler beim 'Tag des Handels' in Gmunden zusammen. Alle Partner entlang der Wertschöpfungskette wurden eingeladen und haben auch ihr Kommen zugesagt, und im Rahmen der überparteilichen Plattform 'Lebensmittel. Wertschätzen.' Herausforderungen und Wünsche unter Wahrung der kartellrechtlichen Vorgaben zu besprechen."

Kommentare (99+)
eagleherby
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In Kärnten stehen landwirtschaftkammer-Wahlen an

Das sagt eigentlich alles, der bauernbund kommt mal kurz aus der Deckung um dann wieder für Jahre in dunkel-schwarzer(oder doch Türkiser) Parteipolitik zu verharren.🤬

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Zwist unter Gleichgesinntern😯


Direktzahlungen bekommen praktisch alle Bauern, wenn sie landwirtschaftliche Flächen bewirtschaften und Basis-Umweltauflagen erfüllen. Pro Hektar erhalten die Bauern einen festgelegten Betrag, sofern sie grundlegende Umwelt- und Tierschutzauflagen erfüllen. Dieser wird 2020 um die 293 Euro pro Hektar betragen.
Das macht bei 100 Hektar 29300€ da hat der liebe Großbauer noch keinen Finger bewegt, geschweige denn den Traktor, das zur Kritik der Frau Ministerin 🤭
Anmerkung.
Kein Arbeiter oder Angestellter in Österreich bekommt ein Entgelt ohne Leistung 😥

Peterkarl Moscher
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Wahrheit tut weh !

Lieber Reinhold Schurz!
Wie viele Bauern haben 100 Hektar? Die Kleinen Bauern und die Alm Erhalter sind
sehr wohl gefordert und müssen zum Teil noch Arbeiten gehen um zu überleben.
Die wirklichen Großagrarier in Niederösterreich haben daher kein Problem, der
erntet in einem Tag soviel wie ein Kleinbauer in 2 Wochen. Diese Staffelung ist im
Sinne der Klein - und Mittelbetrieben zu staffeln, für die Kleinen wesentlich mehr
und für die Großen klare Abstriche. Das wäre dann Solidarität unter Landwirten.

Miraculix11
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Du widersprichst Dir selber

"... sofern sie grundlegende Umwelt- und Tierschutzauflagen erfüllen." Das ist eine Leistung!

75b4c938b8a63533cf6c6ffe692b67f5
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🤦🏻‍♂️🤭

Das ist eine Voraussetzung und keine Leistung ein Arbeiter oder Angestellter hat auch eine erlernte Voraussetzung zur Ausübung seines Berufes danach erbringt er eine Leistung 🤫

Katschy
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Was soll man dazu sagen?

Die ÖVP gesteht ihr eigenes Versagen ein.
Seit 35 Jahren stellt die ÖVP die Landwirtschaftsminister und jetzt kommt man drauf dass die versagt haben! ;-)

harri156
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Und fast die gesamte Zeit

auch ein ÖVP Wirtschaftsminister.

karher63
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Mit Verspätung

Was schon seit Jahren jeder Konsument mit ein bisschen Hirn weiss ist endlich auch in der Politik angekommen,das der Konsument und die Bauern seit Jahren von den Grossen Konzernen betrogen werden und das ein Österreichischer Bauer maximal 30 Cent für ein kilo Äpfel bekommt wissen auch wenige,das diese Äpfel beim Spar dann 3 Euro kosten ist eine Frechheit und Betrug am Kunden!!!!!!

Transitforum Austria-Tirol
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Korrekt

Ein Blick in die Regsle zeigt wo die Prioritäten liegen: Mit "regional" werben und mit "global" billig konkurrieren. Deshalb ist der Griff zum Regionalprodukt anstelle der Klimakiller- und Kilometerfresserprodukte wichtig. Die Wrichen für die IST-Situation hat aber die Politik gestellt, der Handel nutzt das nur gnadenlos aus, wozu auch die Bauernfunktionäre immer gestimmt haben: In Land, Bund und EU.

Dr.B.Sonnenfreund
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Äpfel kaufen bei Spar ?

Kommt für mich nie in Frage, diese kaufe ich natürlich beim Apfelbauern. Der verlangt 1€ bis 1,50€, das ist es wirklich wert. Und keiner zahlt dabei drauf, der Bauer verdient einigermaßen gut, und der Konsument bezahlt keine (unnötigen) Zwischenhändler. In Mariatrost gibt es einige gute Obstplantagen, wo man immer saisonales Obst bekommt. nur bei den Pfirsichen hat diesen Sommer leider der Hagel übel mitgespielt...schade. Aber beim Bauernmarkt wurden welche aus der Region angeboten, auch zu einem fairen Preis und vollaromatisch im Geschmack. Die unreif geernteten aus Italien ? Darauf pfeife ich aber echt....

NIWO
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Jammern auf hohem Niveau.

Nichts anderes kann man dazu sagen.

Dr.B.Sonnenfreund
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Welches Niveau ?

Wenn du hohes Niveau sagst, meinst du ja hoffentlich das hohe Preisniveau unserer heimischen Supermärkte, oder täusch ich mich da ...?

deCamps
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Ich sage nur soviel. Etwas brutal trivial banal ausgedrückt. Aber auf den Kopf getroffen.


>>>>> Das sind zum Teil erpresserische Zustände. <<<<< Wer sich wehrt, wird ausgelistet. Das geschieht wissentlich aus Erfahrungswerten seit Jahren im deutschsprachigen Raum.
.
Und jetzt kann sich, wer vorstellen, dass ein Produzent meldet und das bestätigt. Dann kann er sein Unternehmen verkaufen und auswandern.
.
Natürlich es entspricht den freien Marktwirt, dass ich von einem Subunternehmer die kostengünstigsten Preise verhandle oder ich gehe zu einem anderen Unternehmen. Letztendlich entscheidet der Konsument, ob ihm Ware und Preis passt.
.-
Einerseits hat sie nicht unrecht. Das freie Wirtschaftsgefüge hat sich nach meiner Ansicht zu vielfältig und strukturiert entwickelt. Ich sehe nur wenig Normen und Regeln. Primitiv ausgedrückt. Jedes Unternehmen kann alles, was es möchte verkaufen. Siehe Umsatzahlen.
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Eines muss ich noch anbringen. Bis in die 80er wurden unzählige Handlungsweisen u.a. nach dem Lebensmittelrecht der Gewerbeordnung österreichweit abgestraft, das es heute nicht mehr gibt. Mit dem Anschluss an die EU sind viele Gesetze gefallen.

Transitforum Austria-Tirol
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Freier Markt?

Ja wo denn bitte? Wir sind seit dem Beitritt "Ohne Wenn und Aber" in einem voll wettbewerbswidrigen Binnenmarkt, der wiederum mit den zahlreichen Handelsabkommen im globalen "Dumpingwettbewerb". Und die brutale, verschwiegene Realität: Würden den Bauern die Förderungen entzogen, sind sie erledigt und kein einziges Regal in den Märkten bliebe leer. So schaut es aus, weil niemand in der Politik den MUT hat, an den Ursachen etwas zu ändern.

deCamps
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Nebenbei erwähnt. Der weltweite Chrash hat schon angeklopft.

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-Börsenkrach 1987 „Schwarzer Montag“ 23% größter Kurseinbrauch aller Zeiten.
-1990 40% Verlust dem japanischen Aktienmarkt (Nikkei-Index)
-2000-2002 80% Verlust am Nasdaq-Composite-Index
-11. September 2001 (Terroranschläge) 8,5% Verlust viertägigen Handelsunterbrechung.
-2008 Immobilienblase
-2020-2021 Corona Kurseinbrüche weltweit 40% Verluste
.
Man sollte nicht vergessen, dass die Crashs auch die operativen Handelsunternehmen aller Art beeinflussen. Dass dabei auch die "Auslagerungen" in Mitleidenschaft gezogen werden. Wer produziert dann die Waren, die wir zum Leben benötigen?

andy379
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Köstinger

ist eine der schlechtesten Ministerien aller Zeiten

Guccighost
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wieso

sie ist die erste Ministerin die es ausspricht

Balrog206
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Andy

Urteil über dich können wir leider keines fällen da du ja nur auf der Couch politisierst !

Lodengrün
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Nun ja @Bali

das nimmt doch jeder wahr, dass sie nichts bringt. Hat halt eine starke Lobby mehr auch nicht.

metropole
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Sprachrohr vom Basti

Im Politbarometer ist ihr Wert auch -16 und am unteren Ende zu finden !!

brody1977
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Regen sie sich bitte nicht auf

Sie tragen mit ihrer Politik dazu bei

deCamps
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Letztendlich hat der Konsumen durch die Generationen und Jahrzehnte für diese Entwicklung in Österreich/Europa seines dazu beigetragen.

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Politik, Wirtschaft und Bürokratie haben die tatsächliche wirtschaftliche Entwicklung samt integrierten Arbeitsmarkt und die damit verbundenen Einkaufsgewohnheiten und Bedürfnisse durch 3-5 Generation nicht wahrgenommen. Mit den Veränderungen haben sich auch finanztechnische Veränderungen ergeben.
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Bis in 70/80 er Jahre wurden u.a. 10.000 Produkte weltweit bei den verschiedensten Produzenten erzeugt und von Generationen in 500 der verschiedensten Unternehmen aller Arten gekauft.
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Heute bekommen sie diese Warenangebote schon allein in den Handelsunternehmen und in ihren Filialen. Kaufen sie noch beim Schuhmacher, oder in einem Schuhunternehmen, oder kaufen sie einfach in den Handelsunternehmen? Tatsache ist vielmehr das der Mensch immer mehr Ansprüche und seine charakterliche strukturiert Vielfalt und Lebenserwartungen aus leben möchte. Benötigt, wer tatsächlich ein Kaufangebot von 15 verschieden Butter beim Handelsunternehmen? Käsesorten? Rahm? Joghurt?
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Wir sind schlicht und einfach in einer Konsumentenspirale gefangen, die sich im Kreise dreht. Die auch alle anderen Wirtschaftszweige antreibt.

sacheh
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Die Köstinger ist so

entbehrenswert wie C......

crawler
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Frau Köstinger

spricht an was Sache ist.

deCamps
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Kurz gefaßt.

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Nicht neues noch aufregendes. Außer das es wer (kann mich seit 19454(1955) bis dato) nicht erinnern es so unverblümt zur Sprache bringt. In Erinnerung an ein Lebensmittel. In den 70er gab es u.a. die paritätische Kommission, hier wurde u.a. festgehalten das ein Fleischer bis zum Handelsunternehmen maximal >>>> 72 Schilling für ein Kilo Rollschinken verlangen durfte. Es gab Kontrollen und Anzeigen.
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Als ich das lesen konnte habe ich mich gefragt, wäre es möglich das diese Regierung versucht maßgebliche Reformen u.a. in der Preisgestaltung zwischen Produzenten und Konsumenten in verschiedenen Lebensbereichen zu erreichen? Das ihre Aussagen zutreffen ist keine Frage. Punktgenau.
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Nur das ist in einem demokratischen Land mit dementsprechendem Rechtssystem nicht möglich. In den Grundgesetzen sitzen inzwischen verfassungsrechtliche Grundlagen, die das nicht zulassen. Wir haben ein legales wir haben ein legal seit Jahrzehnten bestehendes Wirtschaftsgefüge und einen seit Jahrzehnten sozialen etablierten Arbeitsmarkt.
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Es war schön kurzfristig zu träumen.

OimhittnSeppl
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KEIN Konsument

wird abseits der Unsummen an Steuergeld die er den Bauern zahlen muss auch noch freiwillig große Aufschläge für 08/15 Produkte gewähren, die von polnischen oder rumänischen Ernteheglern eingebracht werden.

Seit Jahrzehnten wird und eingetrichtert, dass wir der Feinkostladen Europas seien, während 95% aller Landwirte den selben industriellen Dreck produzieren wie ihre deutschen oder polnischen Kollegen.

Jene Landwirte, die auf Bio-, Alternative und regional-saisonale Produkte setzen und (auch Endprodukte) vermarkten sind meist sehr erfolgreich.

Alle anderen, denen die Lagerhaus.Genossenschaft das Hirn durch Raiffenkredite und Traktoren ersetzt hat werden weiterhin wegsterben. Einer nach dem Anderen.

Und das ist gut so.

Nixalsverdruss
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„Fair Trade“ für heimische Bauern

Wie erklären der Großhandel und der Einzelhandel (ergo die Handelskette als zentrale Einkäufer) den Konsumenten, wenn ein Kilo Äpfel im Handel € 2,90 kostet - und die heimischen Bauern nur 0,25 € (= 9 %) bekommen oder ein Liter Milch im Handel € 1,35 kostet und die Bauern davon nur € 0,35 (= 26 %) bekommen?
Wir reden hier nicht von großen „fair Trade“ Beiträgen: schon 25 Cent mehr bei Äpfeln bzw. 15 Cent mehr pro Liter Milch für die Bauern halten landwirtschaftliche Betriebe am Leben, sichern die Basis für neu Investitionen und wären so auch ein wichtiger Beitrag z.B. zu mehr Tierwohl, oder den Umstieg auf naturnahe Produktion mit dem Verzicht auf Chemie in Ackerbau und Obst- und Weinbau!
Hier müssen die Handelsketten endlich aktiv werden!

OimhittnSeppl
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Also die Bauern bei uns

verkaufen am Markt die Äpfel für 1-1.50 Euro je kg. Das Problem ist nur: Soviel Äpfel wie die produzieren, werden die NIEMALS selbst verkaufen können.

Auf die Idee zur Diversität kommt biemand, aber dass „der Handel“ der ihnen die Unmengen an Äpfel (oder was auch immer) abnimmt ohne extra Taschengeld zu bezahlen der leibhaftige Teufel ist, wissen sie gewiss.

Kammer, Lagerhaus und Raiffeisen betonen natürlich den Fleiß der Bauernschaft die natürlich niemals was falsch macht und lachen sich über soviel Dummheit krumm

augurium
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Der

Lebesmittelhandel hat in der Pandemie super verdient- sie hatten keine Einbrüche, weil jeder etwas zum Essen braucht. SPAR tut mit seiner Miriam W. so als wäre alles Bio und aus heimischer Landwirtschaft. Wenn man beim Obst schaut, sieht es anders aus. Fast alles kommt aus dem Ausland- Polen, Unganr, Italien, Südafrika, Israel, Südamerika usw. obwohl es Eier, Schwammerln, Erdbeeren... aus Ö. gibt! Kleine Gurkerln/Cornichons kommen aus Thailand - inzwischen steht am Etikett "sorgfältig hertgestellt für SPAR" also täuscht man den Kunden etwas vor. Wie bei vielen anderen Lebensmitteln auch. Sie sollten weniger Miriam Werbung machen und ö. Produkte kaufen. Bei BILLA ist es etwas besser, Hofer auch. Wenn man natürlich ein Grillhenderl um einige € kaufen will, ist man sich wohl im klaren, dass die aus Massentierhaltung kommt! NS: Die versprochenen Masken gibt es praktisch nicht - gratis!!! Leere Versprechungen!

Platon
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Stimmt nicht!

Bei Billa ist es wirklich nicht besser!

Gerade der REWE-Konzern betreibt nach meinen Beobachtungen eine extreme Hochpreispolitik mit einem ausgefeilten Preis-Verwirrspiel.

SoundofThunder
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🤔

Dass der Handel die Preise nicht weitergibt ist allen klar. Ich würde gerne mehr zahlen für mein täglich Brot,aber die Bauern sehen nichts davon. Und die Köstinger sitzt in der Regierung. Die Landwirtschaftskammer,Bauernbund,Wirtschaftskammer,Raiffeisenbank:alles tiefschwarze Institutionen. Aber für den kleinen Bauern haben die Türkisen eh nichts am Hut. Je größer der Bauer,desto mehr Förderungen bekommt er. Ich würde umgekehrt proportional verteilen. Der Millionenschwere Großbauer braucht keine Förderungen mehr,der kleine umso mehr! Aber man will ja die Bauern an der Kurzen Türkisen Leine halten. Wehe wenn der nicht Schwarz wählt,dann gibt’s keinen neuen Traktor mehr. Das ist leider Realität.

Dr.B.Sonnenfreund
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Mehr zahlen ?

ja, aber den Bauern, und nur den Bauern. Die Handelsketten, die die Produkte eigentlich nur verteilen, gönn ich einen Pappenstiel, sorry.

Balrog206
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Sound

Du hast zum Großteil recht , nur das Problem ist das landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Getreide Mais Fleisch usw nach Weltmarktpreisen gehandelt werden , da fängt das große Problem an da wir meist klein strukturierte Betriebe haben , und zb die Preise für Weizen in Chicago und London gehandelt werden !

OimhittnSeppl
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Sie haben völlig recht

und unsere Kleinbauern können ganz viel Geld für Maschinen sparen und wie vor 200 Jahren arbeiten.

Oder neueste und effizienteste Technologie einsetzen, die sich niemals rechnen wird.

oder hofübergreifend wesentlich größere (und damit effizientere) Einheiten bilden.

Was aber NIEMALS funktionieren wird: Einen tollen Extraaufschlag für ihre Produkte zu bekommen, bloß weil sie nicht wettbewerbsfähig sind.

BernddasBrot
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Ist der Frau Köstinger

nicht aufgefallen , dass der Handel die Bauern schon lange auspresst. Die Rolle der Landwirtschaftskammer erwähnt sie nicht , deren Funktionäre Politik für Raiffeisen und Großbauern machen. Ob sie nach der Wahl in OÖ weiterhin das Thema hochhält , würde ich bezweifeln.

isteinschoenerName
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Schön. Zufälligerweise ist Fr. Köstinger Landwirtschaftsministerin,

die Wirtschaftsministerin Fr. Schramböck ist in der selben Partei, und mit den Grünen als Regierungspartner wäre es eigentlich so einfach wie noch nie, als Gesetzgeber an diesen Umständen etwas zu ändern. Wenn man es als ÖVP (Bauernbund, Raiffeisen) denn wirklich wollte! Denn bei den Grünen würde man offene Türen einrennen, bzw. der Unterstützung von kleinen Bauern gegenüber der Agrarindustrie und Großvermarktern. Woran scheitert es also noch, liebe ÖVP, fragt man sich?!?

franzteschl
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Selbstvermarkten?

Das kann/will nicht jeder Landwirt. Ich bin Landwirt und nicht Fleischer, Bäcker oder dgl. Nur mit Selbstvermarkten werden wir die Menschheit nicht ernähren können. Dazu braucht es auch Bauern in der herkömmlichen Produktion. Dazu muss aber auch der Preis passen. Wenn es keine Bauern mehr gibt, kann der Handel auch nichts mehr "handeln".

melahide
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Ach

Rewe ist das egal. Der kauft dann alles aus Spanien oder Südafrika! Dem Kunden ist es auch egal. Hauptsache bequem … zur Selbstvermarktung. Das ist ein Risiko. Man sieht ja auch. Während dem Lockdown wurden Bauernmärkte und Hofläden gestürmt. Jetzt geht wieder alles in Richtung One Stop Shop …ob es aber als Bauer wirklich so schön ist, nur noch in Masse zu produzieren, damit man genug verdient ..:

OimhittnSeppl
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Sie wissen aber schon

dass Österreichs Landwirte derzeit gar nicht in der Lage wären unser Land zu ernähren und wir schon allein deswegen Lebensmittel importieren MÜSSEN?

Eine Bankrotterklärung an 35 Jahre ÖVP-Landwirtschaftsminister und der pragmatisierten ÖVP „Interessensvertretung“ names Landwirtschaftskammer.

franzteschl
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Ja, das ist leider so.


Ob ich 50, 500, 1000 oder mehr Tiere zu versorgen habe, ist da 2.-rangig, solange ich es gerne mache. Das Einkommen ist einmal nur durch die Menge zu erzielen. Die Technik dahinter wird halt teuer.

OimhittnSeppl
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Tatsächlich nur durch die Menge?

Also ich würde ihnen sehr viel für ein Brot aus Roggen-Natursauerteig bezahlen, dass - wie früher - 2 Wochen gut und frisch ist bezahlen.
Da wären Sie quasi ein Monopolist für mich :-)

Aber ich bezahlen ihnen keinen Cent mehr als weltmarktübliche Preise für eine Packung Weizenmehl oder Roggenmehl. Warum auch?

WennSie nun verstanden habe, was ich meine (also die Wertschöpfung durch notwendige Rohproduktveredelung), dann denken Sie noch einmal über den seit Jahrzehnten ins verderben führenden Satz „…nur durch die Menge…“ nach.

Miraculix11
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So sehr ich Köstinger recht gebe....

...muß ich sie doch aufmerksam machen dass ein gewisser Herr Raiffeisen deswegen etwas für die Bauern gemacht hat. Dessen Organisation ist inzwischen weit weg von den Bauerninteressen und hat sich Geldgeschäften zugewandt.

CWM61
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Empörung???

Herr Christian Prauchner die Behauptung das es zu Corona-Zeiten zwischen Lebensmittel und Bauern gut funktioniert hat ist wohl ein schlechter Scherz!
Denn wie die Bauern vermehr Hofläden ins Leben gerufen haben, wurde vom Handel versucht das zu verhindern! Da ging es um Öffnungszeiten, wahrscheinlich hat der Lebensmittel den Hals noch nicht voll genug bekommen!

scionescio
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Wer hindert die Bauern daran beste Qualität selbst zu vermarkten?

Statt zu jammern und mit sojagemästeten Turbokühen Milchseen zu produzieren, die kein Mensch braucht und nur mehr mit Subventionen nach Afrika exportiert werden können und dort die einheimischen Bauern ruiniert und zu Wirtschaftsflüchtlingen macht, sollten sie gesunde Lebensmittel produzieren- dann stimmt auch der Preis und die Nachfrage!
Bei den Bauern meines Vertrauens muss ich vorbestellen, weil er nicht mehr produzieren kann - und auch nicht will, weil eben sonst die Qualität leiden würde … aber er lebt trotzdem sehr gut davon, hat zwar ein bewundernswertes Arbeitspensum und möchte trotzdem nichts anderes tun, weil er eben noch ein richtiger Bauer in der fünften Generation ist und seine Tiere und seinen Boden liebt.
Seine Nachbarn sind längst von Raiffeisen und Co. abhängig, haben sich hoch verschuldet, weil sie bei fallenden Preisen glauben, durch Automaisierung und Skaleneffekte den Verlust ausgleichen zu können- und haben trotzdem keine Perspektive außer Subventionen und Fördermittel!
Dazu kommen eine unfähige Ministerin und Kammern, die schon längst nicht mehr im Sinne der Bauern agieren!

Balrog206
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Wenn

Das nur so einfach wär ! Im Prinzip hast du teils recht nur wenn jeder nur mehr für seinen hofladen produziert , woher kommt dann der Rest der vielen Grundrohstoffe die Bauern anbauen , das andere wieder weiter verarbeiten usw !

Kathrin1009
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Deine Kommentare

Zeugen davon dass du von kleinstrukturierter Landwirtschaft in Österreich genau null Ahnung hast, dennoch haben sie einen Funken Wahrheit in sich
Was ich allerdings erschreckend und abstoßend finde, ist deine Ausdrucksweise. Sprichst du auch im persönlichen Gespräch so? Dann wundert es mich nicht dass du so viel Zeit fürs Forumschreiben hast. Vielleicht überdenkst du mal deinen Ton.

OimhittnSeppl
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Ich denke im Gegensatz zu Ihnen

hat er das Problem erkannt. Nur die dümmsten Bauern glauben mit NOCH MEHR Milch die (durch massives Überangebot stetig sinkenden) Milchpreise ERHÖHEN zu können.

PS: Was stört aie konkret an der Ausdrucksweise vom scionescio?

Landbomeranze
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Würde die Selbstvermarktung zu sehr zur Konkurrenz, dann

würden die drei Handelsketten reagieren und versuchen mit Billigimporten diese Versuche kaputt zu machen. Weshalb gibt es wohl kaum mehr selbständige Lebensmittelgeschäfte? Weil sie die drei großen geschluckt oder kaputt gemacht haben. Ist in allen Bereichen der Landwirtschaft ähnlich. Auch in der Forstwirtschaft haben die wenigen Großen, die kleineren und mittleren Sägewerke geschluckt um eine lästige Konkurrenz, die noch als Partner der Forstwirtschaft anzusehen waren, loszuwerden. Heute ist es so, wenn ein laues Lüftchen weht, dann werden über Nacht die Preise reduziert. Bei den Schneebrüchen und Sturmschäden im vergangenen Jahr wurden die Preise um 30% reduziert, obwohl die Preise für Schnittholz zumindest gleich geblieben und etwas später, wie wir wissen, stark gestiegen sind. Heute bekommt man für Rundholz 105 Euro. Diesen Preis haben Forstwirte bereits 1986, also vor 35 Jahren erhalten und danach nicht mehr wieder. Dies deshalb, weil sich wie im Lebensmittelhandel Oligopole bildeten, die den Preis bestimmen und die Lieferanten massiv unter Druck setzen. 1995 vor dem EU-Beitritt lag der Produzentenpreis für Milch bei 6,60 Schilling. Ab 1995 waren es zwischen 30 und 42 Cent (4,13 bis 5,78 S), bei massiv gestiegenen Produktionskosten für die Bauern. Vor 1980 gab es eine amtliche Preisregelung bei der dem Handel für wichtige Grundnahrungsmittel lediglich eine Maximalspanne zugestanden wurde. Da konnten alle leben, die Bauern, kleine Lebensmittelgeschäfte und Konsumenten

scionescio
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@Pomeranze: wenn alle Softwarefirmen auch so denken würden …

… könnte neben Microsoft, Google&Co niemand existieren- und trotzdem werden jeden Tag. Tausende Unternehmen gegründet und viele sind mit innovativen Ideen sehr erfolgreich… ich muss ja nicht unbedingt versuchen das bessere Office oder die bessere Suchmaschine zu vermarkten.
Die Bauern glauben, sie können noch so leben wie vor 100Jahren und der Steuerzahler soll sie gefälligst subventionieren.
Die Wenigen, die ihren eigenen Weg gehen und weg von der Massenproduktion sind, haben keinen Grund zu jammern - aber die große Masse verschuldet sich lieber für Riesentraktoren und riesige Ställe und hofft auf ein Wunder, das nie kommen wird.

Landbomeranze
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Und der beste Beweis, dass der Lebensmittelhandel

Butter am Kopf hat, ist, dass er auf Teufel komm raus alle 4-5 Jahre in denselben Städten und Kleinstädten neue Märkte mit riesigen Parkplätzen baut. Neue Märkte schießen wie die Pilze aus dem Boden. Das dürfte wohl nur möglich sein, wenn zuvor ausreichend Gewinne eingefahren wurden. Wie kommt man wohl zu großen Gewinnen? Indem man günstig einkauft und teuer weiter verkauft, also eine entsprechend große Gewinnspanne kassiert. Das macht man mit Sonderangeboten zum Teil unter dem Einstandspreis für einige wenige Produkte (meist Grundnahrungsmittel), um die Leute zu locken, die dann 1 kg Katzenfutter doppelt teurer kaufen, wie 1 kg Schnitzelfleisch usw. Damit das Schnitzelfleisch billig verkauft werden kann, muss man zuvor den Produzenten, die wenig Wahl haben, ordentlich auf die Zehen steigen.

CWM61
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Denkzettel

Bravo, wenigstens einmal ein kleiner Versuch der Politik ein großes Thema aufzuzeigen! Hoffe das es auch Konsequenzen mit sich bringt!?
Wenn man dann Reportagen darüber sieht sagen die Verantwortlichen der Handelsketten das sei nur weil der Konsument das alles so haben möchte!
Mann sollte den Handelsketten als Konsument einmal einen Denkzettel verpassen, in dem keiner ein paar Tage lang bei den Handelsketten einkauft! Wenn möglich direkt beim Erzeuger, sprich den Bauern….

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