LeitartikelÖl ins lodernde Feuer

Die Not der Regierung wäre die Chance der Opposition gewesen, sich als besonnene Alternative zu präsentieren. Dass es nur zu Neuwahlanträgen reicht, ist beschämend.

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Das Spiel ist durchsichtig: Erst schießt man die Bude sturmreif, um dann ihren schlechten Bauzustand zu beklagen. Zuerst musste Kurz weg. Jetzt ist er weg, aber der Opposition passt das natürlich noch immer nicht. Als Nächstes muss die ganze Regierung verschwinden. Nach den Neos und der FPÖ hat sich auch SPÖ-Chefin Rendi-Wagner darauf festgelegt: Im kommenden Jahr solle neu gewählt werden.

Kommentare (16)
mazeiner
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klasse Kommentar

Kompliment!

Jelineck
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Danke Herr Sittinger

Die Scheinheiligkeit der nationalen+sozialistischen Opposition ist unerträglich.

feringo
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Mehr als Schwarmintelligenz

Es ist durchaus als tapfer zu bezeichnen, was Herr Sittinger hier wagt, ausbrechen aus der allgegenwärtigen Schwarmintelligenz der medialen Jagdgesellschaft, die nur einem Ziel gefolgt ist: "Abschuss".
Egal wer Motive und Ziele ursprünglich gesetzt hat, der Schwarm lässt in seiner Eigendynamik nicht mehr los, weil es für seine Mitglieder sehr bequem ist mitzutaumeln. Um sich daraus zu lösen, eigenständig zu denken und zu formulieren bedarf es eben eigenständiger Intelligenz und einer Riesenportion Mut.

rouge
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Öl ins Feuer

gießt eher der Schreiber dieses Leitartikels.
Ein Wunder, dass der Herr Redakteur wenigstens ansatzweise ein klitzekleines Mitverschulden von Kurz und seiner türkisen Truppe erwähnt.
Und eine bessere Differenzierung von Opposition wäre auch angebracht gewesen.
Dass die FPÖ jenseitig agiert, ist ja kein Geheimnis.
Schon vergessen, dass gerade die türkise Regierung am liebsten ohne Parlament regiert hätte? Eine Einbindung der Opposition wurde tunlichst vermieden.
Mich wundert, dass ein derart tendenziöser Artikel den Weg zum Leitartikel geschafft hat.
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susa18
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Von Beginn an verunglimpft, Studienabbrecher.

Ein Akt der peinlichsten akademischen Überheblichkeit. Geht's noch, Herr Sittinger? Man hat in Österreich fast schon das Gefühl, sich für Bildung entschuldigen zu müssen. Dass Kurz jetzt weg ist, hat wohl mit ihm.selbst zu tun. Nicht die anderen sind schuld, sein eigenes Spiel ist ihm um die Ohren geflogen. Und jetzt, wo er nicht mehr mitspielen kann, dreht er sich beleidigt um, hinterlässt einen Scherbenhaufen und macht einen auf Familie. Aber hallo, die Opposition ist schuld? Die akademische Überheblichkeit? Pipi Langstrumpf-Syndrom könnte man das nennen.

jg4186
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konstruktive Mitwirkung

Ja, mag schon stimmen - aber das setzt voraus, dass man Mitwirkung will und akzeptiert. Und da bin ich mir nicht ganz so sicher. Ich meine schon, dass von der SP immer wieder "alternative Politikentwürfe" genannt und aufgezeigt wurden, aber die Türkisen wussten es ja immer besser. Und die Arbeit der Opposition als "Sand im Getriebe" zu bezeichen, ist schon ein trauriges Bild von parlamentarischer Arbeit und Einseitigkeit der Sichtweise.
Der Ruf nach Neuwahlen ist nie gut - andererseits wird er sogar vom Vizekanzler verstanden. Das letzte Wahlergebnis hatte wesentlich mit SK zu tun - die Lage ist damit heute eine ganz andere.
Aber die Regierung soll jetzt einmal arbeiten und zeigen, was sie kann zum Wohle der Menschen.

Ifrogmi
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Herr Sittinger ...

... hat mehr als recht.
von keiner seite gibt es interesse konsstruktiv mitzuwirken, sondern nur ein sich ins rampenlicht stellen.
die opposition verhält sich in teilen wie kinder die zum lernen zu faul sind und sich, anstatt leistung zu erbringen, den ersten platz durch anpatzen der anderen ertrutzen will.

ikennminetguataus
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Ein überaus „treffender“ Kommentar …

… was sich vermutlich auch daran zeigen wird, dass sich in den Leserkommentaren zu diesem Journalistenkommentar vor allem Empörung und Zurückweisung finden wird. In etwa: „Was??? Jetzt soll die Opposition an allem schuld sein, vielleicht auch noch daran, dass Kurz sein Studium nicht abgeschlossen hat?“ oder „Klassische Täter-Opfer-Umkehr eines türkisen Fan-Boys“.

In Österreich herrscht seit etwa vier Jahren die Kultur, Regierung und Regierende grundsätzlich zu kritisieren und unter Generalverdacht zu stellen. Die ÖVP ins (zumindest gefühlt) kriminelle Eck, die Grünen mit dem Vorwurf, die Werte ihrer „Basis“ zu verraten.

Die in der Abscheu gegen die aktuelle Koalition geeinte Opposition sieht ihre Aufgabe darin, einen Machtwechsel herbeizuführen, koste es, was es wolle. Was ihr nicht zu verdenken ist.

Schließlich stehen ja alle - derzeit - nicht Regierenden ausnahmslos und zum Teil seit Jahrzehnten für eine kluge und verantwortungsvolle Politik, moralische Unbedenklichkeit, Tranksparenz und Sauberkeit.

Somit wartet auf Österreich - wann auch immer neu gewählt wird - das politische Paradies auf Erden. Nie wieder parteinahe Postenbesetzungen, nur noch die Wahrheit, die reine Wahrheit und vor allem: das unverzügliche Ende der Pandemie.

Also, worauf also warten wir noch?

susa18
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Realitätsverweigerung nennt man das.

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differentialrechnung
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"Vermischtes"

wenn Herr Sittinger unter der Überschrift "Öl ins lodernde Feuer" schreibt:

" Die Opposition wiederum sollte nicht als institutionalisiertes Dauerstörfeuer permanent Sand ins Getriebe streuen"

CuiBono
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Herr Sittinger

reicht's Ihnen noch immer nicht?

Gestern Ihr seltsamer Artikel "Regierungsumbildung Auch die Opposition trägt Verantwortung fürs Land" (Der Morgenpost-Kommentar aus der Chefredaktion.
Von Ernst Sittinger | 11.19 Uhr, 04. Dezember 2021)
und heute hier der gleiche Quatsch nur ein wenig umgeschrieben.

MIR scheint, Sie nehmen den Abgang vom "Gesalbten" sehr sehr persönlich und blenden - aus welchen Gründen auch immer - geflissentlich aus, dass viele Wähler (evtl auch Sie) einem höchst intriganten Blender, Lügner und schamlosen Manipulator aufgesessen sind.

Herr Sittinger, Kritik an der Opposition kann man auch ohne bemüht tragischen kurz'schen Tränenfluss üben. Akzeptieren Sie die Fakten zum von Kurz selber - und nur von ihm - bereits seit den Anfängen vollkommen falsch angelegten Karriereweg mit der logischen Konsequenz der Selbstdemontage und kehren Sie bitte in die Realität zurück.
Alles andere wäre einem "Mitglied der Chefredaktion" nicht angemessen.

Danke.

PS: warum schreiben Sie eigentlich nichts zur vorliegenden Loyalitätserklärung (mit vollmundigen Rücktrittsgarantien) der ÖVP-Granden, die über Nacht zur Makulatur wurde und geflissentlich (gar nicht schamhaft) totgeschwiegen wird?

fkrist35
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@CuiBono

Danke für diesen treffenden Kommentar! Es wundert mich nur, dass er noch nicht (wie meiner gestern) gelöscht wurde

Steira111
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Ein Bericht aus Sicht der ÖVP.

Herr Sittinger, zumindest etwas Objektivität wäre gefragt.

hsg939
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Opfer Kurz

".. ich verstehe auch Argumente dafür, dass man Neuwahlen nicht ausschließen sollte" , sagt kein böser Oppositionspolitiker, sondern Koalitionspartner Werner Kogler. In politischen Auseinandersetzungen fallen immer wieder nicht ganz faire Ausdrücke, aber das verteilt sich auf alle Parteien. Daraus eine Opferrolle von Sebastian Kurz abzuleiten, bleibt Ihnen vorbehalten, Herr Sittinger. Nicht etwa die Chats von Kurz und Konsorten sind "beschämend", sondern das Verhalten der Opposition ist es. Hatte also Kurz in seiner Abschiedsrede unrecht - ist er doch ein Heiliger? Wer diesen Leitartikel liest, könnte es fast meinen!

RoRoe
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Verantwortung?

Der Opposition (sehr inhomogen) die Verantwortung für das Versagen von Kurz und sene Sippschaft umzubringen zeigt von politischen Weitblick. (Haha). Es wäre schön auch an der Regierung gelegen, den konstruktiven Ansätzen der Opposition (SPÖ und Neos) Gehör zu schenken, aber Kuez & Co war die Inszenierung immer wichtiger - Testweltmeister, Pandemie uist besiegt, usw., Aber ja, bon auch der Meinung, dass es jetzt Zeit wäre die Ärmel auf zu Krempel und sich möglichst breit aufgestellt den Herausforderungen zu stellen. Kurz ist Geschichte, wieder einmal einem Blender ins Netz gegangen, und jetzt? Viele warten auf den Nächsten.....

RoRoe
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Verantwortung?

Der Opposition (sehr inhomogen) die Verantwortung für das Versagen von Kurz und sene Sippschaft umzubringen zeigt von politischen Weitblick. (Haha). Es wäre schön auch an der Regierung gelegen, den konstruktiven Ansätzen der Opposition (SPÖ und Neos) Gehör zu schenken, aber Kuez & Co war die Inszenierung immer wichtiger - Testweltmeister, Pandemie uist besiegt, usw., Aber ja, bon auch der Meinung, dass es jetzt Zeit wäre die Ärmel auf zu Krempel und sich möglichst breit aufgestellt den Herausforderungen zu stellen. Kurz ist Geschichte, wieder einmal einem Blender ins Netz gegangen, und jetzt? Viele warten auf den Nächsten.....