Mein AdventPfarrerin Schnizlein: "Erwartungen an Weihnachten sind oft zu hoch"

Interview. Nach 14 Jahre als Journalistin entschied sich Julia Schnizlein, Pfarrerin zu werden. Ein Gespräch über Geschenke, Drohbriefe und darüber, wie man die Distanz in der Pandemie überwinden kann. Von Christina Traar

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Pfarrerin Julia Schnizlein
Pfarrerin Julia Schnizlein © Privat
 

Frau Schnizlein, woran merken Sie trotz Lockdown, dass Advent ist?
Julia Schnizlein: Ich schaue von meinem Büro in der Wiener Innenstadt auf Weihnachtsbeleuchtung, was ich besonders schön finde. Zudem haben wir aktuell viele Andachten und Gottesdienste. Es ist ein Privileg, dass wir das nach wie vor dürfen, dafür bin ich sehr dankbar. Ich merke es aber vor allem bei mir zu Hause. Ich bin eine große Advent-Liebhaberin. Nach dem Ewigkeitssonntag habe ich schon begonnen, alles zu schmücken. Als ich ein Kind war, war das immer ein Highlight, kurz vor dem Advent alle Kisten vom Dachboden zu holen und Engel und Co. auszupacken. Meine Mutter war da immer sehr heikel. Jedes Stück musste mit dem Pinsel abgestaubt werden. Ganz so streng bin ich bei meinen Kindern nicht, aber ich versuche, ihnen diese Ehrfurcht beizubringen.

Kommentare (11)
amsel35
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Jetzt mal ehrlich!

Wer hat den Witz mit den Stiften auch nicht verstanden?

Schöckelbacher
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Großer Stift zum kleinen Stift:

Wachsmalstift (wachs mal Stift)

Schöckelbacher
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Danke

für die Veröffentlichung dieses wunderbaren Gespräches mit Frau Pfarrerin Schnizlein. Dieses Interview zu lesen, hat mir sehr gut getan. Ich bin überzeugt, dass sich viele Leserinnen und Leser darüber freuen. Herzlichen Dank!

Karin1238
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Danke

Für dieses Mut gebende Interview! Auch ich bin heute stolz evangelisch zu sein.

jojo81
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Eine tolle Frau...

...da erfüllt es mich fast ein bisschen mit stolz, evangelisch zu sein...

Heike N.
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Ich dachte ja immer, die Vatikanbruderschaft

Ist ein geldgieriger Haufen. Aber die können von den Lutherianern noch was lernen.
Da bekommst sogar zum Geburtstag einen Geburtstagsspendenerlagschein.

amsel35
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Es gibt einfach Leute,

die finden immer ein Haar in der Suppe! Wie kann man nur so leben?

Jamestiberius
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?

Wäre mir neu, was Sie da schreiben…

lieschenmueller
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Seltsam, den bekam ich von der evangelischen Kirche nie

Als meine Mutter alt wurde, bekam sie keine Vorschreibung zwecks Kirchensteuer mehr, sondern einen Erlagschein mit der Bitte um eine Spende.

Bin im Grunde Taufschein-Evangelische. Aber, so wie das bei ihnen gehandhabt wird, dass es auch Pfarrerinnen gibt und sowieso alle auch verheiratet sein können und Kinder haben, kann ich gut damit leben, eine gar nicht so geringe Summe im Jahr als Beitrag zu zahlen.

Bezüglich Geburtstag ist die Änderung seit ein paar Jahren, dass man im Informationsblatt der Kirche keine Wünsche und Gratulationen mehr veröffentlichen darf wegen Datenschutz.

Was ich besonders lustig finde, allgemein haben die Menschen anscheinend schon ein Bedürfnis, dass die Umgebung weiß, wie alt sie sind. Ich gehe täglich an zig Gärten vorbei, wo eine riesen Tafel mit runden Geburtstagen aufgestellt ist. Oft geziert mit mehr oder weniger witzigen Fotos. Genau wie diese seit einiger Zeit üblichen Störche zur Geburt. Kürzlich vorbeimarschiert, da war zusätzlich eine Leine mit Wimpeln, dazugehängt zwischen Babysöckchen und Schnuller drauf eine Stilleinlage und ein Vehüterli. Irgendwie schon strange.

Heike N.
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Bist vielleicht nicht bei der Heilandskirche

in Graz?

Ich hab mich wegen meines Sohnes bei der evang. Kirche angemeldet, einfach weil ich wollte, dass er auch mit christlichen Werten aufwächst.

Hab dann meinen Ehepartner verloren als der Bub 8 war, ist am evang. Friedhof St. Peter beigesetzt. Da musste ich sogar das Taxi von der Fr. Pfarrer zum Friedhof zahlen. Aber deswegen wäre es noch nicht gewesen.

Ich habe meinen Partner nach 27 gemeinsamen Jahren verloren, glaubst das sich irgendwer von der Kirche mal bei mir gemeldet hätte? Gefragt hat wie es mir geht, alleine mit dem Kind?

Nein, aber Geburtstagswünsche mit Spendenerlagschein bekomme ich. Und zusätzlich zu der normalen Grabmiete eine jährliche Friedhofsbetretungsgebühr.

Aber jetzt nicht mehr, ich bin da weg und mein Sohn wird es auch bald sein.

lieschenmueller
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Ich wohne im Mürztal,

und mit der Evangelischen Kirche habe ich noch nie schlechte Erfahrungen gemacht.

Dort selbst getauft worden, Konfirmation, Eheschließung (mein Mann war katholisch und ist übergetreten), Sohn getauft, Eltern begraben lassen müssen. Die Pfarrer waren immer super, bei den Eltern waren sie weiblich. Vor einigen Tagen Einladung bekommen, ob ich zu einem Gottesdienst für Verstorbene kommen will.

Friedhofsbetretungsgebühr? Das habe ich noch nie gehört. Geht das denn von der Evangelischen Kirche aus?

Das mit dem verstorbenen Ehemann, noch dazu wo ein recht junges Kind da war oder ist, tut mir aufrichtig leid. Unabhängig jetzt von Glauben und Kirche. Und wenn man da eine Hilfe oder Anteilnahme von dieser möchte und gar nichts kommt, ist sehr enttäuschend.

Anscheinend gibt es - wie überall - Unterschiede. Auch wo man sie gar nicht erwarten würde.