"Delta plus"Delta-Untervariante AY.4.2 unter Beobachtung

In Großbritannien steht eine Untervariante von Delta unter Beobachtung. Ob diese den Immunschutz umgehen kann, ist nicht klar.

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Delta, Untervariante, ansteckender, Großbritannien
In Großbritannien macht AY.4.2 etwa zehn Prozent der Neuinfektionen aus © (c) AP (Alberto Pezzali)
 

Die britische Regierung beobachtet eine neue Unterart der hoch ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus. Wie ein Sprecher von Premierminister Boris Johnson am Dienstag sagte, beobachte die Regierung die AY.4.2-Variante "sehr genau". Noch sei unklar, ob sich diese schneller verbreitet. Die Regierung werde aber "nicht zögern, Maßnahmen zu ergreifen, wenn es nötig ist". Die Untervariante trat bisher außerhalb Großbritanniens nur vereinzelt in den USA und Dänemark auf.

Laut Ulrich Elling gibt es in Österreich bislang zwei Fälle, die im gesamten sequenziert wurden. Der Molekularbiologe forscht am IMBA (Institut für Molekulare Biotechnologie) an der österreichischen Akademie der Wissenschaften und zeichnet mit Forschungspartnerin Luisa Cochella für einen Großteil der heimischen Sequenzierungen verantwortlich.

In Großbritannien macht diese Variante etwa zehn Prozent der Neuinfektionen aus, schreibt der Virologe Andreas Bergthaler auf Twitter. Beide Experten sprechen davon, dass AY.4.2 eine um zehn bis 15 Prozent höhere Infektiösität im Vergleich zur Delta-Variante habe. Es sind zwei Mutationen im Spike-Protein, die nun aufmerksam beobachtet werden. Ob diese Mutationen etwa den Immunschutz umgehen kann, ist absolut noch unklar. 

Der Direktor des Instituts für Genetik am University College London, François Balloux, geht davon aus, dass die neue Untervariante des Virus "nicht die Ursache für den jüngsten Anstieg der Zahl der Fälle" in Großbritannien sei. Dafür hält er die derzeitige Verbreitung der AY.4.2-Variante für zu gering. Die Situation sei auch nicht dem "Auftauchen der Alpha- und Delta-Stämme vergleichbar, die viel übertragbarer waren (50 Prozent oder mehr) als alle anderen Stämme, die damals im Umlauf waren".

Die Situation in Großbritannien

Unterdessen haben die Infektionszahlen in Großbritannien stark zugenommen. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Covid ist auf den höchsten Stand seit März gestiegen: Die britische Statistikbehörde meldete am Dienstag 223 Todesfälle, die in den vier Wochen vor ihrem Tod positiv auf Covid-19 getestet wurden. Noch höher lag die Zahl zuletzt am 9. März, als 231 Menschen in Großbritannien an oder mit dem Virus starben.

Am Montag wurden fast 50.000 neue Infektionen registriert - ein Höchstwert in Europa. Als Gründe für den Anstieg führen Wissenschafter die niedrige Impfquote bei Jugendlichen sowie den nachlassenden Impfschutz bei Älteren an. Die Forscher schlugen deshalb vor, einige Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen in geschlossenen Räumen wieder einzuführen. Die Regierung hatte diese im Juli aufgehoben. Knapp 79 Prozent der impfberechtigten Bürgerinnen und Bürger ab zwölf Jahren sind vollständig geimpft.

 

 

Kommentare (6)
Solo1
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Traurig

Im Dezember 2o2o als man mit dem Impfen begann, hat der Wissenschaftler Dr.Vanden Bossche davor gewarnt, dass durch das Impfen gefährlichere Virusvarianten entstehen würden., und dass Geimpfte zu Superspreadern werden. Genau das erlebe ich zur Zeit in meinem Bekanntenkreis. Ein Geimpfter hat ganz viele angesteckt, ist selbst auf der Intensivstation gelandet und wäre bald gestorben. Hier handelt es sich um jüngere Personen zwischen 3o und 5o. Dieser kommende Winter und auch das nächste Jahr werden uns sicher einiges lehren und abverlangen. DEr Mensch glaubt, dass er alles im Griff hat. Weit gefehlt! Er wird aus dieser Pandemie hoffentlich eines lernen, mehr Respekt vor der Natur und dem Schöpfer, der uns ein starkes Immunsystem gegeben hat. Dieses kann durch eine naturgemäße Lebensweise am besten gestärkt werden und mit Viren fertig werden.

mounty
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... aber wahr

Wie wahr, wie wahr 👍👍

maexx558
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Traurig

Einer Krankheit die für 98% der Menschheit nicht gefährlich ist, seine Freiheit zu opfern!

markus144
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Ich glaube wir können uns langsam...

von einem normalen Leben wie vor Corona verabschieden.
Wenn man bei 79 % Impfquote schon wieder über Maskenpflicht und sonstige Maßnahmen diskutier, dann scheint da kein Licht am Ende des Tunnels mehr zu sein.

eratum
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Es liegt an Ihnen

sich von einem Leben wie vor Corona zu verabschieden - wenn Sie das möchten. Ich für meinen Teil zumindest verabschiede mich ganz sicher nicht davon. Warum auch? Weil irgendjemand Masken empfiehlt? Wir sind am Pandemie-Ende angelangt - es ist zwar noch nicht ganz vorbei - aber bis jetzt ist in der Geschichte der Menschheit noch jede Pandemie zu Ende gegangen...

Ba.Ge.
9
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Langsam?

Das wäre wohl richtiger gewesen, wenn das bereits vor 1 1/2 Jahren schon mehrere LANGSAM gemacht hätten. Ohne noch größerer Massenpanik wäre das aber wohl nicht möglich gewesen. Mittlerweile ist LANGSAM leider ehrlich nicht mehr das richtige Wort für diesen Abschied.