Covid-19Zusammenhang zwischen hohen Antikörpern und schweren Verläufen

Innsbrucker Forscher fanden heraus, dass hohe SARS-CoV-2-Antikörpertiter in Zusammenhang mit schweren Verläufen stehen, T-Zell-Reaktionen allerdings mit leichten.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
© Siarhei/stock.adobe.com
 

Eine neue Studie der Medizinischen Universität Innsbruck hat Überraschendes über den Verlauf von Corona-Infektionen zu Tage gefördert: Die Daten belegen, dass hohe SARS-CoV-2-Antikörpertiter mit einem schweren Krankheitsverlauf verbunden sind. Eine robuste T-Zellen-Aktivität korreliert hingegen mit leichten Symptomen, hieß es in einer Aussendung am Mittwoch.

Ein Team rund um den Immunologen Wilfried Posch vom Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie hat dazu in Zusammenarbeit mit mehreren Tiroler Krankenhäusern 30 bis 40 Tage nach positivem PCR-Test Gewebe von ungeimpften Covid-19-Patienten untersucht - und zwar dabei nicht nur Antikörpertiter, sondern auch Virus-Neutralisation, T-Zellreaktionen und Anaphylatoxin-Spiegel. Dabei gelang es, die zellulären (T-Zellen) und humoralen (Antikörper)-Immunantworten zu charakterisieren, die bei Patienten mit mildem, schwerem und kritischem Covid-Verlauf ausgelöst werden.

Robuste T-Zellen-Reaktionen

"Bei Patienten mit leichten Infektionen ließen sich robuste zytotoxische T-Zell-Reaktionen bzw. ein niedriger Anaphylatoxinspiegel nachweisen. Anaphylatoxin ist ein Entzündungsprotein, das vor allem bei kritischem Verlauf hochreguliert wird. Darüber hinaus stellten wir fest, dass hohe SARS-CoV-2-Antikörpertiter - darunter fallen neutralisierende als auch nicht-neutralisierende Antikörper - mit einem schweren Krankheitsverlauf verbunden sind", erklärte Posch. Die Folge sei eine erhöhte Entzündungsreaktion bzw. eine gewebsschädigende und mitunter lebensbedrohliche Entwicklung (Hyperinflammation).

Die neuen Erkenntnisse hätten jedenfalls auch für die Behandlung anderer Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege einen Mehrwert. Denn der neue Ansatz könnte nicht nur bei Corona-Patienten mit schweren Verläufen, sondern auch bei anderen respiratorischen Erkrankungen, in deren Rahmen es durch Hyperinflammation zu nachhaltigen Lungengewebsschäden kommt, "therapeutisches Potenzial haben", betonten die Wissenschafter.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

Sege
0
3
Lesenswert?

Bitte

Um Aufklärung: bisher dachte ich Antikörper schützen und wenn der titer abnimmt muss man nachimpfen !?

chrassi20
1
3
Lesenswert?

Nach der Infektion

Da geht's um die Antikörper etc. nach der Infektion, steht im Artikel. Die Überschrift ist leider wie oftmals irreführend.

dude
2
23
Lesenswert?

Es tut so gut zu hören,

... dass auch an der therapeutischen Behandlung von Covid geforscht wird. Bis jetzt hatte man wirklich den Eindruck, dass dahingehend nichts getan wurde, ja sogar, dass Covid eine unbehandelbare Krankheit sei!

sugarless
2
2
Lesenswert?

Medikamente

Kaum machbar bei Pandemien, leider

neuernickname
1
7
Lesenswert?

@dude Virenerkrankungen sind meistens kaum oder schlecht behandelbar

Wahrscheinlich darum, weil akute Virenerkrankungen rasend schnell ablaufen.

Da muss man schon mit dem Holzhammer draufdreschen. Ich glaube nicht daran, dass es jemals ein Medikament geben wird, dass ohne große Nebenwirkungen, Covid heilen kann, vielleicht die Symptome lindern - was ja schon ein Riesenerfolg wäre.

Das sagt mir die Logik. Je kürzer der Verlauf einer schweren Erkrankung desto schneller müsste ein Medikament wirken und antivirale Medikamente sind superselten.

Gegen Bakterien gibts die Antibiotika - aber Bakterien sind Lebewesen und darum schon durch Medikamentengaben verwundbar, Viren genaugenommen nicht.