BlutgerinnungVor und nach Covid-Impfung: Nicht mit Selbstmedikation "herumdoktern"

Aktuell hört man immer wieder den einen oder anderen Tipp, vor oder nach einer Covid-Schutzimpfung Medikamente einzunehmen, um die Blutgerinnung zu beeinflussen. Doch Ärzte raten von dieser Form der Selbstmedikation ab.

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Medikamente, Aspirin, Impfung, Covid
Auf eigene Faust sollten vor einer Impfung keine Medikamente eingenommen werden © Anna - stock.adobe.com
 

Wird über die Covid-Schutzimpfung gesprochen, führt dies dieser Tage in weiterer Folge fast immer auch zur Diskussion über Gefahren von Blutgerinnungsstörungen. Vor allem gegenüber dem Impfstoff von AstraZeneca herrscht Misstrauen, nachdem es Fälle von Embolien in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung gegeben hatte. Es ist wichtig festzuhalten, dass es aktuell keinen Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Auftreten der Erkrankung gibt. Weiters kommen diese Embolien in der Gruppe der Geimpften nicht häufiger vor als in der Gruppe der Nichtgeimpften. 

Ein klares Nein zur Selbstmedikation

Dennoch ist die Verunsicherung groß, und immer wieder hört man den Tipp, doch zur Sicherheit ein Medikament einzunehmen, um einer Blutgerinnungsstörung vorzubeugen - in diesem Zusammenhang fällt häufig der Name "Aspirin". Doch Selbstmedikation auf bloßen Verdacht hin und ohne ärztliche Beratung ist keine gute Idee. "Davon ist abzuraten", sagt Markus Zeitlinger, Vorstand der Universitätsklinik für klinische Pharmakologie der MedUni Wien. 

Aspirin würde in diesem speziellen Fall auch gar nicht helfen, so Zeitlinger. Außerdem stelle sich die Frage nach dem Zeitpunkt der Einnahme. Nimmt man das Medikament vor der Impfung, zehn Tage danach oder 14 Tage danach? Oder gar die gesamte Zeitspanne durchgehend? "Wenn ich aber 140.000 Leuten über 14 Tage Aspirin gebe, garantiere ich Ihnen, dass 100 Blutungskomplikationen entstehen", gibt Zeitlinger zu Bedenken.

Gerinnungshemmer nicht einfach absetzen 

Etwas anders gelagert ist es mit Menschen, die schon gerinnungshemmende Medikamente aus medizinischen Gründen einnehmen. Denn diese Art von Medikamenten können das Risiko erhöhen, dass es zu Blutungen kommt. Vor der Impfung sollten die verschriebenen Medikamente aber nicht eigenmächtig abgesetzt werden, gibt Kardiologe Thomas Meinertz vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung zu Bedenken

Vor der Impfung sollten die Patienten Rücksprache mit ihrem behandelndem Arzt halten. Bei der Impfung selbst, sollten die Patienten darauf hinweisen, dass sie Gerinnungshemmer einnehmen. Direkt nach der Impfung sollte etwa fünf Minuten lang Druck auf die Impfstelle ausgeübt werden, außerdem sollten die Patienten mindesten 15 Minuten Nachbeobachtungszeit einplanen. 

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Danke für Ihr Verständnis.

dieRealität2020
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Lesenswert?

Danke der Kleinenzeitung für diesen Hinweis in Fettschrift.

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>>>>>>> Keinen Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Auftreten der Erkrankung gibt. <<<<<<<
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Wie aber die Lebenspraxis der Menschen in der Pandemiezeit, wird das vermutlich größtenteils nicht tatsächlich aufgenommen, sondern man liest nur das, was in seine eigene Denkrichtung passt.
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Jede Impfung u.a. Kinderlähmung, Diphtherie, Scharlach, Masern hat letztendlich manchen Menschen Kollateralschäden gebracht. Im Verhältnis zu den Erfolgen, genaugenommen Peanuts. Es gibt in Österreich eine behördliche Aufstellung über diese Kollateralschäden.

caderin
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Nicht schlechter als andere

Meine Mutter (79) würde den AZ Impfstoff sofort nehmen, würde sie ihn angeboten bekommen bzw. einen Impftermin erhalten. Ich genauso. Sehe hier nicht mehr Risiko als bei jeder anderen Impfung und wenn wir alles weglassen, was Thrombosen etc. begünstigen kann, dann darf auch niemand mehr die Anti-Baby-Pille nehmen.