steirischer herbstFestival hat seine Geschichte neu geordnet

Der herbst gibt seiner Geschichte den Rahmen, den sie schon längst verdient hatte: Im Palais Attems ist das neue Festivalarchiv untergebracht, das Interessierten offen steht.

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© steirischer herbst
 

In einem der neuen Archivräume ist ein Regal mit schillernden Festival-Devotionalien aufgebaut: Das rare, rote „Feel Good“-T-Shirt von 1993, die merkwürdigen Wasserflaschen, die Designer Ecke Bonk Anfang der 2000er fürs Festival kreierte (nur mehr die wenigsten wissen, warum), und die noch immer allenthalben herumkugeln usw. Ein rührender, bunter Gruß der Festivalgeschichte, die nun endlich besser zugängig gemacht worden ist.

Wer in den letzten Jahren im Archiv des herbst unterwegs gewesen ist, weiß, dass das Festival zwar Renommee und Bedeutung hat, die Sicherstellung der eigenen Geschichte aber die längste Zeit nachrangig behandelt worden war. Hauptsächlich im klammen Keller des Palais Attems lagerten die kleinen Schätze: Programme, Korrespondenzen, Plakate usw. Dem unermüdlichen Einsatz der damaligen archivarischen Kraft Martin Ladinig war es zu verdanken, dass ein Gutteil dieser Historie nicht gleich gänzlich verschüttgegangen ist.

2018 hat die neue herbst-Leitung unter Ekaterina Degot den notwendigen Schritt gesetzt, dem archivarischen Komplex des Festivals einen adäquaten Rahmen zu geben. Dank einer Sonderdotation des Landes von 123.000 Euro und aufbauend auf die zum 50. herbst 2017 begonnene Digitalisierung begann man, im großen Stil zu katalogisieren, zu ordnen, zu reinigen und zu konservieren. Kulturlandesrat Christopher Drexler (ÖVP): „Die Lagerung im Keller war ein untragbarer Zustand.“
Hinter dem Festivalbüro im ersten Stock und in der ehemaligen Hausmeisterwohnung im Mezzanin des Palais Attems sind die neuen Aufbewahrungs- und Studienräume des Archivs untergebracht. Eine Präsenzbibliothek mit 3000 Publikationen, ein Presse- und Aktenarchiv laden zur wissenschaftlichen und privaten Recherche ein. Dass diese Bestände intensiver erforscht werden, soll eine Kooperation mit diversen universitären Abteilungen in Österreich gewährleisten. Wer das physische Archiv nutzen möchte, kann sich einfach direkt an die Archivarin Marlene Obermayer (obermayer@steirischerherbst.at) richten.

Natürlich wurde auch weiter digitalisiert, auf der herbst-Website gibt den Bereich „Retrospektive“, der einen übersichtlichen Blick tief in die Festivalgeschichte bis zurück ins Jahr 1967 erlaubt.

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zweigerl
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Musealisierung

Die perfekte Musealisierung dieses historisch gewordenen Festivals einer längst veralteten Avantgarde sollte auch dessen Ende sein. Oder hat man es darauf berechnet, der FRau Degot eine Lebensstellung einzuräumen? Mich würden die heurigen Besucherzahlen interessieren. Ideologisch wurde der xbeliebigen namenlosen Künstlern eingeräumte internationale Kunsttransfer ohnehin von den politischen Verhältnissen überholt. Nichts Künstlerisches könnte es geben als die von Kommunisten regierte Stadt Graz im Jahr 2021ff..