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Neue Mystery-Serie"The Nevers": Die Damen teilen ordentlich aus

Sie sausen mit dem E-Auto durch das viktorianische London und lassen sich auch sonst wenig gefallen: „The Nevers“ sind anders, ziemlich anders. Ab heute Sky.

"The Nevers" auf Sky
Im Mittelpunkt die beiden Hauptprotagonistinnen von "The Nevers" Ann Skelly und Laura Donnelly © HBO/Sky
 

Und schon wieder sind wir im viktorianischen Zeitalter gelandet. Das derzeit beliebteste Setting, vor allem, wenn es um starke Frauenrollen geht. Verwunderlich ist das kaum: Die sittenstrenge Zeit hat Frauen grundsätzlich nicht viel Ausbruchsmöglichkeiten gelassen. Somit lässt sich hier aus dem Vollen schöpfen, was nicht unbedingt immer so gut gelingen mag, weil es meist sehr klassisch angelegt ist.

Bei der HBO-Serie „The Nevers“ (ab heute auf Sky) ist das gleich mehrfach anders: London, im August 1896. Ein schräges Himmelsphänomen hat zur Folge, dass vor allem Frauen Fähigkeiten an sich entdecken, die höchst ungewöhnlich und höchst individuell sind: In die Zukunft sehen, Erfindergeist, Sprachgenialität oder unbändiges Wachstum. Also keine klassischen „Superkräfte“, die man aus dem Superheldenuniversum kennt. Doch die Serie spannt über diese Fähigkeiten die volle Bandbreite der Ausgrenzungsproblematik: „The Touched“, also „Die Berührten“, lösen in der Gesellschaft diverse Ängste und Vorurteile aus. Vor allem die Herren in diversen Politzirkeln sehen hier eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Ordnung.

Wer seine Fähigkeiten nicht vor anderen verstecken kann, was vielfach eher schwierig ist, flüchtet in eine Art Waisenhaus für die „Berührten“. Amalia True (Laura Donnelly) leitet das Haus und findet in der Erfinderin Penance Adair (Ann Skelly) eine Verbündete. Gemeinsam vertreten sie nicht nur die Interessen der Berührten, sondern müssen im düsteren London gegen skrupellose Wissenschaftler und eine Terroristin aus den eigenen Reihen die Geschütze auffahren – ein schräges E-Auto inklusive.

Was heraussticht, sind der Witz der Dialoge und die klug gezeichneten Charaktere, denen viel Raum für ihr Anderssein zugestanden wird. Eine kuriose Unterstützerschar, darunter ein charmant-hedonistischer Betreiber (James Norton) eines schrägen Geheimclubs, komplettiert den dichten Cast. Nur einer tut der empfehlenswerten Serie nichts Gutes, und das ist ihr Erfinder selbst: Joss Whedon („Justice League“, „The Avengers“). Immer mehr Stars melden sich, die von rüdem und frauenfeindlichem Verhalten an diversen Sets berichten.

 

 

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