Film der WocheHalle Berrys "Bruised": Regiedebüt mit blauem Auge

Halle Berry vor und hinter der Kamera: Die Oscarpreisträgerin von 2001 spielt in ihrem Debüt als Regisseurin selbst die Hauptrolle als Mixed Martial Arts-Kämpferin.

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Kämpferin: Halle Berry im Drama "Bruised", bei dem sie auch Regie führte © Netflix
 

Halle Berry ist seit ihrem Oscar im Jahr 2001 für „Monster’s Ball“ durchaus gut im Geschäft. Zuletzt war sie an der Seite der Action-Männer in „John Wick 3“, den „X-Men“ und den „Kingsmen“ zu sehen, und bald ist sie in Roland Emmerichs nächstem Weltuntergangsblockbuster „Moonfall“ im Einsatz. Dazwischen hat sie sich aber von der Regisseurin Halle Berry als Hauptdarstellerin für deren Debüt hinter der Kamera verpflichten lassen. „Bruised“ ist ein klassisches Comeback-Drama einer Sportlerin, angereichert mit einigen extra Problemen.

Wenn man sich mit der altbekannten Prämisse angefreundet hat, funktioniert Berrys Regiedebüt erstaunlich gut. Im Zentrum steht eine MMA-Kämpferin mit dem klingenden Namen Jackie Justice. MMA steht für „Mixed Martial Arts“, eine vor allem in den USA recht populäre Mischung aus Boxen, Ringen und anderen Kampfkünsten. Jackie war ein Star, bis sie bei einem entscheidenden Titelkampf die Käfigarena verließ. Warum, erfahren wir erst spät im Film. Vier Jahre später bekommt sie – samt ihrer charismatischen Trainerin Bobbi Buddhakan (Sheila Atim) – die Chance auf ein Comeback. Doch dann steht plötzlich ihr Kind, das sie nach der Geburt weggab, als nun sechsjähriger Bub vor ihrer Tür.

Mit solchen Alltagsherausforderungen mussten sich Rocky Balboa & Co freilich nie herumschlagen. Genrevorbild für „Bruised“ sind natürlich die Rocky-Box-Filme, zuletzt mit „Creed“ erfolgreich wiederbelebt, aber besonders auch Darren Aronofskys „The Wrestler“ mit Mickey Rourke in seiner Comeback-Rolle. Aus der etwas zu langen und leider recht überraschungsarmen 0815-Geschichte von Autorin Michelle Rosenfarb holt Halle Berry einiges heraus. Und zwar einerseits als Hauptdarstellerin mit vollem Kampfeinsatz und gebrochenen Rippen beim Dreh. Aber gerade auch als Regisseurin macht sie die persönliche Katharsis der Sportlerin mit behutsam inszenierten Szenen und erfreulich sparsamen Dialogen spürbar. Bleibt zu hoffen, dass die 55-jährige Amerikanerin in Zukunft wieder Zeit findet, im Regiesessel Platz zu nehmen.
Ab sofort auf Netflix.

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