Neu im Kino "The High Note" und mehr: Endlich wieder Nachschub im Kino

Das verstörende Drama "Das Vorspiel", die absurde Komödie "Monsieur Killerstyle" und der brave Musikfilm "The High Note" – das sind die ersten drei neuen Kinofilme nach dem Lockdown.

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Teilweise starkes Spiel, aber schwacher Plot: "The High Note" mit Tracee Ellis Ross und Dakota Johnson © UPI
 

Das Vorspiel

Bewertung: ****

Sie verkörpert häufig die Unnahbare, Kühle. In Ina Weisses Drama „Das Vorspiel“ treibt Nina Hoss dieses reduzierte Spiel als gescheitertes
Talent und obsessive Geigenlehrerin auf atemberaubende Weise auf die Spitze. Diese Anna Bronsky ist eine ambivalent verstörende Figur, die sich selbst keine Emotionen zugesteht, aber größte Emotionalität von ihrem Mann, ihrem Sohn, ihrem Liebhaber und dem begabten Schüler Alexander (Ilja Monti) einfordert. Viele Fragen bleiben am Ende des stark, aber dabei auch konventionell erzählten Films offen. Gut so. Feingezeichnetes Porträt über eine Zerrissene.

Monsieur Killerstyle

Bewertung: ***

George (Jean Dujardin) ist auf der Flucht - vor sich selbst. Sein letztes Geld investiert der Midlife-Crisis-Fünfziger in eine Western-Lederjacke. Prompt verliebt er sich in die neue Wildleder-Coolness des Kleidungsstücks. Regisseur Quentin Dupieux schickt seinen bemitleidenswert-besessenen Helden auf eine Mission in die französische Provinz. Dort trifft er die Hobby-Filmcutterin Denise (Adèle Haenel) und bald werden nicht nur Filmbilder geschnitten. Dupieux ist bekannt für seine absurd-schrägen Mini-Ideen, die er als Running Gags in Spielfilmlänge auskostet, etwa in „Rubber“ über einen mörderischen Autoreifen oder zuletzt im Polizei-Kammerspiel „Au poste!“. Diesmal dient der Fetisch eines einsamen Verlierers als Komödien-Stoff, mit einer Prise Traurigkeit und morbider Obsession. „Monsieur Killerstyle“ braucht etwas um in die Gänge zu kommen und könnte durchaus mehr absurde Momente vertragen. Sympathisch-leichte Unernstigkeit liefert der Film aber allemal.

The High Note

Bewertung: ***

Eine Pop-Diva (Tracee Ellis Ross: hervorragende Performance, auch gesanglich) möchte lieber ein Album aufnehmen als in Las Vegas jedes Abend die gleiche Show singen, und ihre Assistentin (Dakota Johnson: ihr nimmt man die Rolle nicht wirklich ab) wäre lieber ihre Produzentin. Regisseurin Nisha Ganatra erzählt von zwei kämpferischen Frauen im männlich dominierten Musikbusiness. „The High Note“ ist ein gut gelauntes aber viel zu braves Märchen, in dem auch Rapper Ice Cube eine Rolle hat. Die Bissigkeit, mit der Ganatra in „Late Night“ eine Branche porträtierte, fehlt hier. Schade.

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