Wieder daWelche Filme nun nach dem Lockdown wieder im Kino zu sehen sind

Nur wenige Tage liefen sie auf Leinwand - nun sind das Polit-Drama "Die perfekte Kandidatin", das Porträt "Elfie Semotan, Photographer" und die Doku "Honeyland" wieder im Kino zu sehen.

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Der Fotopionierin Elfie Semotan bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen © Navigator
 

Elfie Semotan, Photographer

Bewertung: ***

Bis Elfie Semotan das erste Mal zu hören ist, dauert es. „Ich bin begeistert“, sagt sie am Set eines Shootings. Die 78-Jährige, die in Wien, im Burgenland und in New York lebt, hat die Mode- und Werbefotografie revolutioniert und u. a. mit ihrer „Palmers“-Kampagne für einen Aufreger gesorgt. Joerg Burger porträtiert die Grande Dame der Fotokunst in ihrem Arbeitsumfeld: im Studio, in der Wüste von Texas, im Archiv – und mit jenen, die sie ablichtet, wie Erni Mangold oder Joan Semmel. Als Zuschauerin blickt man ihr 76 Minuten lang in ihrem akribischen Schaffensprozess über die Schulter, der Dokumentarfilm über die Wegbegleiterin von Helmut Lang bleibt wortkarg und – für alle, die ihre Werke nicht kennen – leider auch zu kontextlos.

Die perfekte Kandidatin

Bewertung: ****

Schon mit ihrem Debüt „Das Mädchen“ über eine Zehnjährige und ihren Traum vom Fahrradfahren berührte die saudi-arabische Regisseurin Haifaa Al Mansour. Auch mit ihrem neuen Film rückt sie die bei allem Fortschritt fehlende Gleichberechtigung von Frauen in ihrem Land in den Fokus. Eher per Zufall tritt die engagierte Ärztin Maryam (Mila Al Zahrani) bei einer lokalen Wahl an. Die Gegenwehr in der in strikten Rollenbildern verhafteten Gesellschaft ist mächtig. Ihr Wahlkampfthema: die Straße zur Klinik asphaltieren zu lassen. Haifaa Al Mansour wählt eine schnörkellose Dramaturgie für ihr Drama und berichtet in vielen Sequenzen vom Aufbruch und Wandel einer Gesellschaft – und von den vielen kleinen Erfolgen in Maryams Alltag. Porträt einer Emanzipation.

Honeyland

Bewertung: ***

Hatidze Muratova lebt in den Bergen Nordmazedoniens. Nur der Honig der Wildbienen versüßt ihr bitteres, karges Leben mit ihrer bettlägrigen Mutter. Die oscarnominierte Doku erzählt vom schwierigen Zusammenleben Hatidzes mit einer kinderreichen Nachbarsfamilie, die mit Wohnwagen und Herde in die Natur platzt. Dadurch gerät das sensible Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur ebenso durcheinander wie das anachronistische Leben Hatidzes. Ohne Fragen des pseudo-unsichtbaren Regieduos Ljubomir Stefanov und Tamara Kotevska werden ihre inneren Konflikte wenig deutlich. Doch Hatidze ist eine charismatische Figur, über die man gern noch mehr erfahren würde. Die ruhige Dramaturgie verleiht dem bildgewaltigen Porträt Spannung.

 

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