Neu im KinoWelche Filme Sie nicht versäumen sollten und worauf Sie verzichten können

Unter den Neustarts der Woche: Oscarfavorit "1917", das Lindenberg-Biopic "Lindenberg! Mach dein Ding" sowie der in Cannes ausgezeichnete absurde Film "Vom Gießen des Zitronenbaums". Eine Übersicht.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Still 'Lindenberg!'
Großartiges Ensemble im Lindenberg-Biopic: Jan Bülow und Detlev Buck © Filmladen
 

1917

Bewertung: ****

Zehn Oscarnominierungen und zwei Golden Globes in den Königsdisziplinen beste Regie und bester Film/Drama können nicht irren: Nun läuft Sam Mendes Weltkriegsepos "1917" auch in den heimischen Kinos an. Der Filmemacher inszeniert die selbstmörderische Mission zweier Soldaten im Ersten Weltkrieg als One-Shot-Kinoerlebnis. Die ausführliche Kritik lesen Sie hier.

Lindenberg! Mach dein Ding!

Bewertung: ****

Geruchskino ist zwar noch nicht erfunden, aber die Atmosphäre der 1970er wird in diesem deutschen Musikbiopic nicht nur sicht-, sondern spür- und riechbar. Burgtheater-Mime Jan Bülow verkörpert den Drummer auf seinem Weg zur Rocklegende mit einer lethargischen Zerrissenheit bei hyperaktiver Körperlichkeit, dass man ihm Spiel und Gesang in jeder Szene abnimmt. Regisseurin Hermine Huntgeburth zeichnet dessen Werdegang vom Mief der Provinz mit patriarchal-brutalem Vater (Charly Hübner) in Gronau bis zum Durchbruch 1973 in Hamburg in knalligem Setting und mit liebevollen Details zwischen LSD-Rausch, Alkoholdunst und neu gewonnener Freiheit nach. Ein atemberaubender Film – nicht nur für Fans.

Vom Gießen des Zitronenbaums

Bewertung: ***

Elia Suleiman ist der stumme Held seiner eigenen absurden Komödie. Mit ihm als stillem Beobachter fließen mehr oder weniger humorvolle Szenen ineinander. Beginnend in seiner Geburtsstadt Nazareth, wo der Zitronenbaum des deutschen Titels steht, zieht es ihn bald nach Paris und New York. In den USA haben alle Menschen im Supermarkt Schusswaffen. In Paris heißt die Papeterie L’humaine comédie. Der palästinensische Kosmopolit zeigt die menschliche Komödie, übersteigert sie in teils herrlichen, teils nur netten Miniaturen – mit sanften politischen Kommentaren. Angesichts der sauren Zitronen der realen Politik scheint Suleiman zum Gießen des Baums und Beobachten verdammt. Gut, dass er das mit Humor macht.

Bad Boys for Life

Bewertung: ***

Detective Mike Lowrey (Will Smith) und sein tollpatschiger Partner Marcus (Martin Lawrence) werden von einer mexikanischen Kartell-Patin gejagt, während eigentlich das Action-Pensionsalter wartet. Mit ausreichend Ironie, einigen Verfolgungsjagden und viel Kawumm wollen’s die bösen Buben in dieser amüsanten verspäteten Fortsetzung noch einmal wissen.

Mind the Gap

Bewertung: **

Gut gemeint, schlecht gemacht – so kann man Robert Schabus’ Versuch beschreiben, sich dem aktuellen Demokratiediskurs in Europa zu nähern. In seiner erratischen Doku-Reise beleuchtet er die Schattenseiten einer globalisierten Wirtschaft und deren politische und gesellschaftliche Folgen. Das Resultat ist ein Schlagwort-Kompendium mit News von gestern.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.