Neu im KinoWas Sie nicht versäumen und worauf Sie verzichten dürfen

Ein furioses Frauen- und Historiendrama "Porträt einer jungen Frau in Flammen" und das Regiedebüt von Edward Norton "Motherless Brooklyn" startet diese Woche neu in den Kinos - dazu "Jumanji" und "Au Poste!". Alle neuen Filme in der Kurzkritik.

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Jazz noir mit Tourette-Syndrom: Motherless Brooklyn ist einer der besten Filme dieses Jahres © Warner
 

Porträt einer jungen Frau in Flammen

Bewertung: *****

Betörendes Leinwand-Erlebnis: Céline Sciammas neuer Film erzählt von zwei Frauen, die sich aus den gesellschaftlichen Zwängen ihrer Zeit befreien. Adèle Haenel und Noémie Merlant brillieren in „Porträt einer jungen Frau in Flammen“ mit ihren Blicken. In opulenten Kostümen im Jahr 1710 an der rauen Küste der französischen Bretagne wird eine wunderbar gegenwärtige Geschichte über Emanzipation und Freiheitskampf erzählt - wider Konventionen. Ein Film über das Begehren und das Aufbegehren. Lesen Sie hier die ausführliche Kritik.

Motheless Brooklyn

Bewertung: *****

Edward Norton begibt sich als Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller in dieser Romanverfilmung auf eine Zeitreise ins New York der Nachkriegszeit. Privatdetektiv Lionel hat das Tourette-Syndrom, aber ein fotografisches Gedächtnis. Als sein Mentor Frank (Bruce Willis) ermordet wird, gerät er in die Schusslinie des mächtigen Schattenpolitikers Moses Randolph. Dieser erinnert nicht nur durch seinen Darsteller Alec Baldwin an einen Vorfahren von Donald Trump, krempelt er doch die Immobilienlandschaft skrupellos um.

In herrlich überkomplizierter Film-noir-Erzählart und mit Top-Ensemble (Willem Dafoe, Gugu Mbatha-Raw) lässt Norton das Genre mit subtilem Aktualitätsbezug perfekt aufleben. Der geniale Jazz-Soundtrack samt Miles-Davis-Charakter macht diesen 144-Minüter zum Ohrenschmaus und einem der handwerklich besten Erzählfilme des Jahres.

Au Poste! - Die Wache

Bewertung: ****

Quentin Dupieux ist ein Meister des Absurden. Wenn er seinen an Columbo erinnernden Kommissar Buron im 50er-Jahre-Polizeirevier einen mutmaßlichen Mörder vernehmen lässt, spielt es keine Rolle, dass alles nur ein Missverständnis ist. In durchkomponierten Wiederholungen mit lockeren Wortwechseln steigert sich das ganze Verhör zum skurrilen Spaß.

Jumanji - The Next Level

Bewertung: ***

Im (inoffiziellen) dritten Teil des Fantasy-Abenteuers suchen die Avatare Dr. Bravestone (Dwayne Johnson), Prof. Shelly (Jack Black), Ruby (Karen Gillan) und Mouse (Kevin Hart) im Videospiel-Dschungel nach Spencer (Alex Wolff), der im Körper von Ming (Nora Lum) steckt. Unterstützt werden sie von Spencers Opa Eddie (Danny DeVito) und Kumpel Milo (Danny Glover). Flottes Sequel.

The Kindness of Strangers

Bewertung: ***

Clara (Zoe Kazan) flüchtet mit ihren beiden Söhnen vor ihrem gewalttätigen Mann nach New York. Dort lernt sie Krankenschwester Alice (Andrea Riseborough), Ex-Häftling Marc (Tahar Rahim) und Lokalbesitzer Timofey (Bill Nighy) kennen – allesamt Menschen in einer Lebenskrise. Märchenhafter Ensemblefilm über Hoffnung, Vergebung und Liebe von Lone Scherfig.

Mein Ende. Dein Anfang

Bewertung: ***

Nora liest ihrem sterbenden Freund Aron den Filmtitel von den Lippen ab. Inspiriert von Quantenmechanik-Philosophie, erzählt Mariko Minoguchi in ihrem ambitionierten Debütfilm von der Raumzeit der Romantik, ganz ohne Science-Fiction, aber mit viel vorhersehbarer Fiktion. Die Zeitebenen verschränken sich geschickt und die Chemie zwischen den Figuren stimmt.

 

Weiters im Kino

Black Christmas. Die Schwestern der Studentenverbindung Mu Kappa Epsilon werden von einem maskierten Stalker verfolgt – und wehren sich. Slasher-Remake von Sophia Takal.


Der kleine Rabe Socke. Neues Abenteuer für den Vogel mit den Ringelsocken: Dieses Mal begibt er sich mittels Schatzkarte auf die Suche.

 

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