Filme der WocheWorauf Sie verzichten und was Sie nicht versäumen dürfen

Vom Gute-Laune-Dampfer mit Songs von Udo Jürgens bis zur beklemmenden Aufarbeitung eines französischen Missbrauchsskandals. Die neuen Filme der Woche in der Kurzkritik.

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Michael Ostrowski, Heike Makatsch, Moritz Bleibtreu
Gut aufgelegte Stars: Michael Ostrowski, Heike Makatsch, Moritz Bleibtreu © UPI
 

Parasite

Bewertung: ****

Bitterböse Kapitalismus-Komödie: Bong Joon-hos Film über das Auseinanderdriften der südkoreanischen Gesellschaft
gewann 2019 die Goldene Palme in Cannes, nun kommt er ins Kino. "Parasite" . Die makellos kadrierten Bilder überlassen es der Geschichte, die Spirale dieser Farce weiterzutreiben, bis hin zu einer großen Überschwemmung und einem konsequenten Finale. Dass die Gesellschaftskritik dabei nicht plump wird, ist dem treffsicheren Witz und den durchaus liebevollen Figuren zu verdanken. Lesen Sie hier die ganze Kritik. 

Ich war noch niemals in New York

Bewertung: ***

Es dauert ein bisschen, bis der Gute-Laune-Dampfer Fahrt aufnimmt, aber dann ist er nicht mehr zu bremsen: Lisa (Heike Makatsch) kümmert sich nur um ihre TV-Show, bis ihre Mutter (Katharina Thalbach) ihr Gedächtnis verliert, im Spital aufwacht und sich nur noch erinnert, niemals in New York gewesen zu sein. Also schleicht sie sich auf die „MS Maximiliane“. Lisa und ihr Maskenbildner Fred (Michael Ostrowski) folgen ihr. Mitreißend, gut aufgelegt, charmant und mit zeitgemäßer Story lässt Regisseur Philipp Stölzl Stars von Uwe Ochsenknecht bis Moritz Bleibtreu zu 20 Hits von Udo Jürgens bis zum Happy End tanzen, spielen und singen. Nicht alle beherrschen das – das steigert das Charmepotenzial. Mehr zur Geschichte vom Musicalfilm.

 

Maleficent 2

Bewertung: ***

„Es war einmal ... oder zweimal, wenn du dich an die Geschichte erinnerst.“ Disney setzt „Maleficent 2“ mit Selbstironie fort. Dornröschen alias Aurora soll heiraten. Patentante Maleficent wird betrogen, nicht alle sind auf Versöhnung aus. Familienaufstellung im Märchenschloss wird’s aber keine; die Filmemacher entwickeln „Maleficent 2“ in Richtung Fantasy-Action weiter, samt epischer Schlacht mit 3D-Luftkämpfen. Die entscheidenden Figuren sind weiblich: Angelina Jolie als herrlich ambivalente Zauberin, Elle Fanning als lebendige Aurora, Michelle Pfeiffer als Königin Ingrith. Das bescherte schon „Maleficent“ Lob für seine feministische Neudeutung und wird als knallbuntes Attraktionskino souverän fortgeführt.

 

Gelobt sei Gott

Bewertung: ****

„Die Wunde wird mit Gottes Hilfe heilen“, heißt es einmal. Noch beklemmender ist die Tatsache: Sätze wie diese stammen größtenteils aus echten Dialogen und Briefen. Regisseur François Ozon beleuchtet einen tatsächlichen Missbrauchsskandal in Lyon und erzählt über eine schleppende innerkirchliche Verdrängung und das llebenslange Leid der Opfer. Die Oberen hören zu, verstehen, aber handeln nicht.

The Whale and the Raven

Bewertung: ****

Jedes Jahr kehren Orcas und Buckelwale an die Küste von Hartley Bay in Kanada zurück, um ihre Kälber großzuziehen. Dort erforschen Janie und Hermann seit Jahren Empathie und Intelligenz der Tiere. Eine ruhige Doku, die das Zusammenspiel aus Natur, Tier und Mensch in starken Luft- und Unterwasseraufnahmen einfängt.

Weiters im Kino

The King. Ab morgen in ausgewählten Kinos, ab 1. November dann auf Netflix: Heinrich
(Timothée Chalamet) ist eigentlich ein sorgenloser Prinz, der sein Leben genießt, bis sein Vater König Heinrich IV. stirbt. Sehnsüchtig erwarteter Netflix-Historienfilm mit Joel Edgerton und Robert Pattinson.


M. C. Escher – Reise in die Unendlichkeit. Robin Lutz setzt dem 1972 verstorbenen niederländischen Grafiker und Maler M. C. Escher ein filmisches Denkmal.


Lino – ein voll verkatertes Abenteuer. Lino ist ein Pechvogel. Daran ändert auch nichts, dass er mit Katzenkostüm einen Job als Animateur antritt. Verzweifelt wendet er sich an einen Magier. Herzliches Animationsabenteuer.

 

 

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