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"Weiße Männer" und MachtMartin Gasser: "Erstaunlich ist die Emp­find­lich­keit, mit der 'alte, weiße Männer' reagieren"

„Alte, weiße Männer“ sehen sich als Feindbild auserkoren, Befürworter von neuen Formen literarischer Übersetzung werden zu Rassisten erklärt, Cancel Culture, politische Korrektheit und Binnen-I zu den großen Bedrohungen der Gegenwart stilisiert: Doch mit solchen Behauptungen diskutiert man am Wesentlichen vorbei.

 

Niemand ist vor Diskriminierung sicher. Zumindest die Altersdiskriminierung ist etwas, was die meisten von uns schon einmal erlebt haben oder noch erleben werden. Es gibt aber noch gesellschaftliche Positionen, die ein – zumindest weitgehend – diskriminierungsfreies, privilegiertes Leben ermöglichen. Wer eine helle Hautfarbe hat und heterosexueller Mann ist, muss sich vergleichsweise am wenigsten Sorgen machen. Er könnte selbstverständlich in ökonomischer Hinsicht bedroht sein, während für Frauen, Homosexuelle, Transpersonen und Menschen mit dunklerer Hautfarbe noch weiteres Ungemach in Gestalt von Rassismus, Sexismus und Homophobie dazukommt. Viele Emanzipationsbewegungen der letzten Jahrhunderte haben letztlich gegen solche Diskriminierungen opponiert und eine Gleichstellung mit den Privilegien von „weißen Männern“ verlangt.

Kommentare (4)
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Hildegard11
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Genau die Forderung nach Toleranz und Umdenken...

....wird durch die eigene kategorische Intoleranz der Kritiker so unglaubwürdig.

Ifrogmi
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Ich könnte...

... ihnen jetzt einen Roman darüber schreiben, was meine Nachbarin mit mir und meiner Familie seit 20 Jahren aufgeführt hat und aufführt.
Das leben ist zu einem vegetieren verkommen, die gewonnenen Prozesse geben dir dein Vertrauen und lachen nicht zurück, das kann auch kein Therapeut löschen, man lebt damit wie mit Krebs.
Solche Frauen zerstören dein Leben, schädigen deine Familie und geniessen das in vollen zügen.
Also erzählen sie mir nicht, dass ich privilegiert wäre.
Sie haben genau null Ahnung.
Leidensgenossen gibt es genug.

der alte M.
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Interessant,

erzählen Sie uns genaueres davon.

menatwork
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Man darf schon anmerken, daß der Begriff "alte weiße Männer"

ein gerüttelt Maß an Diskriminierung nicht nur der Männer, sondern auch Rassen- und Altersdiskriminierung enthält und jene die ihn als Kampfbegriff verwenden ein bisschen unreflektiert bei der Formulierung ihres Theoriegebäudes vorgegangen sind.

Es gibt konkrete Verantwortliche mit konkreten Interessen und diese haben auch Namen, die man benennen könnte.
Die Mehrheit dieser Protagonisten mögen "alte, weiße Männer" sein, aber beileibe nicht die Mehrheit der alten weißen Männer sind Teil des Problems.

Man könnte diesen shitstorm-optimierten Begriff sogar als zeitraubende Ablenkung vom eigentlichen Problem - der auf Ausbeutung des Menschen durch den Menschen basierenden Wirtschaftsordnung - auffassen.

Wird sich halt ein bisserl aufgeregt, am Ende ändert sich durch diese Art der Aufregung nichts.