KoralmbahnÜberhört die Politik das Problem Bahnlärm?

Experten und Politiker diskutieren über Lösungswege aus der Bahnlärm-Misere auf der Strecke quer durch den Kärntner Zentralraum.

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Seit Jahren wird entlang der Eisenbahnstrecke von Klagenfurt nach Villach darüber gestritten, wie man der wachsenden Lärmbelastung Herr werden könnte. Vorschläge gab es viele, konkrete Lösungen bislang keine. Überhört die Politik gar das Problem des Bahnlärms? Und ignoriert die ÖBB die Sorgen der Anrainer? 

Kommentare (19)
Zirkus123
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Die Aussage seitens des ÖBB-Vertreters

dass eine Einhausung keinen Sinn macht ist vollkommener wahnwitzig.
Der Lärm soll bleiben damit die Leute aus dem Fenster sehen können ist eine Frechheit.
Auch die Kosten von Errichtung und Erhaltung sowie der Bodenverbrauch einer neuen Trasse sind ein Wahnsinn. Der Lärm der Güterzüge würde nur verlegt werden, jener der Personenzüge würde bleiben. Damit haben einfach nur mehr Menschen einen Lärm vor der Türe.
Und das alles nur damit jemand aus dem Fenster sehen kann??? Gehts noch?

Das Problem ist auch, dass nach dem Ausbau der Koralm unglaublich viele personelle Resourcen bei der ÖBB frei werden und diese natürlich versucht durch neue Großprojekte ihre Leute weiter mit Arbeit zu versorgen, aber dass kann kein Grund für eine komplett Irre weitere Trasse mit zusätzlichen Lärm sein.

umo10
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Es stimmt die Bahn war zuerst da

Aber das hilft nix. Die Zukunft der Logistik beinhaltet auch die Bahn. Man muss sich nur die Waferproduktion bei Infineon anschauen, dann weiß man, dass Schienen und Bahnhöfe das Herzstück der Logistik sind. Erst danach kommt die Individualverteilung und das alles IT-gesteuert: Bahn-LKW-Shopzentrale-Shop.com 4.0

Horstreinhard
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Bahnlärm darf laut Gesetz höher sein als Strassenlärm

Das ist nicht einzusehen - es gehören die selben Lärmgrenzen eingehalten!

steph1969
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Das ist absolut legitim

Weil erstens ist die Bahn grundsätzlich wichtiger, zweitens ist sie nicht konstant da wie die Straße, sondern nur immer wieder. Selbst wenn der Verkehr zunimmt, sind es doch immer nur 20 Sekunden Lärm innerhalb von 3-5 Minuten.

ulrichsberg2
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Überlaute Lastzüge, die rauben das gesunde Durchschlafen.

Und dass auch in Klagenfurt, auf der ÖBB Doppelstrecke Wien Klagenfurt, Klagenfurt Wien.
Bitte auch diese Lärmplage, bei der heutigen Diskussion zur Sprache bringen.
Danke im Voraus.

RonaldMessics
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Komisch...

...der GTI und Harley-Lärm ist für die meisten kaum ein Thema.

dude
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Ich würde so sagen, Ronald,

... dass der abartige Motor-Tourismus (egal welcher Marke) für die meisten Kärntner ein gewaltiges Thema darstellt! Nur nicht für die Hand voll Leute, die damit groß verdienen! Aber die sind leider maßgeblich!

onyx
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Anrainer?

Mich würde in diesem Zusammenhang die Definition des Wortes "Anrainer" interessieren und wie viele es von diesen gibt. Denn fährt man den Radweg entlang, welcher direkt neben den Gleisen verläuft, sieht man viele Häuser, die von außen betrachtet so aussehen als würde dort niemand dauerhaft wohnen -> ergo nur Zweitwohnsitze oder Urlaubswohnungen zu sein scheinen.

eston
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Bahn ist schon so lange da,

dass eigentlich ALLE zur Bahn - und das deswegen meist billig - dazugebaut haben.

joektn
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Genau

Seit 1864 gibt es dort die Bahn. Jedes Haus was heute steht wurde also deutlich später in vollem Bewusstsein dort gebaut. Schaut man sich alte Fotos an aus den 1950er Jahren, war damals neben der Bahn quasi nichts außer Wald und Wiesen.

dude
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Lieber Joe!

Ich hab's Ihnen schon mehrmals geschrieben. Es ist unbestritten, dass vor der Errichtung der k&k Südbahnlinie im 19. Jahrhundert noch nicht so viele Häuser wie heute da waren. Aber diese Bahntrasse wurde damals errichtet um die Wiener Gesellschaft unbeschwerlicher nach Triest und an die Adria zu bringen. Damals war noch nicht von mehr als 100 täglichen und tausende Tonnen schweren Güterzügen die Rede! Genau für diese gilt es, eine adäquate Infrastruktur zu schaffen. Nicht mehr und nicht weniger.
Stellen Sie sich eine Straßeninfrastruktur aus dem Jahre 1860 vor und dazu das Verkehrsaufkommen und die 38-Tonner auf unseren heutigen Autobahnen...

ebner333
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Substanzlose Jammerei

Sind sie allen Ernstes so naiv,und sind davon ausgegangen,dass das Verkehrsaufkommen auf der Schiene gleich bleibt,wie vor 50 -100 Jahren?
Oder wie erklären sie ihre Ausführungen?

Wenn die Einwohnerzahl stetig steigt,die Industrie immer mehr wächst und die Gesellschaft immer mehr Richtung Konsumwahn rückt,ist es doch vollkommen logisch dass dies die Konsequenz daraus ist.

Einerseits wird bei jeder Gelegenheit geschrien :" Warum verlangert man das nicht alles auf die Schiene ,das Verkehrsaufkommen ist viel zu hoch"...
Baut man die Schieneninfrastruktur dann aus,kommen sofort die ersten Spezialisten aus ihren Löchern gekrochen,und regen sie wegen des Lärms auf...

Also leben sie gefälligst damit oder ziehen sie weg,aber verschonen sie ihre Mitmenschen mit ihrer armseeligen und peinlichen Jammerei.

dude
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Arbeiten Sie bei der ÖBB-Infra, lieber Ebner?

Anders kann ich mir Ihren persönlichen, unhöflichen und beleidigenden Angriff nicht erklären!

Genau weil ich weiß, dass das Verkehrsaufkommen immer größer wird, gilt es dafür eine adäquate Infrastruktur zu schaffen. Das ist alles! Nicht mehr und nicht weniger! Und dass die bestehende Bahninfrastruktur zwischen Klagenfurt und Fürnitz nicht für 150 oder mehr tägliche Güterzüge geeignet ist, liegt auf der Hand! Ebenso liegt es auf der Hand, wie Sie richtig schreiben, dass der Gütertransit von der Straße auf die Schiene muss! Daher wird der Bahngüterverkehr weiter wachsen! Und dies alles auf einer Strecke, auf der der S-Bahn-Verkehr ebenfalls - hoffentlich - weiter ausgebaut wird!

In diesem Punkt gebe ich dem Herrn Verkehrslandesrat uneingeschränkt recht, dass langfristig an einer Güterumfahrungstrasse für den Kärntner Zentralraum kein Weg vorbeiführen wird!

joektn
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Die Ausrede zählt nicht

Die Bahn war nunmal zuerst da und wer neben Gleisen baut muss damit rechnen dass dort auch was fährt. Die Koralmbahn ist seit den 1970er im Gespräch. Trotzdem wird entlang den Gleisen gebaut wie blöd. Zuerst billig neben den Gleisen bauen und sich dann beklagen dass dann dort tatsächlich was fährt. Das Spiel kennt man ja bereits. Zudem wurden die Züge immer leiser über die Jahre… Dampfloks, ungefederte Waggons usw gibt es so gut wie gar nicht mehr.

dude
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In meinem Posting war keine einzige "Ausrede", lieber Joe!

Ich habe es immer außer Streit gestellt, dass die Bahn zuerst da war. Und dass im 19. Jahrhundert, als die Trasse gebaut wurde, ein anderes "Verkehrsaufkommen" herrschte, nehmen Sie leider nicht zur Kenntnis! Ebenso wenig, dass diese alte Trasse, die quer durch die Innenstädte verläuft, sukzessive zu einer Güter-Hochleistungsstrecke ("Neue Seidenstraße") ausgebaut wird. Die Schienen wurden erneuert, aber die Trasse blieb!

@ Lärm: Die S-Bahn ist super leise! Viele Railjets sind auch nicht störend. Aber bitte setzen Sie sich einmal gemütlich an den Friedelstrand und "genießen" Sie die Güterzüge, die neben 95 dB auch ein kleines Erdbeben verursachen!

joektn
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Ich genieße die Güterzüge als Anrainer

Und zwar weil jeder Güterzug hunderte LKWs auf der Straße ersetzt. Da hab ich lieber 30 Sekunden mal einen Zug der vorbei fährt als das permanente Brummen auf der Straße.

joektn
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Gut

Was ist dann mit der Autobahn? Die wurde deutlich später gebaut und da schreit interessanterweise niemand.

dude
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Haben Sie nicht mitbekommen´, lieber Joe,

... wie sehr die Wogen um die Autobahn im Kärntner Zentralraum im vergangenen Jahrzehnt hochgegangen sind? Mehrmals waren Tempo 100/60 in Diskussion, was vor 4 Jahren beinahe eine Revolte im Land ausgelöst hätte! Für September 2017 wurde die Temporeduktion bereits von führenden Landesbeamten angekündigt, weil es vernichtende Lärm- und Schadstoffgutachten gab. Politisch war dies alles nicht durchsetzbar und daher blieb alles beim Alten.
Dass niemand schreit, stimmt definitiv nicht!

armbruster
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Zur Autobahn-Nordumfahrung

hatte es große Proteste gegeben und das Versprechen dazu, dass man nix hören wird. Leider hat sich der Verkehr in den letzten 30 Jahren auch dort verändert.
Am besten wegziehen, da sich
die asfinag auf das dB-Märchen bezieht.