Für vergessenen Ausweis95.250 Euro Bußgeld: Was hinter Finnlands exorbitant hohen Strafen steckt

Unlängst sollte ein Finne wegen eines vergessenen Ausweises 95.250 Euro Bußgeld zahlen. Wie es zu diesem Strafmaß kam und warum das finnische Modell auch für Österreich interessant wäre.

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Finnish Passport
Wichtig, bei Auslandsreisen dabei zu haben: der finnische Reisepass. © (c) Juha Sompinmäki - stock.adobe.c
 

Den Reisepass zu vergessen ist zwar ärgerlich, doch in der Europäischen Union in den meisten Fällen kein größeres Problem. Für Finnen jedoch ist das Mitführen eines Reisepasses oder Personalausweises bei Auslandsreisen Pflicht - auch innerhalb der EU. Vergisst man ein entsprechendes Ausweisdokument, macht man sich einer Straftat schuldig, was auch mit einer Geldstrafe geahndet wird. Das Besondere im "Land der tausend Seen": Die Bußgelder werden nach einkommensabhängigen Tagessätzen bemessen und können sich insgesamt auf 20 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens belaufen.

Kommentare (11)
livius
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"Grundsatz der Verhältnismäßigkeit der Strafe"

Und wie ist das dann bei der Studentin, die kein Einkommen hat und mit Mamas Porsche viel zu schnell rast?

Baerli6
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Studenten

Dann wird es halt die Mama zahlen, die hat ja e das Geld wenn sie sich einen Porsche leisten kann,

Ifrogmi
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klingt aufs erste gut ...

... ist es aber nicht.
eine junge familie baut sich z.b. gerade etwas auf und hat sich dem einkommen entsprechend relativ hoch verschuldet. diese familie wird durch so eine strafbemessung ruiniert. der gleich gut verdienende chiller, der sich in eine gemeindewohnung setzt und schuldenfrei nur konsumiert, der ärgert sich halt grob und zahlt das.
die einen haben kinder und danach ist's unterm christbaum leerer als gewollt, der kinderlose ärgert sich grob und zahlt das.
usw., usw.
dumme idee.

cherichera1
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Was heißt ruiniert?

Man braucht sich nur an die gegebenen Vorschriften halten.

Smusmu
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Bußgeld

Ein Bußgeld soll für den betreffenden spürbar sein. Sollte auch bei uns eingeführt werden.

wollanig
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Auch in Österreich

ist das Mitführen eines Reisedokuments bei Ein- und Ausreise Pflicht und strafbar. Klarerweise aber nicht mit so hohen Strafen bedroht.

madermax
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Und der Mensch wird dadurch noch Gläserner…

Die Polizei, die BH, die Behörden, die Richter… jeder weiß auf dem Cent genau was ich verdiene, wo ich arbeite, welche Einkünfte ich habe… da man sonst die Strafe nicht bemessen könnte. Ne, Danke…

UHBP
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@ma..

Das wissen sie jetzt auch schon. Als das ist kein gutes Argument.

Carlo62
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Der VCÖ…

…kommt in der Wichtigkeit gleich nach dem Pfeifenstiererverein Ottakring und noch vor dem Tramwaykartensammelverein Simmering. Ein Verein in dem Willi‘s Wille geschehe!

Jamestiberius
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Worauf...

...gründet Ihr bemerkenswerter Befund faktisch genau?

Carlo62
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@James

Der VCÖ wurde 1988 von Willi Nowak gegründet. Der einzige Präsident dieses Vereins bisher ist und war Herr Nowak. Sein Wille geschieht, heute und immerdar. Der Verein, der mangels Gemeinnützigkeit eigentlich gar keiner sein dürfte, wird mit Geldern aus der öffentlichen Hand sowie durch Sponsoren (Firmen, Institutionen, politische Parteien) finanziert und liefert dafür „Studien“, deren Ergebnisse vorher definiert werden. Herr Nowak ist studierter Geologe und hat ausbildungsmäßig mit Verkehr nichts zu tun. Genügt das?