Ladesäulen für E-AutosImmer öfter wird nach Kilowattstunden abgerechnet

Öffentliche Stromtankstellen in Österreich sollen bis 2028 auf eine Abrechnung nach Kilowattstunden umgestellt werden. Warum die Komponente Zeit aber dennoch ein Faktor bleiben wird.

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Das Auftanken von E-Autos mit Strom wird an öffentlichen Ladestationen immer häufiger mit Kilowattstunden-Tarifen anstelle reiner Zeittarife möglich. Schrittweise werden die Stromtankstellen bis 2028 umgestellt - es sind noch eichrechtliche Fragen zu klären, so Andreas Reinhardt, Vorsitzender beim Bundesverband Elektromobilität Österreich (BEÖ).

Die elf BEÖ-Mitglieder, kommunale oder Landesenergieversorger, betreiben zwei Drittel der rund 9500 öffentlichen Ladepunkte, nämlich 6200, die von den Kunden vertraglich auch wechselseitig genutzt werden können. Dieses Netz an Stromtankstellen wächst ziemlich parallel mit dem Bestand an Elektroautos, so Reinhardt. Derzeit seien es 7,3 E-Autos pro öffentlicher Ladestelle. Österreich liege beim Hochfahren des Marktes etwa sieben Jahre hinter Norwegen, dem Land mit dem höchsten Wasserkraftstrom-Anteil in Europa.

Zulassungen Jänner bis Oktober 2021: Das sind die meistverkauften Elektroautos 2021

Platz 10

Der BMW i3 verbucht einen Absatz von 718 Exemplaren. Das macht Platz 10 und ein Plus von 33,5 Prozent.

BMW

Platz 9

Von der vollelektrischen Variante des Kia Niro wurden heuer bisher 878 Stück abgesetzt. Damit stromert der Koreaner auf Platz 9 und fährt ein Minus von 1,3 Prozent ein.

KIA

Platz 8

912 verkaufte Stück bringen dem elektrischen Seat Mii den achten Rang. Das macht ein Plus von 235,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

SEAT

Platz 7

Auf Platz 7 arbeitet sich der Audi e-tron vor, von dem heuer bisher 1129 Stück verkauft wurden. Das bedeutet ein Plus von 112,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

AUDI

Platz 6

Ein Neueinsteiger findet sich auf Platz 6: 1278 Exemplare des neuen, elektrischen Fiat 500 wurden heuer bereits verkauft.

FIAT

Platz 5

1572 Fans hat der Renault Zoe gefunden. Damit holt sich die kleine Französin den fünften Rang und ein Minus von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

RENAULT

Platz 4

Mit 1988 verkauften Stück parkt der Skoda Enyaq als Neueinsteiger auf dem vierten Platz.

SKODA AUTO

Platz 3

Platz 3 geht an einen Neueinsteiger: Das elektrische SUV VW ID.4 hat heuer bislang 2181 Kunden gefunden.

VOLKSWAGEN

Platz 2

Der VW ID.3 stromert auf den zweiten Platz: Er bringt es auf 2678 Verkäufe. Das macht ein Plus von 492,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

VOLKSWAGEN

Platz 1

Teslas Model 3 bringt es auf 3149 Verkäufe, damit liegt das meistverkaufte Elektroauto 2020 auf Platz 1. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum macht das ein Plus von 56,4 Prozent.

TESLA
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Den Wunsch von E-Auto-Fahrern und -Fahrerinnen nach einer Abrechnung nach Leistung, also nach kWh, versteht man: "Es gibt ein klares Bekenntnis der BEÖ-Mitglieder, dass wir den Kundenwunsch nach kWh-Abrechnungen unterstützen wollen." Ein völliges Abgehen von einer Zeitkomponente hält man nicht für zielführend, weil dann mehr als heute Stromtankstellen als Parkmöglichkeit verwendet werden könnten. "Da fliegt dann jemand für mehrere Tage ins Ausland, stellt sein Auto am Flughafen bei einer E-Ladestation ab und spart sich 120 Euro Parkgebühr", so das Argument.

Die neuen Geräte, die beim Ausbau des Netzes installiert werden, seien technisch gesehen alle eichrechtskonform - für die alten, die man nicht sofort über Bord werfen möchte, sondern erst zur zehnjährigen Abschreibungsdauer, spreche man mit dem Wirtschaftsministerium und dem Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen über eine Lösung. Denn bis dato seien von den BEÖ-Mitgliedern seit 2016/17 rund 150 Millionen Euro in den Aufbau des Netzes investiert worden.

E-Autos in Österreich

Ende Oktober gab es in Österreich 70.184 reine E-Autos, rund 1,4 Prozent des Pkw-Bestands. Ende 2020 waren es erst knapp 44.500, gut doppelt so viele wie im Jahr 2018. Ein erheblicher Teil der E-Auto-Neuzulassungen entfällt auf Firmenwagen oder Kfz von Gebietskörperschaften.

Dass die Tarife selbst intransparent seien, wie dies Arbeiterkammer (AK), Autofahrerklubs oder der Energieregulator E-Control kritisiert haben, sieht der BEÖ-Vorsitzende nicht. Für die meisten E-Mobilisten sei der Tarif ohnedies klar, weil 90 Prozent und mehr daheim oder am Firmenparkplatz laden würden. Und bei dem kleinen Teil der Kunden, etwa ein Zehntel, die "öffentlich" tanken, habe wiederum nur ein geringer Teil keinen Vertrag mit einem Stromanbieter.

Wenn man mit einer Ladekarte bei einer der rund 6200 BEÖ-Ladepunkte Strom beziehe, wisse man im Verhältnis zu Benzin ziemlich genau, was ein Ladevorgang koste. Zudem blieben bei E-Abos die Stromkosten relativ konstant - bei der Linz AG etwa, bei der Reinhardt tätig ist, seien die Preise über die letzten drei Jahre konstant geblieben. "Das heißt sie wussten schon 2017, was sie 2020 bei einem 11-kW- oder einem 22-kW-Anschluss im Jahr 2020 bezahlen müssen."

Die Fragestellung der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) bei ihrer vor kurzem angekündigten Untersuchung der E-Ladestationen-Branche, ob hier der Wettbewerb funktioniere, hält Reinhardt für "sehr berechtigt". "Wir sehen es als positiv, dass die BWB eine Branchenuntersuchung macht, das ist sinnvoll." Man könne tatsächlich eine sehr große Vielfalt und Bandbreite an Angeboten sehen. Manche würden den Fokus auf Hauptverkehrsrouten oder Abo-Systeme legen oder Preise nach anderen Gesichtspunkten wie etwa der Frequenz festlegen. Es gebe aber auch einige Gratisofferten: "Bei Lidl in Linz ist die E-Tankstelle immer zugeparkt", berichtet Reinhardt aus eigener Beobachtung.

Dass die Preise fürs Stromtanken vielfach stark auseinander klaffen, sei aber wohl auch "ein Indiz für einen entstehenden Markt", meint der BEÖ-Vertreter. Viele würden auf diesen Markt aufspringen, da bestehe natürlich die Gefahr, dass der Kunde etwas auf der Strecke bleibe. Reinhardt: "Wir unterstützen eine solche Branchenuntersuchung durch die BWB."

Bewegung ortet Reinhardt mittlerweile bei Wohnbauträgern, die bereit sind, ihren Wohnhäuserbestand mit E-Ladestationen nachzurüsten und diese nicht nur im Neubau vorsehen. Das sei nämlich "ein entscheidender Punkt für den Erfolg der Elektromobilität, weil nur ein Teil der Österreicher die Verfügung über die eigene Garage hat". Man komme jetzt in eine Marktphase, bei der es auch Richtung Mietwohnungsbestand in die Breite gehen könne.

Ein von der Linz AG mit dem Wohnbauträger Neue Heimat in der oberösterreichischen Landeshauptstadt von 2019 bis 2021 umgesetztes Projekt mit dem Namen "UrCharge" habe gezeigt, dass eine Nachrüstung technisch einfach sei - der Hausbestand dort sei elf Jahre alt. Die Teilnehmer hätten sich nicht gegenseitig den Strom ausgeknipst und trotz eingebautem Lastmanagement nichts von einer über die Nacht verteilten Leistung bemerkt. Die Mieter in 106 Wohnungen hätten für die Testphase von sechs Monaten 51 E-Autos erhalten, dafür aber ihren Benziner oder Diesel während dieser Zeit stehen lassen müssen.

Wien Energie, Energie Steiermark oder Energie Graz seien bereits mit Angeboten an Wohnbaugesellschaften herangetreten. "Auch auf uns kommen Wohnbauträger zu und wollen sich so etwas überlegen. Eine E-mobilitätsfitte Garage bereitzustellen ist ein Gebot der Zeit und ist nicht mit exorbitanten Kosten verbunden", betont Reinhardt. In rund der Hälfte der Fälle müssten bei einem nachträglichen Einbau nicht einmal die Hausanschlüsse verstärkt werden.

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Danke für Ihr Verständnis.

yzwl
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Wenn

genug von diesen E-Fahrzeugen verkauft sind, werden die Stromkosten explodieren, die Stromtankstellen müssen schließlich von jemanden bezahlt werden. Und auch die Versicherungsprämien werden steigen, weil auch die brennenden E-Autos müssen entsorgt werden als Sondermüll.

Stratusin
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Klingt logisch!

Je mehr man von etwas produziert umso teurer wird es werden. Darum sind auch Einzelanfertigungen immer billiger als Massenware! Oder? Ja man wird alles größer Dimensionieren müssen. Aber das meiste ist schon vorhanden von der Infrastruktur. Was genau meinen Sie mit Sondermüll. Die Karosserie, die Kabeln, die Elektromotoren oder die Sitze? Die Batterie ist es auf jedenfall nicht, wird sie doch als Recyclingprodukt wieder als Rohstofflieferant dienen. Und das sie nicht in den Hausmüll gehört hat sie mit vielen Autoteilen gemein. Wo entsorgen sie ihre Autoteile. Jedes Auto hat alleine genug Flüssigkeiten die man auch nicht hinter dem Haus vergraben sollte. Allein so ein Katalysator, Partikelfilter, Öle usw usw.

yzwl
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Vor

ca. 30 Jahren wurde die Elektroheizung stark beworben, und als es genug Käufer gegeben hat, wurde der Strompreis empfindlich teurer. Kein vernünftiger Mensch wird ein Elektro Auto kaufen, wenn die Batterie nur mehr 70% oder weniger Leistung hat, ist beim Smartphone das selbe, wer will schon 2X Täglich laden.

Stratusin
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Sie haben absolut Recht!

Wenn man nur noch 300 km/h mit einer Ladung kommt ist das eine Katastrophe für die Mehrheit. Bin ich mir nicht sicher ob 2 x täglich laden reicht. Schließlich fährt der Großteil täglich mindestens 200km. Das es nur 25-40km im Schnitt sind, sprich viele auch deutlich weniger, sagen ja nur die bösen falschen Statistiken.

Carlo62
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Auf 300km/h…

…komme ich nicht einmal mit meinem 6-Zylinder Diesel. Der regelt nämlich schon bei 250km/h ab. Stratu(n)sinn, Du bist oft so lustig!

Stratusin
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Sollte im heissen,

blöde T5

Carlo62
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Der nächste…

…Stratu(n)sinn!

pescador
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Wichtig wäre auch

eine einfach Bezahlmethode mit Bankomatkarte oder Kreditkarte.

Pablo63
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Was haben brennende Autos mit Lade-Tarifen zu tun?

Die Hater werden immer sonderbarer!

scionescio
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@Paulchen: alle, die keine naiven Fanatiker sind, werden von dir als Hater beschimpft ...

... das nenne ich sonderbar!

So nebenbei: wie kann man Sachen hassen?

diss
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Wenn ein E-Auto in einer Tiefgarage brennt,

brennt wahrscheinlich auf Grund der schlechten Löschbarkeit das ganze Wohnhaus darüber ab!
Da gibt es noch große Fragen zu lösen! Das Laden in Tiefgaragen ist extrem gefährlich.

yzwl
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Das

abstellen von E-Fahrzeugen wird schon von vielen Hausverwaltungen untersagt in Mehrparteien Häusern, da der Großteil der Eigentümer und Mieter dagegen sind, und genauso in Öffentlichen Tiefgaragen, wo auch Gasbetriebene Fahrzeuge verboten sind.

schadstoffarm
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Kohlenwasserstoffe

Und Akkumulatoren sind brandgefährlich. Sattelt die Pferde und spannt die schlittenhunde ein!

griesserw
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Brandgefahr

ein E-Auto brennt nicht häufiger als ein Verbrenner. Ein halbvoll getankter Benziner brennt "besser" als ein E-Auto. Diese ewigen Mythen über Tiefgaragenbrände von E-Autos. Informieren Sie sich mal bei z.B. der Berufsfeuerwehr in Klagenfurt.

scionescio
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@Griesserw: ihre Behauptungen sind faktisch falsch ...

... sowohl bezogen auf die gefahrenen Kilometer als auch auf die absolute Anzahl an Fahrzeugen ist die Wahrscheinlichkeit eines Brandes bei einem BEV deutlich höher.

Keine Ahnung, wie sie "besser" definieren: sowohl die Brandtemperatur als auch die Branddauer ist bei einem BEV deutlich höher als selbst bei einem vollgetankten Verbrenner - dazu kommt, das BEVs in Sekunden im Vollbrand stehen (und damit ein bewussloser/verletzter Fahrer kaum mehr gerettet werden kann) und Verbrenner langsamer brennen (explodieren tun sie nur in Holywood!).

Verbrenner lassen sich relativ leicht mit herkömmlichen Löschmitteln löschen (es reicht die Sauerstoffzufuhr zu unterbrechen), während für BEVs ein Tauchcontainer nötig ist, weil man an die Batterie meist ja gar nicht herankommt und nur die Wärme mit viel Wasser abführen kann, während die Batterie lustig weiterbrennt (thermal runaway) - selbst Tage später besteht noch eine große Wahrscheinlichkeit für eine neuerliche Selbstendzündung.

Da bei einem Akkubrand enorm toxische Substanzen entstehen, ist bei einem Tiefgaragenbrand die komplette Entlüftung zu sanieren - da es außerdem in den seltensten Fällen möglich ist, einen Tauchcontainer in eine Tiefgarage zu bringen, brennen die BEVs üblicherweise aus und verursachen durch die Hitze irreparable Schäden am Stahlbeton dh. die Tiefgarage muss im Extremfall abgetragen werden - aus diesem Grund gibt es in Deutschland bereits Einfahrverbote für BEVs in Tiefgaragen.

melahide
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@scion

Wenn Du sagst "brennt üblicherweise aus ...". Nenne ein Beispiel, in dem ein E-Auto in einer Tiefgarage zu brennen begann, da du diesen "üblichen Vorgang" ja irgendwo ableitest.

scionescio
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@mela: warum googelst du nicht einfach selbst und findest dutzende Beispiele ..

In Alkmaar musste sogar ein spezieller Löschroboter zum Einsatz kommen und trotzdem wurde die Tiefgarage danach abgerissen!

"Elektro Auto löst Brand in Tiefgarage in den Niederlanden aus

Beim Großbrand in einer Garage in Alkmaar (Niederlande) kam der Feuerlöschroboter LUF 60 zum Einsatz.
Aufgrund des dichten Rauchs und der Hitze konnte die Feuerwehr nicht in die Tiefgarage eindringen.

Die Hitze und der schwarze Rauch machten den Löschvorgang zu einer schwierigen Aufgabe, weshalb der Einsatz des Roboters erforderlich war. Da es im Inneren keine Sicht gibt, versuchte die Feuerwehr zunächst den Rauch mit Hilfe von Ventilatoren zu beseitigen.
Die Autos im zweiten Stock der Garage waren nicht der Ursprung des Brandes. Das Feuer schien sich in einem geschlossenen Bereich entfacht zu haben, in dem hauptsächlich Elektroautos geparkt wurden.

Den ersten Berichten zufolge habe ein Elektroauto an den Ladestationen Feuer gefangen. Gegen 9.30 Uhr konnte die Garage mit dem Löschroboter befahren werden."

mankale
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der brennt zwar nicht häufiger

ist aber wesentlich schwerer zu löschen.
das ist amtlich.
in einer tiefgarage schon gar nicht.

scionescio
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@Mankale: nach der ersten Brandkatastrope in einem Tunnel durch ein BEV ...

... wird man sich auch diese Problematik stellen müssen und sie nicht mehr unter den Tisch kehren können (gleich wie die Problematik mit dem Sondermüll Akku!).