Was Gärtner im Oktober wissen müssenHerr Ploberger, wie kann ich Chili überwintern?

Herbstzeit: Das gibt es für den Gärtner im Oktober zu tun.

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Chili-Pflanzen lassen sich überwintern
Chili-Pflanzen lassen sich überwintern © (c) Surachetsh - stock.adobe.com (surachet_shotivaranon)
 

Was tun gegen Zinnkraut?
Lernen Sie es lieben. Mit Bodenverbesserung durch Kompost und organischem Dünger kann Abhilfe geschaffen werden, auch das Aufbringen von Algenkalk hilft.

Die Apfelbäume wurden falsch geschnitten, sie haben viele Wassertriebe. Sind sie zu retten?
Freilich sind die alten Bäume zu retten, nur geht der Prozess nicht so schnell. Meine Empfehlung: Besuchen Sie unbedingt einen Schnittkurs. Auch wenn die Zweige wie Besen aussehen, versuchen Sie unterdessen fast nichts zu schneiden.

Wie kann ich Chili überwintern?
Viele Chilis lassen sich überwintern, weil sie mehrjährig sind. Das heißt aber nicht, dass sie frostfest sind. Drinnen kühl und hell stellen und vorsichtig gießen. Rückschnitt im Frühjahr.

Wann soll man Nistkästen ausputzen?
Vögel bauen immer neue Nester und somit kommt die Brut immer näher zum Flugloch. Damit können sie leichter Beute für Feinde werden. Bester Zeitpunkt: Spätsommer und zeitiges Frühjahr. Nicht zu spät im Herbst, da überwintern dann gerne Siebenschläfer oder Mäuse im Nistkasten.

Foto © (c) 994yellow - stock.adobe.com
Warum sollte man im Herbst einen anderen Rasendünger verwenden? Er ist überdies kaum zu bekommen.
Herbstrasendünger enthalten mehr Kalium, das fördert die Frostfestigkeit der Gräser. Viele Hersteller von organischen Düngern verzichten auf den Herbstdünger, sie verweisen auf generell hohe Kaligehalte in ihren Produkten.

Darf ich jetzt Oleander und Zitrone zurückschneiden? Beide sind extrem gewachsen.
Der Rückschnitt im Herbst ist immer problematisch, vor allem wenn das Winterquartier nicht optimal ist. Dann dringen über die Schnittstelle gerne Pilzerreger ein. Die Überwinterung soll kühl (Oleander sogar um die zwei Grad), eher trocken und hell sein. Zitruspflanzen mögen es auch wärmer.

Sommerflieder soll erst im Frühjahr geschnitten werden, aber der ist so stark gewachsen, dass er sicher vom Schnee abgebrochen wird. Was tun?
Besonders lange Äste kann man natürlich einkürzen, auch das Zusammenbinden des Strauchs schafft Abhilfe. Der starke, endgültige Rückschnitt auf ein Drittel erfolgt aber erst im April.

Einige Gehölze beginnen jetzt wieder zu wachsen. Wird das ein Problem?
Nein, meist bereitet das keine Schwierigkeiten. Das passiert sogar oft nach einem trockenen, heißen Sommer, in diesem Jahr in manchen Regionen eher ungewöhnlich. Empfindlichere Pflanzen mit Patentkali düngen, damit sie frostfest werden.

Ist es sinnvoll, wenn ich jetzt den Rasen noch dünge? Die Gräser sehen so dünn und schwach aus.
Ja, unbedingt, jetzt ist die richtige Zeit für eine Düngung, da der Rasen Kraft für das kommende Jahr tankt. Am besten einen organischen Herbstdünger einsetzen, dieser enthält Kali.

Sie haben kürzlich geschrieben, dass man wurzelnackte Pflanzen setzen kann. Sind die Pflanzen in Töpfen schlechter?
Sie sind genau so perfekt, aber deutlich teurer. Wer große Gärten bepflanzt, kann mit wurzelnackten Pflanzen, die in etwa vier Wochen verfügbar sind, die Kosten auf ein Zehntel reduzieren und bestes Anwachsen ohne viel Pflege bekommen.
 
Im Gemüsegarten sind grüne Käfer, die wie Wanzen aussehen. Einige Exemplare sind schwarz mit weißen Punkten. Die Früchte, auf denen sie saßen, sind ungenießbar.
Dieser Käfer ist tatsächlich eine Wanze, die Grüne Reiswanze. Sie taucht seit einigen Jahren bei uns auf und wird gerade in diesem Jahr in vielen Gärten beobachtet. Im Moment ist es für eine Bekämpfung schon zu spät. Im nächsten Jahr am besten mit einem NEEM-Präparat behandeln. Das Besprühen verhindert die Häutung und damit die Verwandlung von den schwarz-weißen zu den grünen Käfern.

Kann man jetzt noch Rasen anbauen? Unser besteht nur noch aus Klee. Wie macht man es am besten?
Um den Klee möglichst großflächig zu entfernen, sollte man die oberste Fläche abziehen, dann Rasenerde und viel Quarzsand auftragen und einfräsen (lassen!). Danach Qualitätssaatgut säen. Jetzt sind die Böden warm und das Wachstum ist stark.

Bei den Kletterrosen sind Triebe angeknabbert.
Hier ist vermutlich der Rosentriebbohrer am Werk. Es gibt zwei, einen „abwärtssteigenden“ und einen „aufwärtssteigenden“. Triebe abschneiden und schauen, ob noch ein Loch im Inneren ist. Sonst weiter zurückschneiden. Die Triebe entsorgen.

Wann kann ich den Oleander umtopfen? Ich müsste auch kräftig zurückschneiden.
Oleander wird, wie alle anderen Kübelpflanzen, im Frühling umgetopft. Der Rückschnitt sollte auch da erfolgen, weil die Schnittstellen im Winterquartier oft ein großes Problem darstellen und Pilzkrankheiten dort eindringen.

Darf ich mit dem aktuellen Gehölzschnitt und Brennnesseln das Hochbeet aufbauen?
Jeder Gehölzschnitt kann als unterste Schicht im Hochbeet verwendet werden. Aufpassen bei den Wurzeln von Pflanzen, die sich durch Ausläufer vermehren – wie die Brennnesseln. Die Pflanzen abtrocknen lassen, am besten in einen schwarzen Plastiksack stecken und einige Tage in der Sonne trocknen.

Foto © Wellnhofer Designs - stock.adobe
Soll man schon im Herbst Karotten säen?
Ja, allerdings darf das nicht zu früh erfolgen. Am besten im späten November nach den ersten leichten Nachtfrösten. Beete sollten schon vorbereitet sein. Die Samen bleiben in der Erde liegen und keimen von selbst zum idealen Zeitpunkt.
Foto © Stefan Körber - stock.adobe.com

Was jetzt im Garten und auf dem Balkon zu tun ist:

  • Der Spätherbst lässt es jetzt kräftig rascheln – der Laubfall steuert schon auf den Höhepunkt zu.

  • Nach wie vor gilt: Nicht alles Laub entfernen, unter den Bäumen und Sträuchern (wo kein Rasen wächst) bleibt es liegen und wird nur dünn mit Kompost bedeckt, damit es nicht der nächste Windstoß wieder verbläst. Eventuell vorher noch mit dem Rasenmäher klein häckseln.

  • Rasen düngen: Wer den Rasen noch nicht mit Herbstdünger (organisch) gedüngt hat, kann an schönen Tagen nach wie vor die Wiese mit wichtigen Nährstoffen versorgen.

  • Kompost verteilen: Bei den Beeren, Rosen und den Obstbäumen aufbringen. Im Gemüsegarten wird er aber erst im Frühjahr auf die Beete aufgetragen.

  • Gießen. Herrscht anhaltende Trockenheit, werden die immergrünen Gewächse ausreichend gewässert.

  • Vorsorge. Die Samenstände von verblühten Stauden, Sommerblumen und Rosen stehen lassen, sie sind willkommenes Winterfutter für unsere Vögel und für manches Getier Winterquartier.

  • Unkraut. Trockene Tage nutzen, um Unkräuter zu entfernen. Gerade jetzt lassen sich beim generellen Bodenlockern die lästigen Wurzelunkräuter wie Giersch, Quecke oder die Winde leicht ausreißen.

  • Rasenmäher reinigen: Wer das Gerät jetzt zum Service bringt, hat im Frühjahr gleich einen startklaren Mäher mit scharfer Klinge.

  • Kompost kann jetzt im ganzen Garten verteilt werden: unter Beerensträuchern, auf Obstbaumscheiben und auf den Beeten, die mit Blumenzwiebeln bepflanzt wurden. Im Gemüsegarten die Beete immer erst im Frühjahr mit dem frischen Humus versorgen.

  • Rasenflächen können nach wie vor gedüngt werden. Aussäen ist noch möglich, aber es ist allerhöchste Zeit, denn es wird bereits deutlich kälter.

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