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Völlig überraschend in Runde einsHistorischer Abschluss bringt Metallern 1,45 Prozent mehr Lohn

Eigentlich waren für heute nur die Forderungsübergabe und die erste Verhandlung geplant: Jetzt aber vermelden die Metaller bereits einen Abschluss bei der Lohnverhandlung. Das Lohnplus liegt bei 1,45 Prozent, empfohlen wird auch eine "Corona-Prämie".

© (c) maxhalanski - Fotolia
 

Am heutigen Donnerstag startete die Herbstlohnrunde bei den Metallern. Und diese endete zugleich mit einer großen Überraschung.

"Corona hat uns völlig durcheinandergebeutelt", sagt Arbeitnehmer-Chefverhandler Rainer Wimmer am Beginn einer Pressekonferenz um 12 Uhr. Um dann schon im zweiten Satz plötzlich zu ergänzen: "Ich darf berichten, es gibt einen Abschluss". Und zwar mit dem Fachverband der Metalltechnischen Industrie, der zugleich mit knapp 120.000 Arbeitnehmern der größte und wichtigste Verband bei den Metallern ist.

Man habe einen Abschluss "in Höhe von 1,45 Prozent" erreicht, sagt Wimmer. Zudem soll es eine Empfehlung geben, eine einmalige "Corona-Prämie in Höhe von 150 Euro" auszusprechen. Erhöht werden die Ist- und KV-Löhne sowie -Gehälter bereits ab November. Die Arbeitgeber sollen zuvor eine einmalige Prämie in Höhe von 550 Euro geboten haben. Die Gewerkschaft wollte aber keine Einmalprämie und forderte eine "nachhaltige" Erhöhung der Löhne und Gehälter.

Bei Zeitkonten können Arbeitnehmer in der Metalltechnischen Industrie befristet bis Ende 2023 nun anstatt 120 insgesamt 180 Minusstunden ansammeln.

Der FMTI wollte wegen der Coronakrise die KV-Verhandlungen im Vorfeld eigentlich auf 2021 verschieben, die Gewerkschaft war aber strikt dagegen. Der Abschluss im Metaller-KV gilt als richtungsweisend für die Verhandlungen in anderen Branchen.

Arbeitgeber mit Abschluss zufrieden

Jetzt zeigen sich die Arbeitgeber mit dem historisch schnellen Abschluss zufrieden. "Es war sehr wichtig, einen sehr raschen Abschluss zu erreichen", sagte der Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie (FMTI), Christian Knill.

Man habe nicht eine große Unruhe durch lange Kollektivvertragsverhandlungen in die Unternehmen bringen wollen, so Knill. Mit der Erhöhung der Ist- und KV-Löhne sowie -Gehälter ab November um 1,45 Prozent wird die Inflationsrate aus den vergangenen 12 Monaten exakt abgegolten. Auch die Lehrlingsentschädigungen und fast alle Zulagen werden um diesen Prozentsatz erhöht.

Plus lag im Vorjahr zwischen 2,6 und 2,8 Prozent

Für Betriebe, denen es wirtschaftlich besser geht, empfiehlt der Fachverband tatsächlich eine steuerbefreite Coronaprämie von bis zu 150 Euro. Die Lohn- und Gehaltserhöhung und die Prämie ist "eine Anerkennung für unsere Mitarbeiter", sagte Arbeitgebervertreter Knill. "Gerade in schwierigen Zeiten muss man zusammenstehen." Der schnelle Abschluss würde den Unternehmen "Planungssicherheit und Ruhe" bringen. Die Metalltechnische Industrie erwartet aufgrund der Coronakrise heuer einen Umsatzeinbruch von rund 20 Prozent.

Im Vorjahr einigten sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter nach fünf Runden auf eine gestaffelte Lohn- und Gehaltserhöhung zwischen 2,6 Prozent und 2,8 Prozent.

Kommentare (20)

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dieRealität2020
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na also, es geht doch

es sind für Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Wirtschaftsgefüge derzeit "schwere" Zeiten, eine gemeinschaftliche Lösung war für beide Parteien sicherlich nicht optimalste Lösung, aber eine "vernuftbegabte" Lösung, der man Respekt und Achtung entgegenbringen kann. Bei einen einmaligen Zuschuss wird man sehen, ob er sich für jedes Unternehmen rechnen kann.

Mezgolits
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Historischer Abschluss bringt Metallern 1,45 Prozent mehr Lohn

Vielen Dank - ich meine: 1,45 % ist nicht viel - aber je mehr - umso mehr
machen sich die Beschäftigten selbst immer unattraktiver und ab 19:00
auf ORF B + ab 22:00 Uhr auf ORF ZIB 2 gibt es heute (24.09) 2 Fernseh-
berichte mit mir. Erstantragsteller Mezgolits

kropfrob
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Ich bin neugierig, ob ...

... da der Finanzminister auch mitspielen wird. Die steuerfreie Corona-Prämie kann nur damit begründet werden, dass Arbeitnehmer während und nach dem Lockdown besonders gefährdet oder beansprucht waren - aber nicht damit, dass es "dem Betrieb wirtschaftlich besser geht".

Shatiel
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Falsch

Die FAQs des BMFs antworten auf

"In Kollektivverträgen werden derzeit Regelungen getroffen, Corona-Prämien an Arbeitnehmer im Kalenderjahr 2020 zusätzlich zur prozentuellen Erhöhung der Löhne und Gehälter zu zahlen. Fallen derartige generelle Prämien, die aufgrund von kollektivvertraglichen Verpflichtungen bezahlt werden unter die Bestimmung des § 124b Z 350 lit. a EStG 1988? Inhalt zuklappen"
Ja, diese Prämien fallen unter die Steuerbefreiung.

Ich bezweifle zwar, dass die Empfehlung jetzt einer KV-Verpflichtung gleichkommt, aber die Aussage, dass die steuerfreie Corona-Prämie nur mit dem Mehraufwand für den Mitarbeiter (der ja zu dokumentieren ist), ist falsch. Wenn der KV eine Prämie für alle Mitarbeiter vorschreibt, ist sie auch steuerfrei - und das ohne Dokumentationszwang.

kropfrob
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KV

Das stimmt, wenn der KV das *vorschreibt*, dann funktioniert es. Aber dann ist eine "Empfehlung" in den jetzigen Lohnverhandlungen völlig überflüssig, und die Vorschrift im KV wird wohl auch nicht an die wirtschaftliche Situation des Betriebes gebunden sein.

DukeNude
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Falsch

Jeder kann eine bekommen, die muss nur zusätzlich und nicht anstatt eines anderen Entgeltbesrandreiles bezahlt werden

kropfrob
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Die Wirtschaftskammer und mein Steuerberater ...

... sind da anderer Meinung. "Die Begünstigung gilt nur für Zahlungen im Zusammenhang mit der Coronakrise. Ein solcher Zusammenhang muss dokumentiert werden" (Internetseite "Covid_Bonus" der WKO).

satiricus
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Ich finde, dies ist eine für alle sehr zufriedenstellende Lösung.

Bin schon neugierig, ob auch unser Krankenhaus- und Pflegepersonal uä. irgendwann einmal eine "Corona-Prämie" erhalten wird. Sowas wurde zwar bereits vor Monaten einmal versprochen bzw. angedacht, aber bis heute hat man für diese Personen nur ein "Großes Dankeschön" übrig gehabt, schade.

petera
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Nachdem nicht einmal

die reale Inflation abgegolten wird, d. h. es praktisch eine Lohnkürzung ist, würde ich es nicht als zufriedenstellend bezeichnen.

dieRealität2020
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sorry, ahnungslos und uniwssend? und trotzdem posten sie so einen Nonsens?

der VPI betrug lt. Statistik Austria im Monat August 1,4% (zum Vorjahr August 2019). Zur sachlichen Information: "..Gehälter ab November um 1,45 Prozent.."

DannyHanny
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So unvernünftig ist dieser Abschluss nicht!

Auch wenn 1,45% nur die Inflationsrate bedeutet, die Arbeitgeber haben nicht auf stur gestellt und eine Null Lohnrunde verlangt. Und die Gewerkschaft hat es nicht übertrieben und utopische Zahlen verlangt!
Also ein Konsens und das ist gut so, eine monatelange Streitereien hätte uns gerade noch gefehlt!

Mezgolits
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... 1,45 Prozent mehr Lohn

Vielen Dank - und ich gratuliere zur schnellen Einigung. Erfinder M.

chrispap
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Empfehlung

Na da bin ich mal gespannt wieviel Prozent der Chefs dieser Empfehlung nachkommen.😄😄 1,45 % ist ein reiner Hohn für die Arbeiter

Trieblhe
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@chrisdepp

Sehr richtig! Eine Erhöhung um 8% und Einführung der 30 Stunden Woche bei gleichen Bezügen wäre angemessen gewesen. 🙈

hermannsteinacher
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Ein solcher Abschluss

ist besser als langwierige Auseinandersetzungen und daher für Österreich erfreulich.

DergeerderteSteirer
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Genau so schaut es aus,.....

@hermannsteinacher......

halelale
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Klar viele

Mittel- und Großbetriebe zeigen im FC für heuer eine steigende EBIT Kurve. Da muss man für den KV auf die Bremse treten damit sie noch steiler wird.

GeorgJosef
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Hoffnung !

fake news als good news --gutgemeint ! aber nicht real.Es bleibt dabei :Hoffnungen kann man nicht bilanzieren !

Reipsi
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Denk an den

Konsum lieber Freund, dann weist du wie man eine Firma nicht führen soll.

Zapfenstreich
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...woher bezieht man(n) dieses Wissen?

Oder sind Sie womöglich gar jemand, der seine Infos aus dem innersten Zirkel der Wirtschaft bezieht?