ArbeitsmarktEin ganzes Land sucht Mitarbeiter: Verwerfungen am Jobmarkt der Extreme

In kürzester Zeit drehte der Jobmarkt von Rekordarbeitslosigkeit zu einem nie da gewesenen Mangel an Beschäftigten. In einer neuen Serie leuchten wir in Branchen hinein, die besonders von Personalmangel betroffen sind, und zeigen Perspektiven auf.

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"Historisch“ – diese Zuschreibung fällt im Zusammenhang mit Entwicklungen am österreichischen Arbeitsmarkt in den vergangenen eineinhalb Jahren besonders häufig. Im Frühjahr 2020 wurde als direkte Folge des Pandemieausbruchs die bisher höchste Zahl an Arbeitslosen gemessen. 588.200 Personen waren Ende April 2020 ohne Job, mehr als eine Million Beschäftigte in Kurzarbeit.

Blende in den Herbst 2021: Die Arbeitslosigkeit, inklusive Schulungen, ist in der ersten Oktober-Woche – mit rund 335.000 – erstmals seit Ausbruch der Pandemie auf das Vorkrisenniveau von 2019 gesunken. Und den Zusatz „historisch“ gibt es bereits seit einigen Monaten nur noch im Zusammenhang mit der Zahl der offenen Stellen zu hören. Allein beim AMS waren es zuletzt knapp 114.000 – so viele wie noch nie.

In ähnlicher Dramatik, wie noch im Vorjahr das Ausmaß der Arbeitslosigkeit beschrieben wurde, wird heute der Personal- und Fachkräftemangel in einer wachsenden Zahl an Branchen bewertet. Laut Angaben der Unternehmensberatung „mrp Hotelsfehlen in Österreich mehr als 50.000 Arbeitskräfte im lange so stark von Lockdowns und Reisebeschränkungen gebeutelten Tourismus. Im Handel sind es bundesweit laut Handelsverband mehr als 20.000 Stellen, die nicht besetzt sind, davon gut 10.000 allein im Lebensmittelhandel. In den IT-Berufen fehlen 24.000 Fachkräfte, heißt es in einer Studie des industriewissenschaftlichen Instituts. Die Transportwirtschaft spricht unterdessen von bis zu 8000 fehlenden Lkw-Fahrern und sieht in manchen Bereichen sogar schon die Versorgungssicherheit gefährdet. Und die jüngste Konjunkturerhebung unter Österreichs Gewerbe- und Handwerksbetrieben hat ergeben, dass der zusätzliche Personalbedarf bei 35.000 Beschäftigten liegt, teilweise müssen Aufträge abgelehnt werden.

Foto © AMS

„Der starke Aufschwung nach dem steilen Abfall hat noch stärker als andere Aufschwünge zu einem starken Anstieg an offenen Stellen geführt“, meint Martin Wagner, Professor für Makroökonomik und quantitative Wirtschaftsforschung an der Uni Klagenfurt. „Es dauert diesmal noch länger, bis sich das alles aussortiert.“ Dazu komme, dass, etwa in Bezug auf Saisonniers, „ausländische, oftmals billigere Arbeitskräfte, weniger oder schwerer ins Land kommen.“ Im Tourismus führte die Pandemie dazu, dass weniger „Junge“ sich ausprobieren. Die Liste ließe sich noch um zahlreiche weitere Branchen erweitern, kaum ein Bereich, der aktuell nicht von akuten Mangelerscheinungen auf der Personalebene betroffen wäre. „Mittel- bis langfristig wird für die österreichische Wirtschaft das Thema Arbeitskräfte wichtiger sein als die derzeit ebenfalls prominenten Schwierigkeiten in den Lieferketten, diese werden sich einpendeln“, erwartet Wagner.

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Der Soziologe Dieter Bögenhold sieht in seinem Befund eine Reihe von Ursachen für diese Entwicklung. Zweifellos zeigten sich Asymmetrien in der Gesellschaft zwischen nachgefragten Berufs- und Arbeitsprofilen und dem Pool an Qualifikationen möglicher Arbeitnehmer. Die Qualifikation der Erwerbstätigen hält nicht mit den sich häufiger ändernden Anforderungen mit. Es fehlt an einer späteren institutionellen Ausbildung, damit lebenslanges Lernen möglich wird. „Die permanente Bereitschaft zur Aufnahme neuer Techniken und Inhalte ist nicht nur ein Schlagwort“, sagt Bögenhold in Hinblick auf Art und Weise, wie die Digitalisierung den Kanon an Berufen, Qualifikationen, Firmen und Märkten teilweise revolutioniere.

Doch lässt sich die akute Personalnot auch kurzfristig zumindest lindern? Der steirische Industrie-Präsident Stefan Stolitzka appelliert, als Sofortmaßnahmen die Kinderbetreuung massiv auszubauen und zudem die Rot-weiß-Rot-Card so zu reformieren, dass qualifizierter Zuzug nicht durch langwierige bürokratische Hürden erschwert wird. Und wie helfen sich die betroffenen Betriebe? Immer mehr Handwerks- und Gastronomiebetriebe reduzieren, zum Leidwesen der Konsumenten, beispielsweise ihre Betriebszeiten, erhöhen die Zahl der Ruhetage. Zum einen, weil es sich anders nicht mehr ausgeht, zum anderen erhoffen sich einige Betriebe dadurch auch, für ihre Mitarbeiter attraktiver zu werden, weil Freizeit einen immer höheren Stellenwert einnimmt.

"Es geht auch um bessere Arbeitsbedingungen"

Letztlich, so der Appell von Martin Wagner, bedarf es nachhaltiger und langfristiger Änderungen: Dafür müssen sich beide Seiten – Arbeitnehmer und Arbeitgeber – an einen Tisch setzen: „Es geht um bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne in Verbindung mit höherer Produktivität auf der einen Seite und mehr Flexibilität und Mobilität über Regionen und Sektoren hinweg.“ Einen Aspekt, der oft zu kurz kommt, spricht der Betriebswirt und Experte für Klagenfurter Arbeitspsychologie Heiko Breitsohl an: „Eine gute Führung spielt neben Wertschätzung, Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben, guter Entlohnung und Entwicklungsmöglichkeiten eine zentrale Rolle für das Halten von Beschäftigten.“ Dabei sei das „eigene Vorleben“ erwünschter Verhaltensweisen durch Führungskräfte bedeutend.

Serie: Hilfe! Kein Personal

Im Rahmen dieser Serie wollen wir regelmäßig in die einzelnen Branchen - vom Handwerk über die Gastronomie und der Transportbranche bis hin zu Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und Pflegeheimen - hineinleuchten – und dabei die Nöte und Sorgen von Betroffenen ebenso aufgreifen wie kreative und mutige Lösungsansätze aufzeigen.

Hier finden Sie alle bisherigen Serienteile für die Steiermark.

Hier finden Sie alle bisherigen Serienteile für Kärnten.

Kommentare (85)
petera
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@uomo

Was ist schlecht an 30h, wenn dadurch beide arbeiten können und trotzdem Zeit für die kleinen Kinder bleibt.

Auch wenn man keine Kinder hat ist die Zeit die man dadurch gewinnt, unbezahlbar.

Sich bis zur Pension zu Tode Hackeln und die Kinder nur an Wochenenden zu sehen ist halt für viele nicht mehr erstrebenswer.

Von diesel alten Modell profitieren nur die Unternehmen - und nicht einmal die, da ausgeglichene Mitarbeiter in Teilzeit meistens mehr bringen, als jemand der sich unzufrieden zur Arbeit schleppt.

Balrog206
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Wenn

Du für 30h bezahlt wirst ist es natürlich kein Problem ! Jeder kann so viel od wenig arbeiten wie man möchte , natürlich muß man es sich auch leisten können und nicht wieder X Beihilfen erhalten !

Lage79
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doch das spielt sich und zwar genau so 😉

wir wollen nicht nur arbeiten sondern eine work-life balance - nur weil das die jahrzehnte davor niemand gemacht hat - die zeiten ändern sich und somit auch die arbeitsmarkt-spielregeln 😅

calcit
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In bestimmten Branchen können sie sich eine work-life balance in die Haare…

…nicht alle arbeiten im Finanzsektor oder in der Werbebranche oder sind Lehrer… es gibt auch welche die müssen auf den Bau, auf die Strasse in die Landwirtschaft…

reschal
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Ja, schlucken

und ducken. Diese Strategie hat uns weitergebracht.

glashaus
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calcit

work-life funktioniert in weit mehr Branchen als sie hier provozierend anführen. zb. ein Landwirt arbeitet selbständig für sich und nicht als Arbeiter. Ausserdem wird es in Zukunft eben funktionieren müssen, wollen Unternehmer noch Fachkräfte bekommen. Gute Bezahlung und ausgeglichene Freizeit wird das Zauberwort heißen. Bedeutet natürlich für die Unternehmer das die Boote und Sportwagen kleiner werden.

Balrog206
21
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Ja

Glashaus ich zwar weder Sportwagen noch ein Boot doch der letzte Satz ist Klassenkampf Rhetorik! Die Sozis werden erst dann Ruhe geben wenn’s umgekehrt ist ! 😉 übrigens wo ist euer Problem wenn sich ein U einen Sportwagen kauft , arbeitet derjenige meist ein Vielfaches als 38,5 und 5 Wochen url plus 2 Wochen Krankenstand 😉

petera
9
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Stell dir vor auch am Bau funktioniert das

Oder glaubst es ist für die Qualität super 12h Schichten zu fahren und dann auch noch am Wochenende auch noch eine Schicht draufhauen.

Es fehlt halt vielen die Vision und auch der Wille da etwas zu ändern.

Man dem Personalmangel ändert sich das jetzt recht rasch. Immer nur billige Arbeitssklaven aus dem Osten wird sich auch nicht spielen.

Maria Kaufmann
24
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Arbeitslose dürfen geringfügig dazuverdienen

Solange Arbeitslose das tun dürfen, wird sich nicht viel ändern. Bei Arbeitslosengeld und geringfügigen Zuverdienst hat einer mehr als bei einen Vollzeitjob

Xervus
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Tja…

… dann müssen die Arbeitgeber halt besser zahlen. Das Arbeitslosengeld ist jetzt schon viel weniger als im Vergleich zu anderen westlichen EU-Staaten. Zeigt einfach nur auf wie billig Unternehmer glauben Arbeitskräfte einzustellen.

AIRAM123
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Ohne geringfügige würden viele Sparten schlecht ausschauen

… vor allem in Dienstleistungsbetrieben…
Vor allem jene, die jetzt schon 38 oder 37 Wochenstunden haben aber ihre Geschäfte oder Einrichtungen 10 -12 std täglich offen halten sollen.

ferdinand41
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Geringfügig

Finde das Argument immer lustig. Wenn ein Arbeitsloser geringfügig arbeitet, gibt es einen UN der so einen Job anbietet, vereinbart, bezahlt und sich ebenso Steuern spart.

ronin1234
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Reaktion

Um den Kollektivvertrag geht heutzutage kein Österreicher mehr arbeiten. Vor 20 Jahren noch wurden immer Gehälter über Kollektiv bezahlt.

Steirerbua2020
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ad ronin1234:

Ein Beispiel aus der Praxis:

Alleinerziehende Kosmetikerin (die um ihre Aufgaben natürlich nicht zu beneiden ist - arbeitslos:
3 Kinder - 16, 14, 11 Jahre alt - 2 versch. Väter:
€ 400 + 400 + 830 Euro Alimente = 1630 Euro
Kinderbeihilfe: 3 x 141,5 + 3 x 17,4 = 477 Euro
Arbeitslosengeld = 350 Euro
Mietkostenzuschuss für eine 75 m²-Wohnung 480 Euro p.m.
Das macht in Summe: € 2937,- netto pro Monat

Laut ihrer eigenen Aussage "lohnt sich das Arbeiten" für Sie nicht.
Es kann sein, dass das eines von wenigen Beispielen ist - aber mir erscheint das sehr plausibel!

Lepus52
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Grund für Arbeitskräftezuzug aus dem Ausland?

In dem Bereich wird viel gelogen. Betriebe lehnen inländische Arbeitssuchende ab, weil sie die Qualifikation nicht haben? Die Qualifikation der Ausländer besteht aber nur in der billigeren Entlohnung. Es ist nicht plausibel, dass unter den fast 400 000 Arbeitslosen nicht ein beträchtlicher Teil auch für den heimischen Arbeitsmarkt geeignet wäre. Saisonbetriebe werden gefördert, indem zwischenzeitlich freigestellte Arbeitnehmer Arbeitslosengeld bekommen. Das ist in Wirklichkeit eine Stützung der Betriebe und nicht der Arbeitnehmer. Man weiß doch, dass die gesamte Hotelierfamilie in ihrem Floridaurlaub Arbeitslosengeld beziehen.

markus144
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Das Problem...

Jeder hätt gern ein Wochenende, am besten noch mit Fenstertragen an Feiertagen verbunden, aber selbst arbeiten wollen die Wenigstens am Wochenende.

Sam125
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Ja so schaut es aus auf dem Arbeitsmarkt!Hat die Wirtschaft nicht schon vor

Jahren gesagt,dass sie FACHKRÄFTE am Arbeitsmarkt braucht?Doch wieviele wirklich spezialisierte Arbeitskräfte kamen in den letzten 10 Jahren zu uns,oder besser gesagt wurden aus dem Ausland mittels der GREENCARD zu uns geholt doch welche"Spezialisten"
sind zu uns ins Land gekommen?Spezialisten die jeden in liebevoller Hingabe pflegen würden?Spezialisten die mit Fleiß und Motivation für uns und unsere Gesellschaft tätig sind?Spezialisten die sich gerne in unsere Gesellschaft integrieren?Spezialisten die sich am Arbeitsplatz sich mit jeden vertragen?Spezialisten die nicht nur auf ihre RECHTE pochen und für die,die Religion NICHT über alles steht?Eines weiß ich gewiss,dass wir bestimmt genug Taxifahrer im Land haben,die extra Taxifahrer wurden,damit sie sich ihre Gebetszeiten auch frei aussuchen können!Wacht endlich auf,denn wir hätten aberdausende neue Mitbürger im Land,doch was geschieht..??es fehlen uns die Arbeitskräfte,was für ein Wahnsinn!

Chruchhill
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Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los,

in dieser Serie geht es lediglich darum, Konjunktur vorzutäuschen.

FartMaster3000
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Diesen Artikel

haben bestimmt die Echsenmenschen in Auftrag gegeben!!

melahide
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Leider

wurde gerade die „Lehre“ in den letzten Jahrzehnten immer nur gelächelt. „Wer keine Schule schafft, macht eine Lehre“. Zudem wurden technische Berufe und der IT-Bereich nicht gut genug angenommen. Österreich gerät da ziemlich ins Hintertreffen. Leider ist es scheinbar so, dass viele Stellen nicht besetzt werden können weil schlichtweg die Qualifikation fehlt bzw. diese zu hoch angesetzt wird. Und das verschlimmert sich weil die Vorgaben immer restriktiver werden.
Und das in gewissen Betrieben Lehrlinge ausgebildet wurden ummauert dann nicht zu übernehmen, weil „zu teuer“ war auch oft Praxis…

melahide
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Zudem

Fragt die Wirtschaft immer nach mehr Zuzug. Die Osterweiterung der EU war nur wegen der Wirtschaft, In Österreich sind noch immer 350.000 Menschen arbeitslos. Vielleicht sollte man diese einmal richtig ausbilden und nicht immer nur in „wie bewerbe ich mich richtig“ Kurse stecken. In einem Jahr kann bei komprimierter Ausbildung schon einiges geschafft werden

calcit
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Richtig ausbilden?

Dazu braucht es aber auch den Willen dazu und vor allem auch die Vorbildung… Was glauben sie warum Langzeitarbeitlose überhaupt so lange arbeitslos sind? Weil sie meistens nicht können, aus psychischen Gründen, aus Krankheitsgründen, weil sie oft die notwendig Vorbildung nicht haben und auch oft nicht dazu fähig sind. Die bringen sie nicht am qualifizierten Arbeitsmarkt unter und die werden auch nicht gesucht…

styrianprawda
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@calcit

Dass Langzeitarbeitslosigkeit in etlichen Fällen am Alter des Betreffenden liegt, kommt Ihnen nicht in den Sinn?

calcit
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Richtig ausbilden?

Dazu braucht es aber auch den Willen dazu und vor allem auch die Vorbildung… Was glauben sie warum Langzeitarbeitlose überhaupt so lange arbeitslos sind? Weil sie meistens nicht können, aus psychischen Gründen, aus Krankheitsgründen, weil sie oft die notwendig Vorbildung nicht haben und auch oft nicht dazu fähig sind. Die bringen sie nicht am qualifizierten Arbeitsmarkt unter und die werden auch nicht gesucht…

altbayer
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Ausbildung ?

Gibt es eins Statistik, wie viele Zuwanderer eine Ausbildung (z.B. am Lehrbauhof Süd bekommen haben) uns in diesem Beruf auch wirklich arbeiten?

Zeitgenosse
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Die Zeiten wo Bewerbungsunterlagen nicht einmal

gelesen und gleich in den Papierkorb wanderten sind vorbei!

silviaCH
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Das Problem war schon vor über 20 Jahren erkennbar...

da wurde man als Eltern mitleidig angesehen, wenn man mitteilte, dass das Kind eine Lehre statt Matura macht. Heute sind viele Arbeitssuchende mit unendlichen Abschlüssen "überqualifiziert" und können nicht vermittelt werden.

scionescio
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@Sivia: natürlich fehlt es auch an qualifizierten Facharbeitern…

… aber es ist wohl ein Gerücht, dass jemand mit einer zu guten Ausbildung ein Problem hat, einen Job zu finden - das mag in einigen sehr ausgefallenen Studienrichtungen vielleicht zutreffend sein, aber bei den technischen Studienrichtungen bedeutet bessere Ausbildung und mehr Wissen fast immer interessanterer Job für deutlich mehr Geld bei gleichzeitiger großer Auswahl.
Meiner Tochter wurde bereits vor Studienbeginn ein 10h Job während des Studiums und ein sehr gut dotierter Job nach dem Abschluss angeboten, weil sie sich für ihre VWA ein technisches Thema im Umfeld der Wasserstofftechnologie ausgesucht und im Zuge der Recherche mit ein paar Firmen Kontakt aufgenommen hat.

styrianprawda
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@scionesco

"dass jemand mit einer zu guten Ausbildung ein Problem hat, einen Job zu finden"
Viel Ahnung von Arbeitsmarkt scheinen Sie nicht aufzuweisen.
Ab einem gewissen Alter kann man Ausbildung und Erfahrung haben, soviel man will. Mit einem Job wird's trotzdem mehr als schwierig.

Shiba1
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Das mag in speziellen Bereichen zutreffen,

aber was macht man mit denen, die irgendein Plauderstudium absolviert haben. Die sind halt schlecht vermittelbar

radisoft
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Naja...

Es gibt schon ein bissl eine Schwemme bei den Akademikern. Fast jede Berufsausbildung, ob Kurs oder Kolleg wurde zum Bachelorstudium abgehoben, als Absolvent einer HTL oder BHS kamma heutzutage Brausen gehen, ohne Titel ist man nix wert.
Dann gibt's natürlich die ganzen Mehrfach-P-Magister (Publizistik, Philosophie, Pädagogik, Psychologie und Politikwissenschaften in allen Kombinationen) die als Babysitter arbeiten, weil sie halt als MMMag entsprechend entlohnt werden wollen, aber niemand ihre speziellen Kombinationen braucht.

uzi50074
25
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Wettbewerb und Arbeitskräfte

Passend wird gerade in den nächsten Tagen eine Verordnung (3G) erlassen, die Arbeitswillige den Zugang zur Arbeit erschwert. Die osteuropäischen Nachbarn, die unser System am Leben erhalten, werden sich andere Länder (Deutschland, Dänemark, Schweden…) mit weniger Schikanen suchen oder die Unternehmen kommen zu ihnen. Der Wirtschaftsflügel der alten ÖVP ist schwach geworden oder sie erkennen die Gefahr nicht. Österreich steht hier im Wettbewerb.

Sollten es tatsächlich Unternehmen geben, die Ungeimpfte oder Geimpfte mit nicht zugelassenen Impfstoffen freistellen oder kündigen, wird das für die meisten Betroffenen kein Problem sein. Ausgenommen jene die sie ohnehin loswerden wollten. Findige Unternehmen werden sie anwerben, wahrscheinlich auch noch zu besseren Konditionen.

Der Arbeitskräftemangel im Pflegebereich ist nicht Corona geschuldet. Corona zeigt ihn schonungslos auf und dient nur als Deckmantel für das Planungsversagen der Verantwortlichen in den letzten Jahren. Welches Konzept, außer die Impfpflicht, die zu einer weiteren Verschärfung führt, wurde als Gegenmittel in den letzten Monaten kommuniziert?

Mein Graz
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"Geht's der Wirtschaft gut, geht's uns allen gut"

Oder
Ohne Unternehmer geht's uns allen schlecht.

Jetzt ist klar ersichtlich, dass es umgekehrt genauso ist.
Die Unternehmer sind ohne Mitarbeiter NICHTS, NULL, NIENTE!

Und was tun Sie?
Statt durch bessere Kollektivverträge ihre Sparte interessanter zu gestalten feilschen sie um Beiträge, die für gesunde Unternehmen Peanuts sind.

calcit
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So ein Schwachsinn…

…Branchen wie Tischler, Maler, fast aller Handwerksberufe bezahlen mittlerweile so über dem Kollektiv dass sich viele die Angebote nur aussuchen können. Es fehlen schlicht die Facharbeiter und Facharbeiterinnen und mit den Langzeitarbeitslosen ist defakto nichts anzufangen - weil die sind ja meistens ns nicht ohne Grund langzeitig in der Arbeitslose…

Balrog206
3
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Sehr

Wahre Worte !!! Nur unsere Oberschicht hier im Forum glaubt das es ausschließlich an der Bezahlung liegt ! Wahrscheinlich warten sie vielen Fachkräfte irgendwo hinterm Berg bis die Löhne steigen u schwups sind die da ! Unser Ort ist voll verhängt mit den Tafel. Suche ….

Captain Einsicht
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..

Die Unternehmer müssen nur so lange durchhalten bis die guten Roboter kommen.

Balrog206
6
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Mein

Komisch bei den halb staatlichen Energie Unternehmen suchen sie auch dringend Lehrlinge usw , da ist man vor 20 Jahren ohne Vitamin B nicht einmal in die engere Auswahl gekommen !
Die Aussage durch bessere Bezahlung ist das Problem gelöst stimmt überhaupt nicht ! Es fehlt zur Zeit auch an der Anzahl der möglichen MA !

Stratusin
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Dennoch wehrt sich die Wirtschaft,

bei den Lohnverhandlungen faire Kollektivlöhne zu zahlen. Gerade der Wirtschaft sollte klar sein wie das ist mit Angebot und Nachfrage.

Zeitgenosse
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Betriebe werden durch zufriedene Mitarbeiter

getragen , jetzt zeigt sich ohne sie geht gar nichts.

Balrog206
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Tja

Es ist wie immer eine Win /Win situation , ohne Unternehmen bist auch wieder Jäger u Sammler !

Zeitgenosse
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Eben win win auch der Unternehmer wäre auch

Jäger und Sammler, oder wie sie es , Betonung auf sie , spreche niemanden mit du an , es sehen den anderen das Gesammelte annimmt.
Sehen Sie Respekt vor dem anderen ist ist der Schlüssel zur Eintracht.

Balrog206
4
6
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Zeit

Meines Erachtens hat Respekt nichts mit der Anrede Sie oder Du zu tun ! Zu meinen Freunden und vielen Ma sag ich auch Du und habe Respekt vor ihnen und deren oftmals unterschiedlicher Meinung ! Wer zb sagt heute noch Onkel Franz oder Tante Anni ?

schetzgo
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Die 'Kleine Zeitung' forciert zu Recht die Euroskills

Warum wird in den aktuellen Ausgaben seit Jahren hier nicht angesetzt? Holt die Protagonisten vor die Vorhänge, erfolgreiche Lehrlinge und Meister sind der beste& billigste Ansporn für den Nachwuchs und deren Eltern!

Zeitgenosse
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Gastro war einmal attraktiv und die

Ober der alten Schule gehen in Pension.

Löhne waren vor 25 Jahren noch akzeptabel, nach 1995 ging abwärts, mit Zuzug billiger deutscher Arbeitskräfte mit dem EU Beitritt.

Die Gäste werden immer schwieriger , es fehlt der Respekt vor der Dienstleistung !!!!

Sicherheitsfachkraft
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Daher sage ich als Dienstleister............

.... wir haben einen österreichischen Familienbetrieb in der Dienstleistung, der 40 Jahre alt ist und sich auf Österreich konzentriert hat!
Daher, wenn's einer kann, dann ........! Davon zeugen fast 2.000 MitarbeiterInnen!!!

FartMaster3000
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Gäste

Vielleicht werden die Gäste immer „schwieriger“ bzw. anspruchsvoller weil man in der heutigen Zeit leicht mal 150€-200€/Nacht und Person bezahlt. Um diesen Preis würde ich mir auch ein gutes Services, wie ein gutes Zimmer, wünschen.

DergeerdeteSteirer
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@Zeitgenosse, ..............Genau das ist der Spiegel der verwöhnten und süchtigen Konsumgesellschaft, .................


Wie völlig treffend von dir interpretiert @Zeitgenosse, ........... "Es fehlt der Respekt vor der Dienstleistung", da spreche ich es dann immer wieder unverhohlen direkt aus ........ "Von nix kommt nix"!

Es trifft für immer mehr Leute zu, alles haben wollen aber nahezu nix dafür tun, in der Folge noch harsch und unverschämt frech fordern wollend!

Hapi67
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Generell

gilt für reiche westliche Staaten und Ihre verwöhnten verweichlichten Bürger.

Möglichst viel life zum Spartarif und möglichst viel work durch andere, gerne auch durch Lohnsklaven.

Vielen Dank

scionescio
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Das Problem hat leider zwei Seiten…

… auf der einen Seite wird in gewissen Berufen (Gastgewerbe, Hotellerie, Handel, Frächter, etc) viel zu schlecht bezahlt, um den Knochenjob bei schwierigen Rahmenbedingungen attraktiv zu machen und auf der anderen Seite mangelt es immer öfter an der Qualifikation der Bewerber (zB IT).
In den technischen Berufen ist der Unterschied zwischen schlechten und sehr guten Mitarbeitern mitunter dramatisch: ein schlechter Programmierer findet einen Fehler gar nicht, ein mittelmäßiger braucht dafür 2 Tage und ein sehr Guter vielleicht nur 30min!
Die Gehaltsspanne vom Schlechten zum sehr Guten ist aber nicht einmal ein Faktor von 2,5 (3.000,- bis 7.500,-), während der Leistungsfaktor auch über Faktor 10 liegen kann - ich denke nicht, dass das in anderen Berufen auch so extrem ist (der beste Fliesenleger legt in der selben Zeit nicht 10x mehr Fliesen als der Schlechte…)
Insgesamt gibt es einen Mangel an hochqualifizierten Mitarbeitern - aus einem 1/4 Liter Häferl bekommt man keinen ganzen Liter heraus - und mit der zweiten Garnitur ist man eben kaum konkurrenzfähig.
Jahrzehntelang verschlafene Bildungspolitik rächen sich jetzt und auf die Schnelle wird das nicht zu beheben sein.

silent
10
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Student (KFU), 18

sucht in GRAZ 15-20-Stundenjob ab sofort - bevorzugt Büro, Büroassistenz, Verwaltung, Journalismus Radio, TV-Print, Studio- und Tontechnik, PR und Marketing, Pflegehilfsdienst (ungelernt), Botendienste, Postdienst, Museumsdienst, Verkäufer im Handel, Key Account-Manager, Bibliothekt oder ähnliches, wissenschaftliches Arbeiten , (KEINE Nachtgastronomie oder Verkaufstätigkeit, (noch) kein Führerschein)

Russisch: Muttersprache
Deutsch: C2
Englisch: C1
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Spanisch: B1

Bei Interesse bitte um Kontakthinweis z.B. Mailadresse...

Guccighost
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Merk dir eins

wenn arbeiten willst dann. findest auch eine
z.b beim Billa brauchen sie dringend Leut zum schlichten und für die Feinkost.
Wurstsemmeln kann jeder machen

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