Der Kurs des Bitcoin ist am Tag der Einführung der Kryptowährung als offizielles Zahlungsmittel in El Salvador regelrecht abgestürzt. Viele Handelsbörsen stellten ihre Dienste angesichts der Verkaufswelle ein.

Auf der Handelsplattform Bitstamp notiert ein Bitcoin am Mittwochvormittag bei rund 45.400 US-Dollar (38.280 Euro), ein Minus von über 12 Prozent zum Vortag. Im Vergleich zur Vorwoche resultiert indes ein etwas kleineres Minus von rund 3,4 Prozent. Die Marktkapitalisierung schrumpfte im Verlauf der letzten Woche um rund 36 auf rund 852 Milliarden US-Dollar.

Am Vorabend stürzte der Kurs zeitweise unter die Marke von 43.000 US-Dollar. Der abrupte Rückschlag erfolgte an einem für die bekannteste Kryptowährung historischen Tag. Der Bitcoin wurde gestern Dienstag zum gesetzlichen Zahlungsmittel in El Salvador. Mit Inkrafttreten eines entsprechenden Gesetzes ging der mittelamerikanische Staat als erstes Land der Welt diesen Schritt. Das Gesetz sieht vor, dass jeder Händler Bitcoin als Zahlungsmittel annehmen muss, der technisch dazu in der Lage ist.

"Das Debüt in El Salvador haben sich Anleger durchaus anders vorgestellt", erklärte Analyst Timo Emden von Enden Research die Verluste. Neben technischen Schwierigkeiten seien es wachsende Bedenken in puncto Missbrauch der Kryptowährung, wie beispielsweise Geldwäsche, welche Anleger verunsichern.

Der heftige Ausverkauf hatte auch Folgen für die größten Handelsbörsen. Diese waren laut Patrick Heusser von Crypto Broker kaum in der Lage, den Liquiditätsfluss zu bewältigen: "Das Handelsuniversum schrumpfte plötzlich auf einige wenige Marktplätze und - nicht zu vergessen - dies alles geschah zu einem Zeitpunkt, als das Volumen im Vergleich zu den normalen Marktzeiten um das Zehnfache gestiegen war", fasst Heusser den Crash zusammen.