Kraftwerke, Bergbau, VerkehrSo gerät die Koralm von allen Seiten unter Druck

Von Energie- und Verkehrsprojekten bis zu Bergbauvorhaben: Die Koralm sieht sich immer stärkeren Einflüssen ausgesetzt. Kritiker sehen die einzigartige Bergwelt in ihrer Existenz bedroht und schlagen Alarm.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Die Koralm © Robert Lenhard
 

Es ist nicht so, dass die Koralm bisher von menschlichen Einflüssen unberührt geblieben wäre. Der Gebirgszug zwischen Kärnten und der Steiermark ist seit jeher beliebtes Wander- und Ausflugsziel, wird im Süden von einer Bundesstraße und einem Stausee samt Wasserkraftwerk geprägt, weiter nördlich von der 380-kV-Starkstromleitung durchschnitten, während auf dem Großen Speikkogel seit den 1980ern die einprägsame Radarkuppel des Bundesheeres und der Austro Control thront. Doch in den vergangenen Jahren haben die Eingriffe rasant zugenommen, Energie-, Verkehrs- und andere Bauprojekte rücken der Koralm von allen Seiten zu Leibe (siehe Beispiele unten).

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

Geom38
11
7
Lesenswert?

Man braucht kein Grüner zu sein

damit einen diese ständige VERbauerei ankotzt. Überall wo's irgendwie möglich ist, wird in die Natur eingegriffen, Lebensraum zerstört. An die paar Windräder in den Windparks hat man sich mittlerweile ja noch irgendwie gewöhnt, aber in großem Stil will das glaube ich niemand auf unseren Bergen sehen. Auch keine Kraftwerke samt Speicherseen. Einzig der Tunnel macht wirklich Sinn, ist ein Jahrhundertprojekt mit dem man künftig so manches steuern könnte sobald erst auch mal der Semmering Tunnel fertig ist. Entlang der Strecke wird's dann aber auch bald mal mit der ( derzeit noch relativen) Ruhe vorbei sein wenn dort erst mal Vollbetrieb herrscht. Und sich dann dort, wo derzeit noch Wiesen und Felder sind, irgendwelche Firmen strategisch günstig niederlassen.

oekoLogisch
7
13
Lesenswert?

Es müsste sich schon bis zu den GrünInnen

und NaturschützerInnen rumgesprochen haben, dass immer gerade so viel Strom produziert werden muss, wie gerade verbraucht wird. Wenn zu wenig oder zuviel, verändert sich die Frequenz mit der Folge, dass das Stromnetz zusammen bricht. Den besten und effizientesten Ausgleich kann ein Pump-Speicher Kraftwerk schaffen. Alle anderen Varianten haben mehr Verluste. Und Atomkraftwerke oder Kohle - oder Gaskraftwerke zuschalten ist in Zeiten des Klimawandels auch gerade nicht gut.
Warum will man dann zwei private Investoren blockieren, die bis auf die ihnen zustehenden Förderungen keine weiteren öffentlichen Zuschüsse brauchen? Effizentester Naturschutz ist ein Vermeidung und CO² und Stickoxiden, dann bleibt uns der Artenreichtum auf unverbauten Flächen!

richeseb
2
6
Lesenswert?

Danke für die Belehrung!

Aber vielleicht könnten Sie uns noch mitteilen, wieviele MW an installierter Pumpspeicherleistung wir in Kärnten haben, zu wieviel % sie ausgelastet sind und was so ein PSKW als „Vorhaltekraftwerk“ kassiert. Es geht wie überall, besonders in der E-Wirtschaft- nur ums Geld, oder? Vergleichen Sie bitte einmal die Stromimporte aus Tschechien mit der Pumparbeit.

calcit
0
0
Lesenswert?

@richeseb

Vielleicht sollten sie sich mal darüber informieren für was ein Pumpspeicherkraftwerk dient. Erstens dient es dazu Spitzenlasten abzudecken, das ist zwar nur kurzzeitige aber enorm wichtig zur Netzstabilsierung - das können keine Windkraftwerke und PV Anlagen leisten. Dass ich dazu Strom brauche um das Wasser hochzupumpen und dass ich mir dafür auch den Strom dann zahlen lasse ist auch klar. Und was die Auslatung betrifft - ja, die liegt im Bereich von vielleicht 12-15% das ist aber bei reinen Pumpspeicherkraftwerken normal. Und von wo denn soll ich den Strom bekommen wenn es keinen in Österreich gibt Z.B. in der Nacht, kein Wind etc... da wird halt der überschüssige und billige Strom aus Kohle oder Atomkraft in einem Pumpspeicherkraftwerk gespeichert...

paulrandig
7
5
Lesenswert?

oekoLogisch

Es hinterfragt auch niemand, ob denn diese Unmengen Energie wirklich nötig sind. Solange es keine Kampagnen und Förderungen zum Einsparen von Energie gibt, steigt und steigt und steigt der Bedarf.

calcit
4
7
Lesenswert?

Unmengen?

Woher haben so denn das? Mittlerweile gibt es bereits veritable Probleme in Deutschland bei Windstrom weil in den letzten Monaten eine ungewöhnliche Flaute war, viele Kohlekraftwerke werden stillgelegt, der Strom kann auf Grund zu schwacher Netze nich entsprechend verteilt werden, und wo bitte wollen sie einsparen? Doe Dämmungen sind bei uns schon sehr gut, oft zu gut, überall werden Wärmepumpen propagierte und die Elektromobilität - wo soll da eingespart werden?

calcit
4
16
Lesenswert?

Zum Thema Koralmtunnel (im kleinen grauen Kasten) die Sorge um den Wasserhaushalt..

…der Tunnel ist schon längst fertig gegraben und fast komplett ausbetoniert (ein wenig fehlt noch auf der Kärntner Seite) die Wasserzutritt sind äusserst gering. Selbst im Vortrieb hat es fast kaum Wasserzutritte gegeben. Man sieht auch hier wie von bestimmten Seiten manipuliert wird und mit Ängsten gearbeitet wird…

Schlmich28
8
13
Lesenswert?

Naja,

das sind die Auswirkungen wenn man den ÖPNV und die Elektromobilität ausbauen will, und dies in Zukunft unsere einzigen Fortbewegungsmittel sein sollen. Für unsere Verfechter der Radfahrfraktion bauen wir noch einen Radweg drüber über die Koralm, und alles ist gut. Es wurde alles so gemacht wie wir es haben wollen.

Pablo63
7
12
Lesenswert?

Die Ebene wird schonungslos zugepflastert,

dass einem beim Blick von Oben das kalte Kotzen kommt und wenn es oben notwendige Infrastrukturprojekte gibt wird herumgeraunzt. Pöllinger sieht die Welt wie üblich durch die Brille satter, selbstgerechter Städter. Die fachliche Grundlage zur Beurteilung von Projekten durch NGOs wird häufig frisiert oder fehlt gänzlich (siehe Ausweisung von Natura 2000). Hauptsache das Fundraising funktioniert durch Lügen und Halbwahrheiten.

richeseb
3
5
Lesenswert?

Kleine Richtigstellung

Pöllinger ist keine NGO-Vertreterin sondern weisungsfreie Umweltanwältin, installiert von der steirischen LR. Die Verbauung herunten ist schon schlimm genug, jetzt kommt auch die Alpinregion dran, wo jeder Eingriff sich noch viel schlimmer auswirkt. Notwendig? Auf jeden Fall lohnend für den Betreiber! Und von unten nach oben schauen in der Regel mehr als umgekehrt😉

grundner10
3
21
Lesenswert?

Ausschlusszonen

Wenn die Kärntner am Rand der Ausschlusszonen bauen, werden sich die sterischen Projektentwickler freuen, denn dann kommen sie mit dem Argument, dass es ohnehin egal ist, dort weitere Windparks zu bauen. Folge: Die Ausschlusszonen werden "entsorgt".

Pablo63
3
7
Lesenswert?

Nachdem in Kärnten Windkraft nur möglich ist

wenn sie aus Klagenfurt nicht sichtbar ist, kommen halt einmal nur zum "Ausland" abfallende Flächen in Frage. Klarer Fall von Floriani. Föderalismus in Österreich ist typisch österreichisch!

richeseb
1
2
Lesenswert?

Vielleicht

schon einmal überlegt, warum es in Salzburg, Tirol, Vorarlberg, Südtirol noch keinen Windpark gibt?

calcit
0
0
Lesenswert?

Weil dort alles durch den Tourismus versaut ist...

...eine ausgemachte Heuchelei!

sugarless
16
8
Lesenswert?

schon egal

Als Obersteirer bin ich viel in den Bergen unterwegs, aber der Speikkogel dort und das ganze Gebiet um die Weinebene ist wohl das schauderhafteste Bergland das ich gesehen habe. So gesehen sollte man dieses Gebiet vielleicht einfach aufgeben und dafür die restlichen Berggebiete in der Steiermark in Ruhe lassen.