Die VerkehrsdebatteWelche Grazer Parteien beim Auto auf die Bremse steigen

Die Spitzenkandidaten waren sich in der Debatte bei der Kleinen Zeitung einig, es braucht den großen Wurf in der Verkehrspolitik. Die U-Bahn-Vision ist politisch angezählt. Aber wie geht es mit dem Auto weiter?

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Heute schon gestaut? Die Landeshauptstadt wächst rasant, aber auch Graz-Umgebung zählt zu den am stärksten wachsenden Bezirken österreichweit. Im Ballungsraum der Stadt mit ihrem Speckgürtel wird bald eine halbe Million Menschen leben. Täglich zählt man 450.000 Fahrten von und nach Graz, 85 Prozent davon im Pkw, in dem allzu oft ein Single-Fahrer sitzt. Gleichzeitig ist das Straßenbahn-Netz jahrzehntelang nicht substanziell ausgebaut worden. Heuer im Herbst werden mit den Linien zur Smart City und Reininghaus erstmals wieder echte Erweiterungen realisiert.

Kommentare (55)
Think_simple
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Kosten

Um die halben Kosten der U-Bahn wäre so etwas jederzeit möglich und hoch sinnvoll. Weiterer Vorteil: man kann quasi sofort beginnen und jeder fertige Abschnitt ergänzt das System. Weil, ein erster Bauabschnitt Metro von zB Eggenberg (wo ja die Remise sein soll) bis zum HBF würde welche Verbesserung bringen? Da wäre zB eine Linie 4 bis Hausmannstätten ungleich attraktiver.

stprei
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Hausmannstätten

Nur will Hausmannstätten das nicht, weil es die Kosten ab Stadtgrenze tragen muss (weil es keine Finanzierung vom Bund für den Betrieb gibt)
und das das Budget von kleinen Gemeinde hochgradig überlastet (weil Öffis notwendig sind, aber genau gleich rentabel wie ein öffentliches Bad). Auch in Wien endet die Ubahn und Bim innerhalb der Stadtgrenzen, da kommt erst langsam ein Umdenken.

X22
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Was mich etwas verstört

seit Jahrzehnten kann man mitverfolgen, wie Umlandgemeinden sich mit Graz und umgekehrt gesellschaftlich vernetzen, Arbeitsplätze, Bildungseinrichtungen, konsum- und platzbedingte wechselhafte Verhaltensweisen der Bewohner, die einen Raum wahrnehmen, der eigentlich nur durch imaginäre Grenzen der politisch akzeptierten Bezirke getrennt ist, die in den letztenzwei Jahrzehnten eigentlich nur zu Doppelgleisigkeiten jedoch nicht zu einer Alianz führt.
Welche Partei präferiert eine Zusammenarbeit (politisch nicht nur von Grazer Seite gesehen), warum kocht man ein doppeltes Süppchen, warum gibts keine Gespräche für einen Großraum Graz oder Eingemeindungen, Puntigam war die letzte (1988).
Hat die Stadtpolitik dies nicht wahrnehmen wollen, lebt Graz und GU nicht in wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einklang, hängt die tatsächliche Kraft der Region nicht von den realen, tatsächlichen Gegebenheiten ab, würde ein Zusammenschluß nicht mehr Vorteile bringen?
Oder gehts nur um politische Pfründe die Parteien nicht gerne hergeben, die es sogar verhindern

stprei
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Farbenspiel

Eingemeindungen würden die Position der Bürgermeister in den Umlandgemeinden schwächen, die meist rot sind. Und 5,6,7 rote Gemeinden ins schwarze Graz eingemeinden ging realpolitisch nicht. Und bei der Infrastruktur ist es so, dass sich die Gemeinden rundherum einfach keine Bim leisten können (die sie anteilig zahlen müssten).
Und dann noch die Zonengrenzen im Verkehrsverbund etc.
Das ist eine sehr sehr langsame, langfristige Entwicklung, die nur in politischen Ausnahmekonstellationen realisiert werden kann.

X22
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Um es leichter zu verstehen, es geht um die Versäumnisse in der Vergangenheit seitens der Stadtpolitik

sprich um es extrem auszudrücken auch um Nagls Führungsqualitäten, zwei Jahrzehnete des Nichtstun sind genug

rb0319
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Oder gehts nur um politische Pfründe die Parteien nicht gerne hergeben, die es sogar verhindern

Ja, leider scheitert es genau daran.

Vielgut1000
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"Vom Reden ins Tun kommen", meint die Kommunistin.

Das ist eh schön gesagt, nur dürften halt dann die Kommunisten nicht immer dagegen sein. So nst wird es immer beim Reden bleiben und man kommt nicht ins Tun.

checker43
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Die

dürfen schon gegen Luftschlösser wie U-Bahn und Murgondel sein, solange sie machbare, funktionierende und finanzierbare Alternativen aufzeigen (Ausbau Straßenbahn, eventuell auch S-Bahn).

stprei
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Tunnel

Und dann reden alle von einem SBahn-Ring (wo auch immer der oberirdisch im Osten laufen soll) oder einem Tunnel (also eine U-S-Bahn).

Nur Bim-Ausbau behebt die bestehenden Probleme (Geschwindigkeit, Kapazität, Taktung) nicht, weil es ein komplett neues Netz bräuchte (kommt die Entlastung Neutorgasse ist die Annenstraße das nächste Nadelöhr). Dauert genauso lange, kostet genauso viel, bringt wohl weniger.

Aber nachher ist man immer schlauer.

DergeerdeteSteirer
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Das Problem liegt nicht im verschlafen von Handlungen sondern im "nicht zusammenarbeiten" !!


Es ist traurig welche Art und Weise zwischen und unter den verantwortlichen in politischen Ämtern vorherrscht !
Es gibt zu viele die sich stets in die "erste Reihe" fußfrei stellen wollen und dadurch teils populistisch diktatorisch durchsetzen wollen, der/die Wähler (Bürger) lässt sich stets vor Wahlen leichtgläubig und auch noch naiv "Honig um's Maul" schmieren.

Jeder und absolut jeder dieser Leute in der Politikerscene sollte sich grundlegend mal bewusst sein das er ohne dem Bürger "nix" ist, so mancher sonst im normalen Arbeitsleben eigentlich für fleißige und pflichtbewusste Bürger (Arbeiter/innen) ein stetiges Hindernis ist !!

gickigacki
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jahrzehntelang

geschlafen betrifft nicht zuletzt sie selbst, frau kahr

Think_simple
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Geschlafen

Weil? Wie viele ÖV-Ausbauten realisiert man so gewöhnlich, wenn man für Soziales und Wohnungswesen zuständig ist? Diese Legislaturperiode ist sie für den Verkehr zuständig, und ja, da ist auch etwas geschehen.
Wer aber seit vielen Jahren immer dann mit besonders "originellen" Ideen jedes zur Realisierung anstehende Projekt (SW-, NW-, Uni-Linie, Innenstadtentlastung) torpediert ist unser permanent von Visionen geplagter Hr. Nagl, weil es halt dann immer ein neues, tolles Luftschloss gibt, das Geld und Personal binden muss, anstatt einfach mal was sinnvoöles umzusetzen. So ging viel Zeit und noch mehr (rares) Geld verloren...

gickigacki
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halbherzige lösungen

wie die Lendplatz"fuzo". let's face it, die Kommunisten sind super im dagegen sein und sogar dort wo sie sozial sein wollen betonieren sie bloss bestehende Verhältnisse wie systemische Armut

LaoQui
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Die "Wirtschaft" ist meist gegen die Pläne.

So auch am Lendplatz. Und überhaupt ist es mehr als Unsinn, ihr das Versagen in der Verkehrspolitik allein zuschanzen zu wollen. Sie hat das Ressort erst seit ein paar Jahren, und es ist viel geschehen. Dass es nicht immer mutig war, kann man kritisieren, aber: siehe Überschrift.

stprei
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Dafür

Die Gastro und Wirtschaft dort war dafür und eher enttäuscht von der Lösung. Die Anrainer wollen halt weiter parken können, das ist das Problem.

LaoQui
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Begegnungszone statt FUZO:

das war doch kaum im Sinne der Anrainer!

gRADsFan
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Kahrs Bilanz ist dennoch durchwachsen

Sie gehört zu denen die die Leistungsfähigkeit einer Straße rein am Autoverkehr bemessen

Wilhelm Gauster
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vielleicht

hat Graz die letzten Jahrzehnte keine geplante Stadtentwicklung gehabt - den Vergleich mit Wien verliert Graz mit 0:5 ...

calcit
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Naja, wenn man wie Wien für den Ausbau der Öffis auch Bundesmittel bekommt…

…z.B. für die U-Bahn und Graz defakto gar nichts und sich den Ausbau der Strassenbahn selbst finanzieren muss ist es sehr leicht grosse Töne zu spucken und Stadtentwicklungen voranzutreiben und gleich mit einem U-Bahnanschluss zu versehen.

stprei
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Steuer

Und eine eigene Steuer dafür hat, die sonst keiner eingeben darf.
Und auch Wien hat erst in den 70ern mit der ersten U-Bahn begonnen.

Lodengrün
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Wir bauen

auf Teufel komm raus und setzen dieser Geschichte die „Elektrischen“ entgegen. Das ist ja ungefähr so wenn wir mit Doppeldecker einen SF Flug abdecken. Angst vor den Kosten beherrscht die Diskussion. Wir werden nicht herum kommen. Klotzen beim Bauen, Kleckern bei den Verbindungen.

Think_simple
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Relation

Nun, wenn man sich seit Jahren die Miete nicht leisten kann (jeder Straßenbahnausbau ist ja viel zu teuer), wie vernünftig ist es dann, von einer 900m² Villa mit Pool und parköhnlichem Garten zu träumen (U-Bahn)?
1.) ist der ÖV genau deswegen so überlastet weil seit 20 Jahren anstehende und mitunter minimale Investitionen immer verschoben und als zu teuer abgesagt wurden (Innenstadtentlastung, längere Straßenbahnen), 2.) würde die Metro genau nichts bringen, denn ein großer Teil der PKW-Fahrten gehen über die Stadtgrenze in Form von Aus- und Einpendlern.

Es fehlt halt einfach der Mut für echte sinnvolle Projekte, weil man nur ja nichts verändern möchte, andererseits ist der Übermut mit sinnbefreiten Luftschlössern (Mur-Seilbahn, Metro und Co) im Übermaß vorhanden. Eh fein ein bisserl Show ab und an, aber jeden Tag Faschingsdienstag nervt halt auch irgendwann...

schlauer77
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metro nichts bringen..

das bezweifle ich. denn wenn es günstige parkhäuser gibt und die ubahn weiter in den süden gebaut wird bringt die südlinie einiges. denn hier gibt es sehr viele öffis aber das umsteigen .... verbraucht echt viel zeit daher lieber mit dem auto rein. auch bei 2 sbahn linien würde ich aufs auto setzen denn zu langsam. sorry ich würde wahrscheinlich nur die metro nehmen zeit ist halt geld und bringt freizeit.. die alle schon zu wenig haben.

melahide
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Das

Hauptproblem in Graz ist, dass man nur zum Jakominiplatz relativ flott kommt. Wenn man mit Öffis aber von A nach B will ist das teilweise schwierig. Das löst die Metro nicht. Die Züge müssten bis zum Jako oder Andreas Hofer Platz fahren. Dann könnten Einpendler schnell in jede Richtung weiter! Metro fahrt teilweise auch nur dort, wo es e schon Verbindungen gibt. Es hilft nix. Es braucht bessere Lösungen. Jakominiplatz als Zentrale, von dort „Fächerförmig“ in jeden Bezirk eine Straßenbahn, S-Bahn unterirdisch bis zum Jako, für die „letzte Meile“ Leih-Scooter und Räder!

Think_simple
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Geschwindigkeit

Vom Flughafen zum Hauptbahnhof ist's mit der S-Bahn in 12 Minuten getan. Inwiefern wäre eine U-Bahn auf dieser Relation schneller? Wien-Meidling-Handelskai bzw Floridsdort ist die S-Bahn trotzt langsamer und verstopften Stammstrecke schneller als die U6.
Und zB in der Relation BerlinerRing-Hauotbahnhof wäre die Metro um heiße 5 Minuten schneller als der Bus heute ist (bzw mit Umstieg auf den 7er nur 3 Min), dieser fährt aber noch einen Umweg über Mariagrün, ließe sich also noch leicht beschleunigen.
Das betrifft aber nur Haltepunkt zu Haltepunkt. Bei der Metro kommen noch lange Fußweg für den Zugang dazu, dazu gibt es weit weniger Stationen und somit lange wegen zur Station oder zusättliches Umsteigen, was wieder Zeit kostet...

kukuro05
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10 Jahre Graz als Riesenbaustelle!!!

Für eine geringe Effizienz!
Wir haben jetzt schon genügend Dreck und krankmachenden Staub!
Was geht in so einem Bürgermeisterkopf eigentlich vor?
Denken Sie wenigstens EINMAL in 18 Jahren vernünftig, Herr Nagl!

Think_simple
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Vernünftig denken

Diesen Apell, in 18 Jahren wenigstens einmal vernünftig zu denken, kann man aber auch an die Wähler richten. Gut, es waren keine 18 Jahre, die erste Periode wurde ja mit Stingl geteilt. Aber spätestens nach der 2. Periode hätte man als Wähler schon mal aufwachen können...

korschelt
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Irrtum

Mit Stingl wurde nix geteilt. Sie verwechseln Hasiba mit Nagl.

Think_simple
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Geteilt

2003 hat Bgmst Stingl an Nagl übergeben, soweit ich mich erinnere im Rahmen der Eröffnung der Kulturhauptstadt. Oder trügt mich hier die Erinnerung?

korschelt
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Erinnerung

Ihre Erinnerung trügt Sie. 2003 waren GR Wahlen und Nagl wurde mit Stimmen der ÖVP und SPÖ zum Bürgermeister gewählt. Sting hat seine erste Periode mit Franz Hasiba geteilt Mag. Nagl ist seit 18 Jahren Bürgermeister und war vorher 5 Jahre Stadtrat für Finanzen, Kultur und Landwirtschaft.

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