Kosten von 9 Millionen EuroGraz will Anrainer-Autos in neue Garagen schicken

Aus zwei Uni-Projekte sollen in Graz die ersten Anrainergaragen entstehen: Bei der alten Vorklinik und bei der TU in der Petersgasse stehen Entscheidungen bevor. Es geht um 300 Stellplätze.

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Bei der Neuen Technik in der Petersgasse soll eine Tief- samt Anrainergarage entstehen © TU Graz
 

Schon 2003 hatte sie der frisch gewählte Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) erstmals gefordert, 2010 hatte die Vizebürgermeisterin Lisa Rücker (Grüne) offensiv darüber nachgedacht, die heuer abgewählte türkis-blaue Koalition hatte sie in ihrer Agenda stehen – aber bis heute gibt es keine Anrainergarage.

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Ulfi_Hautberget
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Sunk Costs

Wenn man das mit diesen Klimazielen ernst nehmen und den Autoanteil in der Stadt in den nächsten 10 Jahren tatsächlich deutlich reduzieren würde. Würde man diese enormen Investitionen wohl neudeutsch Sunk Costs nennen. Wenn man es mit diesen Klimazielen nicht so ernst nehmen will und den Verkehr nur auf der Oberfläche reduzieren will, machen solche Garagen natürlich Sinn...

Zooropa
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Will die Stadt den Anrainern ernsthaft Garagenplätze kaufen?

Frau Stadträtin Schwentner hat messerscharf erkannt, dass man der eigenen grünen Klientel in Geidorf und Leonhard keinesfalls mit Zumutungen kommen darf. Verkehrsberuhigen ist super und das Auto kommt auf Kosten der Steuerzahler in die TG?

Ich würde sagen die Uni soll einfach diese Plätze für ab €40.000,-(?) zum Verkauf ausschreiben, von mir aus mit einem "Vorrecht" für Anwohner. Dann wird man eh sehen welchen Bedarf es gibt und jeder Autobesitzer der nicht zuschlägt, hat halt Pech gehabt.

Kobold76
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Na Super

Damit finanzieren wir mit dem Steuergeld ALLER Grazer beheizte und schön trockene Tiefgaragen-Plätze für die Gstopften mit Eigentumswohnungen in der Innenstadt und in Geidorf. Dümmer geht‘s nimmer…

stprei
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Service

Anrainergaragen sind einerseits ineffizient, weil sie halbe Zeit leer stehen (wenn zB. die Leute mit dem Auto in der Arbeit sind). Andererseits fördern sie, dass erst recht auf das Auto gesetzt wird, weil man einen garantierten Stellplatz hat. Dafür muss die öffentliche Hand jede Menge Geld für den persönlichen Luxus einiger weniger in die Hand nehmen. Die Kosten von 9 Mio. Euro klingen zunächst nicht nach viel, allerdings muss auch der Betrieb und die Instandhaltung laufend bezahlt werden. Legt man diese Kosten auf die Nutzer um, bleibt es ein Phänomen für ein paar Wohlhabende, die sich das leisten können.
Gescheiter wären trockene, helle und überwachte Fahrradgaragen, damit fördere ich auch das allgemeine Ziel, den Autoverkehr zu reduzieren und schaffe sicheren Platz für Ebikes und Lastenräder, die sonst kaum Platz in Hauseingängen oder Innenhöfen finden.

SagServus
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Andererseits fördern sie, dass erst recht auf das Auto gesetzt wird, weil man einen garantierten Stellplatz hat.

Das Problem am Verkehr in Graz ist nicht unbedingt der Anrainerverkehr.

"Anrainergaragen sind einerseits ineffizient, weil sie halbe Zeit leer stehen (wenn zB. die Leute mit dem Auto in der Arbeit sind)." - Bei einem Parkplatz gehts nicht um effizienz.

Wenn für Anrainergaragen Parkplätze auf der Oberfläche verschwinden, ist das sogar sehr effizient. Weil dann haben die Anrainer die dort wohnen ihren Parkplatz, es sind aber trotzdem um 300 Parkplätze weniger auf der Oberfläche. Sprich für Leute die meinen sie müssten unbedingt mit dem Auto in die Innenstadt, stehen dann 300 Parkplätze weniger zur verfügung.
Was dann eventuell bei dem ein oder anderen bedeutet, dass er sich doch überlegt mit den Öffis reinzufahren und das Auto z.B. beim Murpark stehen zu lassen.

Heike N.
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Oder man macht das einfach so, dass es eine normale

Parkgarage wird, mit mietbaren fixen Stellplätzen für den Zeitraum von 18:00 bis 07:00 Uhr

Sollte der Mieter den Platz auch am Tag nutzen, dann kann man das gesondert abrechnen, mittels Kennzeichenerfassung bei Ein- und Ausfahrt sollte das heutzutage kein Problem mehr sein.

Dann kann unter Tags der Auswärtige rein und am Abend der Innenstadtbewohner.

Es ist außerdem ein Irrglaube, wenn man denkt es wohnen nur Reiche in der Innenstadt.

MMK2014
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@Heike N: Genau das soll nicht sein!

Sinnvollerweise will man eben nicht, dass am Tag Auswärtige mit dem PKW in die Stadt fahren und diese Garagen nutzen. Daher Anrainergaragen.

SagServus
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...

Der Auswärtige soll aber nicht in die Innenstadt bzw. nur begränzt und am Stadtrand parken und mit den Öffis reinfahren.

Dein Konzept würde genau nichts an Verkehrsentlastung bringen. Da würden ja erst wieder alle reinfahren.

stprei
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Effizienz

Das Effizienzthema sehe ich anders. Wir müssen die Infrastruktur immer freihalten, obwohl sie untertags durchaus für andere zwecke genutzt werden könnte. Deshalb sind auch reine Anrainerparkplätze nicht gut, weil sie den Umschlag verhindern und so mehr Fläche für gleich viele Autos aufgewendet werden muss.

Und man muss die Standorte anschauen: Vorklinik? Die einzigen die dort mit dem Auto hinfahren, sind Eltern, die sich einmal die Sponsion vom Kind anschauen. Weil mit Shopping etc. ist in der Gegend nix, ein paar Ärzte gibt es.
Neue Technik/Petersgasse? Ist in meinen Augen auch nicht umbedingt der Pendler-Hotspot oder für ausgeprägte Einkaufstouren bekannt. Der Friedhof ist eh weiter weg.

Das Problem der Parkplätze in Graz ist, dass es die Grazer sind. Deswegen muss man auch "Anrainerparkgaragen" bauen, weil wenn man 300 Parkplätze wegschneidet, müssen die 275 Autos von dortigen Anrainern ja irgendwohin. Alle anderen teilen sich dann eh auf die blaue Zone auf oder (wie in der Innenstadt) parken gleich beim Kastner.

Das angeführte Argument ist für die City (also Joanneumring bis Schlossberghotel und Bürgergasse bis Kai) schon richtig, dort ist viel Verkehr, der schlägt sich aber relativ schnell um und ein gewisses Ausmaß an Parkplätzen braucht man in der Stadt trotzdem (sonst wandern die Geschäfte an frequentiertere Standorte ab). Aber in Wohnvierteln wie hier genannt teile ich das nicht.

MMK2014
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@stprei: Nur teilweise richtig!

Geh mal in diesen Bereichen (Vorklinik oder Neue Technik) spazieren uns schau dir die Kennzeichen an.

Ja, klar sind sehr viele PKW aus Graz, ein nicht unbeachtlicher Teil kommt aber eben nicht aus Graz.

steinmhe
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Konzept

Garagen nur für die Anwohner im Bereich der Innenstadt sind sicher gut und schön. Aber es gibt auch kleinere Firmen, die für Ihre Kunden Parkplätze benötigen und Besucher von Anwohnern, die auch Parkplätze benötigen. Wie schaut das Konzept dazu aus? Und wenn das Konzept nur lautet "die sollen mit den öffentlichen Verkehrsmittel fahren", dann werden weitere Firmen und Geschäfte aus der Grazer Innenstadt wegziehen und die seit Jahrzehnten schleichende Verödung setzt sich fort.

MMK2014
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Klar, weil alle auf PKW angewiesen sind :D

Jeder der sich nur ein wenig damit beschäftigt, hat schon kapiert, dass dort wo der PKW zurückgedrängt wird, die Wirtschaft floriert.

Vielleicht denken Sie auch mal weiter?

steinmhe
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@MMK2014

Beispiel Graz Klosterwiesgasse!

melahide
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Ja klar

Nur weil man nicht direkt mit dem Auto irgendwo hinfahren kann ... versteh ich ...

melahide
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Ist wohl

einne gute Idee. Schon alleine, weil es für die Autos besser ist, in einer Garage zu stehen. Die parkenden Autos gehören von der Straße. Kann ja wirklich nicht sein - baut man ein Riesentrumm an Straße hin, links und rechts davon Parkplätze. Da gehören einmal Radwege gemacht. Punkt, aus!

stprei
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Weg

Autos gehören weg von der Straße, also stellen wir sie in eine Garage, weil das für die Autos besser ist?
Damit wir kein Beitrag geleistet, um PKW-Fahrten zu reduzieren. Stattdessen wird es sogar komfortabler, weil man einen garantierten, trockenen Stellplatz hat, kein Angst vor Parkschäden oder Vandalismus haben muss und das Eiskratzen auch wegfällt.

melahide
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Wir sind

leider noch nicht so weit, dass wir auf "Shared Cars" setzen. Die Werbung hat uns über Jahrzehnte vermittelt, dass ein eigenes Auto Freiheit und Unabhängigkeit bedeutet. Und würde man nur noch auf Carsharing setzen würde vermutlich die Politik wieder sagen "man will die Autowirtschaft umbringen". Aber effektiv gesehen. Autos stehen meist mehrere Tage in der Woche irgendwo herum. Oft sogar zwischen 22 und 24 Stunden am Tag. Derzeit tun sie das an der Oberfläche und nehmen viel städtischen Raum in Anspruch. Da sind Tiefgaragen sinnvoller, die natürlich auch etwas kosten müssen ... natürlich müsste man Verkehrskonzepte komplett neu denken. Setzen auf öffentlichen Verkehr, für die "letzte Meile" E-Autos, E-Scooter, Fahrräder ... aber so weit sind wir wie gesagt noch lange nicht.

SagServus
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Damit wir kein Beitrag geleistet, um PKW-Fahrten zu reduzieren.

Doch wird es.

Wenn dafür auf der Oberfläche Parkplätze gestrichen werden.

Das Problem in der Innenstadt ist nicht der Anrainerverkehr sonder jeder Hinz und Kunz der glaubt er müsse mit dem Auto von auswärts in die Innenstadt fahren.

MMK2014
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@SagServus Richtig!

Genau das ist es!

Die Anrainer haben einen Stellplatz. Auch als Befürworter von Rad und ÖV brauche ich einen PKW. So geht es vielen.

Durch Anrainergaragen schafft man den Platz für die Anrainer, man schafft Platz für breite Geh- und Radwege und zusätzlich hält man die PKW von außen draußen.

Also Win-Win-Win.

altbayer
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Innenstadt? Eigenes Auto?

Ich dachte immer, dass man in der Innenstadt von Graz kein Auto braucht!
Die City soll doch AUTOFREI werden?
Wieso wird dann eine Anrainergarage benötigt?
Die Anrainergaragen sollen in Bezirken entstehen, in denen KPÖ und Grün weit vor den anderen Parteien das Sagen haben - die Wähler in diesen Bezirken wollen doch eigenes kein Auto und keinen eigenen Abstellplatz, oder doch ?

MMK2014
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@altbayer

1. ist das nicht die Innenstadt
2. Ja die Innenstadt soll autofrei werden, in der Stadt allgemein soll der PKW Verkehr reduziert werden, abschaffen kann man ihn nicht komplett. Somit sind Anrainergaragen rund um die Innenstadt sinnvoll.

Zur politischen Seite: Die Uni und TU und deren Bauprojekte sind nun mal dort. Das hat nichts mit den Wählern zu tun.

melahide
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Sie

armer, armer Mensch Sie ...