Bilanz zur Ära NaglAls ihm Graz noch Spaß machte

Wie sich Graz veränderte: tiefe und seichte Spuren, welche von den 18 Jahren der Ära Siegfried Nagl im Bürgermeisteramt bleiben.

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GRAZ-WAHL: KAHR / NAGL / SCHWENTNER
Am letzten Sonntag erlebte Siegfried Nalg eine Niederlage gegen die KPÖ der Elke Kahr © APA/ERWIN SCHERIAU
 

Bei der Gemeinderatswahl 1998 kandidiert der Innenstadt-Aktivist Siegfried Nagl erstmals für die ÖVP als Quereinsteiger. Die von Helmut Strobl geführte Partei wirbt im Wahlkampf mit einem U-Bahn-Projekt um Zustimmung. Der ersten Welle der Kritik begegnet man beschwichtigend, es sei doch nur eine Mini-Metro – der die Grazerinnen und Grazer offenbar nichts abgewinnen können. Die Wahl endet für die Volkspartei mit Stimmenverlusten, sie rutscht auf Platz drei ab. Die U-Bahn-Pläne verschwinden in der Ablage. Siegfried Nagl zieht als neuer Mann für Finanzen in die Stadtregierung ein. Samt der gelben Sitzbank, welche die ÖVP im Wahlkampf als eine Art Aufbruchssignal verwendet hatte und die nun im Büro des Finanzstadtrates einen neuen Platz findet. Auch als Signal der Erfrischung.

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Ichweissetwas
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Leider leider kann man

die zu viel errichteten Bauten nicht rückgängig machen, zig Bäume die gerodet wurden....
Nagl ist endlich weg, der auch nur austeilen aber nichts einstecken kann....!

Isidor9
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Beton-Siegi

Riesige Betonsiedlungen mitten im Grazer Erholungsgebiet. Rosenberg, Ruckerlberg zugebaut. Gebäude des Baurechtsamtes(!!) gesetzeswidrig. Gut dass Beton-Siegi weg ist.

Isidor9
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Nicht für alles verantwortlich, aber

Beton-Siegi war nicht für alle (Bau)Sünden , die in Graz geschehen sind verantwortlich, aber ob er mit seiner Machtfülle die er über die lange Amtszeit kumuliert hat , nicht stärker eingreifen hätte können, das bezweifle ich.

LaoQui
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Siegfried Nagl war ok, bevor er abhob.

Nachdem 1998 die Bürger gegen das Kunsthaus im Schloßberg votiert hatten, hat Stadtrat Nagl auf gute Ratschläge gehört und den richtigen Standort gewählt, das rechte Murufer ist aufgeblüht. Das Aiola an der Stelle der herunter gekommenen Schloßberg-Gärtnerei hat er erst gebaut, als der Ersatz-Stützpunkt beim ehem. Schweizerhaus fertig war. Auch beim Schloßberglift hat er Ratschläge befolgt und eine wirkliche architektonische und zugleich praktische Lösung ermöglicht. Ich könnte noch ähnliche Dinge aufzählen. Aber dann kam 2003 und Nagl als neuer Bürgermeister und seine Stadtregierung gingen vor einem Investor erstmals in die Knie und ließen das beliebte und denkmalgeschützte Kommod-Haus abreißen. Der Widerstand von - ja, erraten: Kaltenegger, KPÖ - war vergeblich. Damals hat es begonnen, dass er nicht mehr über seine Bürger die "schützende Hand" hielt, sondern über Investoren. Und als er seine eigenen Mega-Projekte forcierte, waren ihm die Bürger bereits egal, sie störten vermutlich. Seine Ankündigungen, verstärkt Bürgerbefragungen abzuhalten, hat er aufgegeben, als seine Schäfchen davor zurückschreckten, Reininghaus zu kaufen. An der Mur hat er der überhitzenden Stadt trotz schärfster Proteste ein ökologisches Desaster aufgezwungen. Niemand aus seinem Umfeld brachte ihn zur Vernunft. Wozu auch, wenn man so die Wahlen gewinnt. Die oft heftige Kritik der Öffentlichkeit brachte ihn nicht zum Nachdenken. Und so kam es, wie es kommen musste. Schade eigentlich.

LaoQui
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Nachtrag auf Wunsch eines Freundes.

Ja, es stimmt. BM Nagl ist es zu verdanken, dass zum Jahreswechsel 2021/22 das denkmalgeschützte Girardihaus als gerettet bezeichnet werden konnte, und dass heuer im August die Stadt Graz die vom Verfall bedrohte Ruine Gösting in Pacht genommen hat. Die Bewahrung dieser beiden Denkmäler wird mit seinem Namen verbunden bleiben. Aber es ist nicht zu verstehen, dass dies auf Kosten der Stadt geschieht, während die beiden Besitzer jahrzehntelang nichts gegen die Verwahrlosung ihrer Gebäude unternommen haben. Das Denkmalschutzgesetzt ist zu zahnlos. Dass aber seit 2010 in Graz nicht weniger als 200 erhaltenswerte Altbauten, Villen und Industriedenkmäler abgerissen wurden, ist auf mangelndes Engagement der Stadtregierung zurückzuführen. Wir können nur hoffen, dass damit jetzt endlich Schluss ist.

SagServus
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Der Titel „Stadt der Menschenrechte“ erfährt mit der Installierung des Menschenrechtsbeirates eine weitere inhaltliche Bedeutung. Der neue Star der Grazer Schwarzen lernt, Minderheiten, die er bisher ablehnte und am Rand der Gesellschaft anordnete, in der Mitte zu sehen.

Und hatte doch keine Probleme sofort mit der FPÖ zu koalieren.

Weil die KPÖ ist schlecht und ein VBGM der keine Probleme hatte an den Identitären anzustreifen und sich von diesen zu distanzieren, ist gut.

hortig
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Nagl

Christian Weniger zählt zu den besten jpu Österreichs. Und gottseidank hat er es sich zur Aufgabe gemacht, auch das alles aufzuzeigen, was Graz dem Nagl an Positivem zu verdanken hat, als nur dauernd auf U Bahn und Wohnbau herum zu eiern. Das geht sogar soweit, die Umbenennung der Merkur Arena ihm in die Schuhe zu schieben.
Leider merkt man wie wenig Grazer über Graz wissen.....

Ragnar Lodbrok
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Geld an Freunde zu verschenken,

daß einem nicht gehört, macht sicherlich Spaß..?

hortig
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@ragnar lodbrok

Wem hat er welches Geld geschenkt? Oder wieder einmal ein dummes Postings eines Wikinger

fiume
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BETON-DENKMÄLER

Mit Steuergeldern wurden viele unnötige Träume (Visionen vom Betonsigi) leicht erfüllt. Seine Beton-Denkmäler hinderlassen für unsere Kinder Schuldenberge welche höher sind als seine geliebten Kräne. Gott sei Dank wurden nicht all seine Traumvorstellungen umgesetzt.... "Die schützenden Hände für Graz" und 1,7 Milliarden Euro sind weg. So viele Schulden der Bevölkerung zu hinterlassen, finde ich nicht so toll!

Vielgut1000
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Seit 2001 ist aber auch Graz gewachsen

Um ca. 70.000 Menschen und diese Menschen müssen auch irgendwo wohnen
Auch da geht es um Angebot und Nachfrage

Baldur1981
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Leistungen

Nun, dass Graz nicht in den 90ern steckenblieb, ist hoffentlich nicht allzu erwähnenswert. Die dauernden Luftschlösser sind halt wirklich unglaublich gewesen.

Hausverstand
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Graz war für Nagl nur eine Spielwiese!

Der Artikel ist zwar über weite Strecken eine peinliche Lobhudelei, trifft aber zumindest in einem Punkt den Kern des Nagl'schen Politikverständnisses. Spielen, Spass haben - das beinhaltet auch die immer raschere Aneinanderreihung von Luftschlössern, skurrilen Ideen, Ankündigungen und Überschriften. Das sind Anzeichen eines narzisstischen Größenwahns, und damit ist er auch in der eigenen Partei (zum Beispiel im Land) immer mehr angeeckt. Nagl wollte lieber spielen als Probleme ernsthaft angehen oder gar lösen, und so finden seine Nachfolger jede Menge Baustellen - real und im übertragenen Sinn. Aber Nagl braucht das nicht mehr zu kümmern, er kann jetzt seinem Spieltrieb freien Lauf lassen - mit seinen Enkerln!

hoerndl
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Der Artikel beschreibt sehr schön den Verlauf eines Menschen, ,

der zu lange eine demokratische Position innehatte. jetzt zu behaupten Nagl wäre Teil der Spaßgesellschaft, zeigt nicht von Leseverständnis. Es war nicht sein Fehler, es war der Fehler der ÖVP Graz, da die Partei -als Bewegung - sich nicht früh genug um einen Wechsel des Testimonials gekümmert hat.

HannesK
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Lobhudelei

TROTZDEM EINE ÜBEFLÜSSIGE, PEINLICHEl LOHUDELEI!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Juran
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Stadion Problematik

So peinlich wie die Medien die Streitigkeiten und die Steuergeld Verschwendung rund um das Stadion Liebenau bzw. Die Diskussionen über einer Pacht des Stadions von Sturm oder den Bau eines GAK Stadions umgehen.

Das war aber einer der Sargnägel für Sigi Nagl.

melahide
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Nagl

wird für 2 Dinge in Erinnerung bleiben. 1) als Beton Sigi, Damit hat er sich ein Denkmal gebaut, einzementiert in den Köpfen der Grazerinnen und Grazer. 2) für seine Luftschlösser, die über Jahre Ressourcen gebunden haben um von den echten Lösungen abzulenken. Anstatt Graz zur „Radhauptstadt“ zu machen wurde sie zur „Hauptstadt der im Nichts endenden Radwege“. Weil er konnte keinen Plan in Auftrag geben um ein durchgehendes Radnetz zu bauen, er wollte Radhighways … blabla

Vielgut1000
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Nagl wird in Erinnerung bleiben, weil er das neue Graz enorm mitgestaltet hat.

Vor 20 Jahren, war Graz eine kleiner e Stadt - jetzt ist Graz auf der Überholspur.Er plante auch für Thal als Erlebnisort für Grazerinnen und Grazer. Er wollte ein Groß -Graz von Seiersberg bis Thal.

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Er hat wählen lassen👣🎪

Es war eine vorgezogene Wahl in Graz, hätte er auf das Frühjahr gewartet wäre es vielleicht anders gekommen, an seiner Stelle würde ich mich voll Zorn über meine Arroganz ständig in den Arsch beißen😁
Altes Sprichwort:
Wer in den Spiegel schaut und wenn anderes sieht hat verloren😮‍💨

isogs
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Einseitige Betrachtung

Es wurde keiner in Graz gefragt ob er eine Smart City und eine Verbauung aller grünen Flächen haben will. Oder mag der Hund Paula keine Wiese?! Selbstherrliches regieren rächt sich halt. Mitleid ist nicht angesagt.

Vielgut1000
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Es ist halt unter Nagl in Graz halt viel weitergegangen.

Das kann ihn niemand nehmen -besonders nicht die Neinsager-Parteien - und wird die Grazer viele Jahre an Nagl erinnern.

Toyota11000
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das interessiert keinen

mehr. Die Zukunft ist die KP und deren Wahlprogramm. Sammler zieht euch schon mal warm an.

FySy
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Arni

Nicht erwähnt wird der Streit mit Schwarzenegger als er noch Govenor in Kalifornien war. Graz darf nicht mehr mit seinem Namen werben nur weil Hr. Nagl sich hier in Szene setzen musste.
So viele weltweit so bekannte Österreicher gibt es nicht und schon noch weniger die aus Graz kommen. Ein Werbeschaden für Graz und den Tourismus der nicht mehr gut zu machen ist.

hortig
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@FySy

Sorry, nicht SI6, sondern Grüne und Kpö.
So schauts aus, posten ohne Ahnung zu haben, gratulliere

hortig
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@FySy

Hören Sie doch auf Unwahrheiten zu sagen, daß war eine Aktion der Grünen mit AI.

alsoalso
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Naturvergleich

Das kann man auch mit Bäumen vergleichen. Nach langer Amtszeit werden sie starr, später morsch und hohl

 
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