Schüler machen Zeitung - Gymnasium Hartberg„Bester Start in die digitale Ära ist ohne PC“

Der Konsum von digitalen Medien hat Auswirkungen auf die Gehirnentwicklung der Kinder. Und auch der Umwelt tut er nicht gut.

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Pauline Jöbstl und Cosima Pilz (links) wollen ein Bewusstsein für Umwelt und Gesundheit schaffen
Pauline Jöbstl und Cosima Pilz (links) wollen ein Bewusstsein für Umwelt und Gesundheit schaffen © KK
 

Die Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig die Erziehung in digitalen Fragen durch Eltern und Lehrpersonal ist. Deshalb bringen Pauline Jöbstl und Cosima Pilz vom Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark Jugendlichen und Lehrpersonal die Umweltbildung in Form von Workshops, Vorträgen und seit Corona auch in Online-Meetings näher.

Ab dem zehnten Lebensjahr

Vor allem bei Jugendlichen müsse ein Bewusstsein für Umwelt und Gesundheit geschaffen werden, sind sich die beiden einig. Pilz schließt sich dabei gerne Gerald Lembke, Professor für Digitale Medien und Medienmanagement, an: „Eine Kindheit ohne Computer ist der beste Start in das digitale Zeitalter.“ Dies bestätige auch die Gehirnforschung: „Die Gehirnentwicklung wird durch digitale Medien negativ beeinflusst.“ Daher sollten Kinder frühestens ab dem zehnten Lebensjahr mit der Nutzung digitaler Medien beginnen, erst ab dem zwölften Lebensjahr entwickle sich Kritikfähigkeit.

Pilz sagt: „Erwachsene haben die Pflicht, Kinder bei der Nutzungshäufigkeit der digitalen Medien und der Wahl der Inhalte zu kontrollieren. Viele tun das aber nicht.“ Oft seien sie selbst durch digitale Medien häufig abgelenkt und wenig kritisch und geben das an junge Menschen weiter.

Energieverbrauch

Die Digitalisierung zeigt aber auch umwelttechnische Folgen. Der Energieverbrauch sei mit dem des Flugverkehrs vergleichbar, das Internet werde bereits von mehr als der Hälfte der Weltbevölkerung regelmäßig genutzt. Durch die technische Entwicklung und Digitalisierung seien zwar Energieeinsparungen möglich, verändertes Nutzerverhalten hebe das häufig wieder auf, wodurch der Energieverbrauch sogar noch weiter steige. „Das nennt man auch ,Reboundeffekt’“.

Jöbstl betont daher, dass es wichtig sei, sein Denken und Handeln zu ändern. „Hierbei können schon kleine Veränderungen große Unterschiede machen.“ Beispielsweise den Computer nach dem Verwenden vollständig herunterzufahren. Am allerwichtigsten wäre es aber, Computer, Smartphones und Co. so lange wie möglich zu nutzen und nicht immer die neuesten Modelle zu kaufen. So könnten die Umweltfolgen durch den Energie- und Ressourcenverbrauch am besten reduziert werden.

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