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EssayVea Kaiser: Der Grant und das goldene Wienerherz

Oft kommt mir Wien wie eine ältere Dame im aus der Mode gekommenen Pelzmantel vor, die sich darüber beklagt, die besten Tage schon hinter sich zu haben, obwohl sie ein grandioses Leben führt.

AUT, THEMENBILD, Oesterreichisches Parlament
Wien, Wien, nur du allein? © (c) EXPA / Michael Gruber (EXPA/ Michael Gruber)
 

Alle Einwohner jenes kleinen Dorfes, in dem ich aufwuchs, schienen eine gefestigte Meinung zur Wienstadt zu haben. Für die einen war Wien ein Sehnsuchtsort, wo man alles kaufen oder endlose Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung finden konnte. Wo die Anonymität und Ruhelosigkeit einer Großstadt Abenteuer wie Freiheit versprachen. Für die anderen war die Stadt ein Moloch aus Kriminalität, Drogen, Ausländern, abgehobenen Eliten, Touristenmassen, weltfremden Künstlern, Politik-Filz, Dreck. Wo sich diejenigen zusammenrotten, die arroganterweise glauben, etwas besseres als der Rest des Landes zu sein oder schlichtwegs zu lebensunfähig sind, um ein Haus mit Garten und Carport zu erhalten.

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