Oberösterreich-WahlDer MFG-Erfolg offenbart unsere Sehnsucht nach Isolation in der eigenen Blase

Statt diese Abschottung mit spaltender Rhetorik noch zusätzlich zu befeuern, sollten Medien und Politik überlegen, wie ein in viele Kleinbewegungen fragmentiertes Land führbar wäre.

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Christina Traar
Christina Traar © Kleine Zeitung
 

Joachim Aigner strahlt über das ganze Gesicht, als er die MFG am Wahlsonntag im sicheren oberösterreichischen Landtagshafen weiß. Seine Liste hatte es geschafft praktisch ohne die Aufmerksamkeit klassischer Medien, einen nicht unbeträchtlichen Teil des Wahlvolkes davon zu überzeugen, das Kreuz neben seiner Bewegung zu setzen. Ein Phänomen, das man gut oder schlecht heißen kann. Das aber vor allem durch gezielte Kommunikation über soziale Netzwerke und digitale Nachrichtendienste möglich wurde. Und ein Phänomen, das offenbart, dass bereits geschieht, wovor sich Medien- und Meinungsmacher seit Jahrzehnten fürchten: Die Gesellschaft zieht sich zunehmend zurück in die eigenen Echokammern. Und die sozialen Medien helfen ihr dabei.

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Danke für Ihr Verständnis.

Vera G.
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MFG gäbe es nicht ...

...wäre die nicht - hysterische Sicht auf das GANZE im Pandemiegeschehen irgendwo öffentlich vertreten worden. Herr Pirker, ich gratuliere zu Ihrem Statement.

Wenn der überaus enge Suchscheinwerfer ausschließlich auf Abschottung und Isolation und auf die Impfung schaut, vermisse ich die Suche nach Behandlungsoptionen, dieses weite Feld bleibt fast unbeleuchtet.
Und die sorgfältige Abwägung von gesellschaftspolitischen Folgen der angeblich einzig möglichen Maßnahmen. Nicht zufällig bestehen die Wähler von MFG eher aus Akademikern, auch vielen Ärzten, und Leuten, die Verantwortung tragen.
Von der FPÖ in ihrer Radikalität fühlen sie sich nicht vertreten.
Und leider auch nicht von den klassischen Medien- bis zum 2. Lockdown hatte ich von der kleinen Zeitung den Eindruck ausgewogener Berichterstattung. Jetzt nicht mehr.

Mit freundlichen Grüßen
Vera G.

Robert Pirker
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Echokammer vs. APA - Meldungen

Sehr geehrte Frau Traar,

sie beschreiben in diesem Artikel ein wichtiges Thema, dass sich seit Pandemiebeginn verschärft hat .
Und zwar ist es der Verlust unserer Gesellschaft zum Diskurs - in den vergangenen Monaten haben Medien wie die Kleine Zeitung es verabsäumt unterschiedlichste Sichtweisen und Expertenmeinungen zum Pandemiegeschehen einzuholen.
Im Gegenteil nutzte die Kleine Zeitung auch des öfteren die Diffamierungswelle um andersartige Meinungen Mundtot zu machen - also wen überrascht es, dass sich der differenzierte Diskurs zum Pandemiegeschehen in die Sozialen Medien verlagert.

Die klassischen Medien könnten diese Situation als Chance begreifen und ihren USP darin sehen, Themen auch wirklich ganzheitlich zu betrachten - und das funktioniert eben nur, wenn ich konträre Meinungen zu Wort kommen lasse!
Auf diesem Wege möchte ich daher dem Team von "Talk im Hangar 7" - Servus TV danken, die genau diesen Weg, trotz all der Widrigkeiten, beschreiten!!!

Mit besten Grüßen
Robert Pirker

dude
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Genau Ihrer Meinung, Herr Pirker!

Vielen Dank für Ihren Kommentar!

Ifrogmi
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es wird zeit, dass man ...

... deppen endlich wieder als deppen, querulanten als querulanten und gauner als gauner bezeichnet und sie dementsprechend links liegen lässt.

dude
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Genau dies hat Fr. Traar in ihrem Kommentar NICHT gemeint, liebe Ifrogmi.

Deppen sollten mit Oberg'scheiten reden! Sie sollten sich austauschen und diskutieren und eventuell ist der Oberg'scheite gar nicht so g'scheit, wie er immer tut und der Depp gar nicht so dumm, wie er immer hingestellt wird!
Also, nicht links liegen lassen, sondern reden! Beim Reden kommen die Leut' z'samm!

lamagra
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Die Echoblasen sind jedoch keine 'Erfindung' der Pandemie!

Die hat es schon immer gegeben.
Egal um was es geht, es wird immer Leute geben, die sich fast ausschließlich mit gleichgesinnten Leuten umgeben.
Was jedoch erschreckend zugenommen hat, ist die Ablehnung jeglicher abweichenden Meinungen!
Es wird nicht mehr diskutiert, nein, der Diskurs wird von Anfang abgelehnt, weil man ja sowieso die Wahrheit für sich gepachtet hat und ausschließlich die eigene Meinung richtig ist. und die Einwände des Widerparts ausschließlich falsch, verdreht und erfunden sind.
Ist es aber nicht und war es nie! Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte!
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Aber genau das, wird uns ja jeden Tag von der Regierung vorgelebt. Anstelle Probleme anzugehen und zu beheben, werden Alibiaktionen gesetzt und diese als 'der große Wurf' dargestellt.