Kasten ausmisten Sie können sich nur schwer von alten Kleidern trennen? So gelingt's!

Einmal wieder für Ordnung im Kasten sorgen? Doch das fällt schwerer, als erwartet, weil man zu sehr am Pullover aus dem Barcelona-Urlaub oder an der Bluse, die man vom Mama geschenkt bekommen hat, hängt? Mit diesen Tipps gelingt das Ausmisten.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
© Drobot Dean/stock.adobe.com (Liana Dudnik)
 

1. Räumen Sie alles aus.
Zu Beginn sollten Sie den Schrank komplett ausräumen und eine erste Bestandsaufnahme machen. Was tragen Sie noch? Was gefällt Ihnen noch? Welche Stücke lassen sich mit der bestehenden Garderobe kombinieren? Machen Sie verschiedene Stapel, um einen ersten, groben Überblick zu bekommen.

2. Wann das letzte Mal getragen?
Alles, was man im vergangenen Jahr getragen hat, darf bleiben. Der Rest sollte aussortiert werden. Natürlich gilt das nicht für Kleidung, die man an ganz speziellen Anlässen trägt wie zum Beispiel Ballkleid oder Dirndl. Vorausgesetzt, sie passen noch.

3. Da passe ich schon noch rein...
Wer wirklich aussortieren möchte, muss ehrlich zu sich sein. Wollen Sie wirklich mehr Platz in Ihrem Kasten, müssen auch jene Teile daran glauben, von denen Sie immer gehofft haben, wieder reinzupassen.

4. Vielleicht freuen sich andere...
Einerseits kann man teurere Stücke auf Plattformen wie willhaben.at, shpock oder Kleiderkreisel weiterverkaufen. Man kann aber auch Freundinnen einladen, vielleicht haben sie ja Freude mit dem einen oder anderen Stück. Natürlich kann Kleidung auch in Altkleidercontainer gegeben werden. Die Caritas betreut viele Container. Hier wird die Kleidung je nach Qualität und Zustand aussortiert. Noch tragbares landet in den Carla-Shops.

Secondhand-Klassiker

+ Dr. Martens
+ Barbour
+ Burberry
+ Chanelkostüm
+ Louis-Vuitton-Taschen
+ Lederjacken


5. Ordnung im Verbleibenden schaffen.
Nun gilt es die verbleibende Kleidung neu zu sortieren. Das kostet Zeit und Arbeit, erleichtert aber den Alltag, wenn es zum Beispiel einmal schnell gehen muss. Deswegen sollte auch das Das-geht-immer-Outfit einfach und schnell zu finden sein. Sommer- und Wintermode sollten nach Jahreszeit ausgetauscht werden. Manchen hilft es auch, die Kleidung nach Farbe oder Funktion zu ordnen.

6. Boxen und Schachteln.
Die verschiedensten Behälter helfen dabei, einen Überblick zu bekommen. Besonders empfehlenswert bei Unterwäsche und Socken.
7. Klug einkaufen.
Damit man in Zukunft erst gar nicht mehr ausmisten muss und auch im Sinne der Nachhaltigkeit, lohnt es sich beim Einkauf genauer nachzudenken.
+ Lassen Sie sich nicht durch Schnäppchenpreise verleiten, etwas zu kaufen, was Sie gar nicht brauchen oder nicht perfekt passt.
+ Kaufen Sie Stücke mit Qualität, die Sie lange tragen können.
+ Lassen Sie sich nicht durch aktuelle Trends verleiten, Kleidung zu kaufen, die Ihnen nicht steht.
+ Überlegen Sie beim Einkauf genau, ob das Stück mit dem Rest Ihrer Garderobe kombinierbar ist.

Bewusster Kleiderkauf

Worauf man beim bewussten Kleiderkauf achten sollte, verrät Michaela Knieli, Textilexpertin der "umweltberatung":
Worauf kann man als Kunde beim Einkaufen achten?
Michaela Knieli:
Die erste Frage, die man sich stellen sollte, wenn man vor dem Regal steht, ist: Brauche ich das wirklich? Oder ist es vielleicht einfach nur ein Lustkauf? Danach stellt sich natürlich schon auch die Frage, wo und unter welchen Bedingungen das Stück produziert wurde. Und das kann man am besten an Gütesiegeln erkennen.

Auf welche Siegel sollte man achten?

Es beginnt alleine schon einmal beim Gang ins richtige Geschäft. Wenn ich in einen Ökoladen gehe, muss ich mir gar keine Gedanken machen. Gehe ich aber in einen großen Diskonter oder in eine Filiale der großen Ketten, dann muss man genau schauen. Dort bekomme ich zwar oft Textilien mit Bio-Baumwolle, doch die Frage ist, wie sie weiter verarbeitet wurde.

Inwiefern?

Es wird immer noch mit viel Chemie hantiert und die Arbeiter arbeiten immer noch unter unfairen Bedingungen. Nach so einem Verfahren ist es in dem Sinne kein besseres T-Shirt mehr. Von dem her wäre es schon sinnvoller, sich zum Beispiel für Kleidungsstücke zu entscheiden, die den GOTS (Global Organic Textile Standard) erfüllen, weil hier darauf geachtet wird, dass die ganze Kette ökologisch in Ordnung ist.

Viele tricksen sich ja selbst aus und denken: Wenn ich die Sachen getragen habe, tue ich Gutes und werfe sie in die Altkleidertonne. Dann bekommen sie Bedürftige oder sie werden recycelt. Zu Recht?

Natürlich wird manches an Hilfsorganisationen weitergegeben, bei manchem werden auch die Rohstoffe weiterverwendet. Aber es ist nicht die Lösung des Problems. Nämlich, dass wir ständig Neues produzieren und das auf Kosten der Umwelt. Die Textilproduktion ist extrem energie- und chemieintensiv. Es wäre sinnvoller, weniger, dafür hochwertiger zu produzieren und diese Dinge dann lange zu nützen. Wenn es nicht mehr passt oder gefällt, können Tauschpartys im Familien- und Freundeskreis eine gute Lösung sein. So minimiert man den Konsum und stößt vielleicht auch bei der Freundin auf nette Sachen. Die Lebensdauer von Kleidung wird verlängert und das ist im Textilbereich einer der wichtigsten Faktoren bezüglich der Umwelt.

Wie kann man den Leuten den Verzicht schmackhaft machen?

Es ist auch zum eigenen Wohle. Es macht weniger Stress, wenn man ein paar Outfits hat, die richtig passen und zusammenpassen. Außerdem: Den abgenützten Look bei Jeans bekommt man nur durch jahrelanges Tragen.





 

 

 

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung!