SardinienWarum der rosarote Strand jetzt mit Kameras überwacht wird

Sardinien ist für seine wunderschönen Strände berühmt - jedes Jahr bringen Touristen Sand und Muscheln allerdings als Souvenir nach Hause und schaden damit der Umwelt.

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Der rosarote Strand auf der Insel Budelli © Stefano Zaccaria/stock.adobe.com
 

Ein elektronisches Auge soll über den rosafarbenen Strand auf der Insel Budelli im Archipel von La Maddalena auf Sardinien wachen. Die Verwaltung des Nationalparks, zu dem die Insel Budelli gehört, hat in Zusammenarbeit mit der Umweltschutzorganisation WWF beschlossen, ein Videoüberwachungssystem zu installieren, das eine ständige Überwachung des Strandes ermöglichen soll.

Das Projekt, dessen Kosten etwa 195.000 Euro betragen, wurde von der Parkleitung bereits genehmigt, berichteten italienische Medien. Der Einsatz der Videokameras fällt mit der Wiederherstellung der Wanderwege auf der Insel zusammen, die zunehmend auf nachhaltigen Tourismus ausgerichtet ist.

Die kleine Mittelmeerinsel Budelli war öfters in die Schlagzeilen geraten. Scharen von Touristen hatten in den vergangenen Jahren den rosa Sand gestohlen. Daraufhin wurde Budelli für Badegäste gesperrt. Der im Film von Michelangelo Antonioni "Rote Wüste" verewigte rosa Sand erhält seine charakteristische Färbung durch winzige Muschelpartikel.

Auch im Rest Sardiniens gehen die Behörden zunehmenden gegen Urlauber vor, die Sand und Muscheln von den Stränden als Urlaubsandenken mit nach Hause nehmen wollen - und damit der Umwelt schaden: "Jedes Jahr erleiden die Strände Sardiniens irreparable Schäden durch Menschen, die ohne jeglichen Respekt Sand, Steine und Muscheln forttragen. Dies ist nicht nur falsch, sondern auch illegal", erklärte der Zoll.

An einem Flughafen der italienischen Urlaubsinsel wurden nun wieder kiloweise Sand, Muscheln und Kieselsteine beschlagnahmt. Insgesamt hätten die Beamten am Flughafen Alghero in letzter Zeit bei 41 Personen über 100 Kilogramm Sand von verschiedenen Stränden sichergestellt, twitterte der Zoll kürzlich. Die "Schmuggler" hätten Strafen von bis zu 3000 Euro bekommen. Sofern es möglich war, wurde der Sand von den Behörden wieder zurück zu den Stränden gebracht.

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