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Welt-Sepsis-TagBlutvergiftung: Das sollten Sie wissen

Welt-Sepsis-Tag: Wo die häufigsten Ursachen einer Blutvergiftung liegen, wie man sie erkennt und was es mit dem ominösen "roten Strich" auf sich hat.

Sujetbild © (c) analysis121980 - stock.adobe.com
 

Geschätzt rund 28.000 Sepsis-Erkrankungen gibt es jedes Jahr in Österreich, etwa 6.700 Betroffene sterben daran. "Damit gehört Sepsis zu den häufigsten Todesursachen in Österreich", informiert die Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) anlässlich des Welt-Sepsis-Tages am 13. September. Gefordert sei Aufklärung, Prävention und Früherkennung zu verbessern.

Weltweit ist Sepsis - landläufig auch als "Blutvergiftung" bezeichnet - laut WHO für elf Millionen Todesfälle jährlich verantwortlich, das entspricht etwa einem Fünftel aller Verstorbenen, berichtete ÖGARI-Präsident Klaus Markstaller in einer Aussendung. "Die Dimension ist vielen nicht bewusst."

"Der aktuellen medizinischen Definition zufolge entsteht eine Sepsis dann, wenn eine überschießende Immunantwort des Körpers auf eine Infektion auch Organe schädigt", erläuterte Eva Schaden, Stellvertreterin für den Bereich Intensivmedizin der ÖGARI. "Eine Sepsis kann zu Schock und Multiorganversagen führen, insbesondere, wenn sie nicht frühzeitig erkannt und unmittelbar behandelt wird." Auch die schwere Erkrankungsausprägung bei Covid-19 könne als virale Sepsis verstanden werden.

Vielfältige Ursachen

Die Ursachen einer Sepsis sind äußert vielfältig. Sie reichen von - aktuell besonders bedeutsam - viralen Infektionen wie zum Beispiel einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 oder Infektionen aus unklarer Quelle bis hin zu Hirnhaut- und Lungenentzündungen. "Unter bestimmten Umständen kann sich aus jeder banalen Infektion eine Sepsis entwickeln, deswegen ist das Krankheitsrisiko insgesamt so hoch", betonte Schaden.

Sepsis kann nicht nur durch eine Blutinfektion ausgelöst werden, sondern häufig auch durch Durchfall, Lungenerkrankungen oder Tropenkrankheiten. Wenn das Immunsystem dann überreagiert, kann das zu multiplem Organversagen und damit zum Tod führen. Auch wer an einer schlimmen Form von Covid-19 leidet, hat laut WHO ein höheres Risiko, eine Sepsis zu bekommen. Selbst wer sie überstehe, müsse mit lebenslangen Folgen rechnen.

Häufigste Ursachen der Sepsis Foto © www.global-sepsis-alliance.org

Der häufig zitierte "rote Strich am Arm" ist übrigens kein Sepsis-Hinweis. Vielmehr sind es zunächst eher allgemeine Symptome wie Fieber und/oder Schüttelfrost, eine erschwerte, schnelle Atmung oder Verwirrtheit und verwaschene Sprache und ein massives Krankheitsgefühl.

WHO: Mehr Aufklärung über Sepsis nötig

Weltweit sterben laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedes Jahr rund elf Millionen Menschen an Sepsis, darunter fast drei Millionen Kinder. Es sei dringend geboten, die Kenntnisse über vorbeugende Maßnahmen sowie die Datenbasis über diese gefährliche Immunreaktion generell zu verbessern, fordert die UN-Organisation in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht.

Dazu gehöre unter anderem die bessere Ausbildung von Menschen im Gesundheitswesen, um Infektionen, die zu Sepsis führen können, schneller zu erkennen. Das Syndrom, das früher vereinfachend als Blutvergiftung bekannt war, entstehe in vielen Fällen im Krankenhaus.

Diese Symptome können auf eine Sepsis hinweisen Foto © www.global-sepsis-alliance.org

Sepsis-Prophylaxe

"Diese unspezifischen Anfangssymptome zeigen, dass nicht nur die Grippe und der grippale Infekt nicht immer leicht von einer Covid-19-Erkrankung zu unterscheiden sind, sondern eben auch die Sepsis, das sollte in der aktuellen Diskussion stärker berücksichtigt werden", betonte Schaden. Die Pandemie habe viele Menschen auch bezüglich der richtigen und effektiven Händehygiene sensibilisiert, das müsse unbedingt auch in Hinblick auf die Sepsis-Prophylaxe beibehalten werden.

"Durch intensive Informationstätigkeit ist es inzwischen allgemein bekannt, dass bei typischen Covid-19-Symptomen wie Fieber, Husten oder Kurzatmigkeit die Hotline 1450 angerufen werden soll. Genauso selbstverständlich sollte es werden, dies auch bei Symptomen einer Sepsis zu tun", sagte Schaden.

Die ÖGARI fordert gemeinsam mit anderen Organisationen die Etablierung eines "Nationalen Aktionsplan Sepsis" als ein bundesweites Gesundheitsziel. Dieser solle zu mehr Bewusstsein für die Erkrankung, zu einer verbesserten Früherkennung und zur Etablierung optimaler Rahmenbedingungen für Diagnose und Management der Sepsis beitragen. Ein wichtiges Element ist dabei die Erhebung valider Daten über Häufigkeit und Sterblichkeitsrate der Sepsis für Österreich, sagte ÖGARI-Präsident Markstaller.

Richtiges Händewaschen Foto © www.global-sepsis-alliance.org

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