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Belastungsstudie präsentiertLehrer unterrichten gerne, aber 14 Prozent sind ausgebrannt

Am häufigsten belastet fühlen sich Lehrer der Studie zufolge durch als sinnlos empfundene Bürokratie, gefolgt von den Medien, von denen sich die Lehrer pauschal verurteilt finden.

Lehrer leiden vor allem unter zu viel Bürokratie, ergab die Studie
Lehrer leiden vor allem unter zu viel Bürokratie, ergab die Studie © APA (dpa/Archiv)
 

Die Mehrzahl der österreichischen Pflichtschullehrer liebt es, zu unterrichten. Gleichzeitig sind immer mehr von ihnen im Job hoch belastet, zeigt eine am Freitag präsentierte Belastungsstudie der ARGE Burnout im Auftrag der Pflichtschullehrergewerkschaft. Demnach fällt jeder siebente Lehrer in jene Risikogruppe, die wegen anhaltend hoher Belastung Symptome wie bei einer schweren Depression zeigt.

Bei 45 Prozent der Lehrer von Volks-, Neuen Mittel-, Sonder- und Polytechnischen Schulen ist laut der zum dritten Mal durchgeführten Befragung (rund 7.200 Teilnehmer) die berufliche Belastung auf normalem Niveau. Ein Viertel ist "belastet" und zeigt Anzeichen einer vorübergehenden Erschöpfung, knapp 16 Prozent sind "überlastet" und leiden bereits an Selbstzweifeln und der Unfähigkeit sich zu entspannen.

"Ziemlich alarmierender Befund"

Die Größe der Risikogruppe ist im Vergleich zur ersten Erhebung 2010 um vier Prozentpunkte auf 14 Prozent gewachsen. Für Studienautor Erich Hotter ist das "ein ziemlich alarmierender Befund" und unter den von der ARGE Burnout bisher untersuchten Berufsgruppen "der bei weitem höchste Wert". "Der Lehrberuf ist - das kann man sicher sagen - gesundheitlich einer der riskantesten." Besonders oft in die Risikogruppe fallen Männer, ältere Lehrer sowie Lehrer in Städten und an NMS.

Am häufigsten belastet fühlen sich Lehrer der Studie zufolge durch als sinnlos empfundene Bürokratie, wie Testungen und Evaluierungen ohne nachvollziehbaren Zweck sowie Dokumentationen, die Zeit für die Arbeit mit den Schülern abziehen. Dahinter folgen "Medien", durch die sich die Lehrer laut Studienautor Hotter ungerecht behandelt und pauschal verurteilt fühlen. Ebenfalls oft genannt werden Aggressionen, laut vertiefender Auswertung fühlt sich mehr als die Hälfte der Lehrer ständig bzw. häufig belastet durch Aggressionen zwischen Schülern, vor allem an Sonder- und Polytechnischen- und Volksschulen. Immerhin jeder fünfte Lehrer gab an, ständig bzw. häufig durch Aggressionen gegen Lehrer belastet zu sein.

Supportsystem und "Timeoutgruppen"

Romana Deckenbacher, Vize-Vorsitzende der GÖD fordert angesichts dieser Ergebnisse ein flächendeckendes und professionelles Supportsystem. Außerdem brauche es mehr Fortbildungen zum Umgang mit Gewalt und mehr Sanktionsmöglichkeiten bei Grenzüberschreitungen von Schülern. Paul Kimberger (FCG), Vorsitzender der Pflichtschullehrergewerkschaft, plädierte auch für die von der vergangenen ÖVP-FPÖ-Regierung geplanten "Timeoutgruppen", um Schüler zu schützen vor "einigen wenigen, die ständig Terror verbreiten".

Gesondert untersucht wurde die Situation der Schulleiter. Laut Kimberger wird es nämlich bundesweit immer schwieriger, Kandidaten für diesen Job zu finden. Laut der Studie würde ein Viertel der Direktoren nicht noch einmal einer Berufung folgen, als Hauptgrund wird die Frustration über als sinnlos erlebte administrative Aufgaben genannt. Weitere Gründe sind das Fehlen von an Pflichtschulen nur in seltensten Fällen vorhandenen Sekretariatskräften und Unterstützungspersonal wie Schulsozialarbeitern und -Psychologen, unkooperative Eltern und zunehmender Druck.

Belastend ist laut der Erhebung auch die Arbeitsplatzsituation der Lehrer, mehr als 60 Prozent erledigen alle Arbeiten abseits des Unterrichts daheim. Mehr als 60 Prozent der Lehrer setzen zudem häufig oder ständig ihre persönlichen Geräte im Unterricht ein und 58 Prozent bezahlen häufig oder ständig Unterrichtsmittel aus eigener Tasche.

Angesichts der mangelnden Ausstattung an Schulen ist auch die Euphorie der Lehrer in Sachen Digitalisierung überschaubar. Nur ein Drittel kann sich mit dem von der Politik ausgerufenen Ziel identifizieren, für die Hälfte ist eine erfolgreiche Umsetzung mit der vorhandenen Ausstattung eher nicht oder sicher nicht vorstellbar, für 61 Prozent ist ein Erfolg mit den vorhandenen Personal- und Zeitressourcen eher nicht oder sicher nicht machbar. Zusätzlich fühlen sich 49 Prozent eher nicht oder sicher nicht ausreichend ausgebildet. Es reiche nicht, alle Schüler mit einem Handy, Tablet oder Laptop auszustatten, betonte Kimberger. An den Schulen fehlten funktionierendes WLAN, es gebe kaum Serverlösungen oder moderne Ausstattung und es gebe keinen technischen Support.

Wieder Zeit für Beziehungsarbeit mit Schülern

Von der Politik forderten die Vertreter der Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG), die sich im November wieder den Personalvertretungswahlen stellen, dass Bildungspolitik wieder Sache der Lehrer werden müsse. Die Bildungspolitik der vergangenen zehn bis 15 Jahre habe versagt, so Kimberger, Lehrer bräuchten wieder Zeit für die Beziehungsarbeit mit den Schülern. Von "selbsternannten Experten" will er hingegen nichts mehr hören, sagte er mit einem Seitenhieb auf Buchautor Andreas Salcher ("Der talentierte Schüler und seine ewigen Feinde"). Dieser habe aus seiner Sicht auch bei den anstehenden Regierungsverhandlungen - anders als 2017 - nichts verloren.

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Danke für Ihr Verständnis.

tenke
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KEIN bisschen Mitleid....

1. opfert bestimmt kein Lehrer seine Freizeit (von der er, nebenbei erwähnt, mehr als genug hat)

2. bezahlt sicher kein Lehrer Unterrichtsmaterialien aus der eigenen Tasche (und wenn, dann ist er oder sie wohl selbst schuld)

3. Agressionen zwischen Schülern - liebe Lehrer, damit müsst ihr umgehen können, das ist euer Job und ihr werdet dafür gut bezahlt!

5. "pauschale" Verurteilung in Medien - da gibt es genug andere Berufsgruppen, die weit mehr verschrien sind

6. Depressionen und Überlastung betreffen einen sehr großen Teil der Bevölkerung (da fällt eine Hand voll Lehrer nicht ins Gewicht)

7. Bürokratie und Digitalisierung - wen betrifft es nicht?

....

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arma
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Ich bin kein Lehrer,

ich habe nur unser Kind von der Volksschule bis zur Matura begleitet. Und ja, wie in jedem Beruf gibt es dann und wann auch ein sogenanntes schwarzes Schaf unter den Lehrern. Aber ich habe durchwegs sehr engagierte Lehrer erlebt. Im Unterricht und in der Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen und unsere Kinder und Jugendlichen vom Schikurs über Exkursionen bis zu Sprachreisen zu begleiten. Was ich aber in einem Übermaß erlebt habe, waren respektlose, besser wissende Eltern.
Eltern, die Lehrer für wohlgemeinte Erziehungsmaßnahmen aggressivst angreifen.
Eltern, die Lehrern mitteilen welche Noten ihre Kinder
verdient hätten.
Eltern, die neben ihren Kindern in einem Jargon über Lehrer herfallen, dass man sich über das Benehmen der Kinder nicht mehr wundern muss.
Wir Eltern reden uns weiß Gott wie oft auf unsere Doppelbelastung usw. aus, aber nichtsdestotrotz sind wir dafür dafür Verantwortlich unseren Kindern Höflichkeit, einen respektvollen Umgang mit dem Gegenüber, Kritikfähigkeit und anständige Manieren vorzuleben.

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Dordevil
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Wow, Sie sind ja ein richtiger Experte.

Zu Punkt eins kann ich (selbst Lehrerin) nur hysterisch lachen... Und ganz viele meiner Kollegen auch. Ich weiß nicht, ob sie sich über diesen Beruf ausreichend informiert haben.

Zu Punkt 2 kann ich nur sagen, daß es von jedem Lehrer anders handgehabt wird. Und ich gehör zu den Dummen, wie sie es so schön nennen. Mir ist es nicht egal, das das Klassenzimmer in dem 23 zwölfjährige Sitzen aussieht wie ein Gefängnis in Russland. Mir ist es nicht egal das uns Verbrauchsmaterialien ständig ausgehen und der Warenkorb bei weitem nicht alles abdeckt. Und mir ist es nicht egal, wenn ein Schüler eine Mappe braucht aber seine Eltern sich keine leisten können. Zum Glück ist es mir relativ egal, welcher Meinung sie sind jedoch würde ich es besser finden, wenn sie vorher mit ein paar Lehrern diskutieren und erst dann ihre Meinung öffentlich im Internet kundtun.

PS: ich habe mich extra um dieses Post kommentieren zu können regestriert. Und das allererste mal noch dazu. Nur um den Lesern mitzuteilen, dass es einfach nicht stimmt. Die meisten LehrerInnen sind unglaubliche Idealisten.

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tenke
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Wenn sich durch meinen Kommentar (und diese Meinung vertrete ich voll und ganz)

jemand angegriffen fühlt, entschuldige ich mich.

ABER:
ES IST DER JOB EINES LEHRERS Wissen zu vermitteln (die Themenbereiche bleiben im Grunde ja immer die selben und auch in der Privatwirtschaft muss man sich eigenständig weiterbilden und informieren), sich mit - natürlich auch aufmüpfigen - Kindern auseinanderzusetzen und sie ein Stück weit zu erziehen.

NEID lasse ich mir keinesfalls unterstellen. Im Leben möchte ich kein Lehrer sein. Aber genau so wenig möchte ich in der Sommerhitze Straßen asphaltieren. JEDER Beruf hat seine Herausforderungen und Belastungen.

Ich bin auch keinesfalls ein "Lehrerhasser" - zähle sogar einige zu meinen Freunden.

Zur Freizeitarbeit eine Frage: müssen Sie keine Arbeitsaufzeichnungen führen? Was steht in Ihrem Dienstvertrag? Gehen Sie zur Arbeiterkammer und Sie werden ab Montag nicht mehr in der Freizeit arbeiten müssen. Was den Kauf von Unterrichtsmaterialien angeht, wird es sich ähnlich verhalten.

Ach, und noch etwas, Herr oder Frau TSetznagel: 3, 4 , 5, ... ich habe jetzt besser auf die Nummerierung verzichtet. Aber, wie sagt man so schön, man lernt ein Leben lang. In diesem Sinne: es heißt DER Kommentar, nicht DAS.

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TSetznagel
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Plattitüden

Noch mehr Verallgemeinerungen. Ich lehre Wirtschaftsfächer und wenn sich etwas in der Privatwirtschaft ändern, dann auch bei uns. So wie Sie es darstellen ist es nicht, auch wenn Laien das voreilig annehmen. Wir können uns aber gerne über Ihren Beruf unterhalten und ich sage Ihnen, wie es abzulaufen hat.

Ein Stück weit wäre kein Problem, aber viele meiner Schüler erhalten so gut wie gar keine Erziehung. Aber man kann die Verantwortung ja gerne abschieben, letztendlich landen die dann größtenteils in der Wirtschaft.

Nein, es ist niemand verpflichtet über seine Freizeitaktivitäten Aufzeichnungen zu führen, wir korrigieren eben am Samstag oder Sonntag, weil es einfach dazu gehört. Aber Freizeit hatte ich in der Privatwirtschaft wesentlich mehr. Und da war ich 20 Jahre lang!

Und keine persönlichen Angriffe, das zeigt Defizite in den sozialen Kompetenzen auf. Am besten nur über Themen sprechen, von denen man wirklich Ahnung hat. Das Lehrer dasein dürfen und können nur Experten beurteilen, also Lehrer!

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Thomas22051987
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Unangebracht

Aufgrund ihres Kommentars nehme ich an, dass sie in ihrer beruflichen Tätigkeit keine Zufriedenheit finden. Neid sowie Missgunst sind wohl nach wie vor die größten Übel des österreichischen Volkes. Zuletzt möchte ich Ihnen beratend zur Seite stehen. Verschonen Sie Mitarbeiter des Bundes, der Länder und Gemeinden mit ihren primitiven, unangebrachten Meldungen. Denn Menschen ihrer Gattung sind die Verursacher der in diesem Artikel beschriebenen Probleme.

Zusatz: Bin selbst kein Lehrer. Habe es jedoch satt, solch proletarische Rülpser zu Kenntnis nehmen zu müssen.

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TSetznagel
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Lehrerbashing, schon wieder ...

1) Bitte keine Pauschalierung, ich habe 30 Stunden, 4 Kustodiate, Förderkurse etc. Sämtliche Beratungsgespräche, Gespräche mit der Wirtschaft, Projekt- , Unterrichtsplanung, Korrekturen, Exkursionsplanungen, Klassenvorstandsarbeiten usw. fallen in die Freizeit. Ich komme auf 45-60/Woche.

2) Doch, jeder! Da das Schulbudget wenig hergibt und durch Bürokratie es sehr erschwert wird, gewünschte Unterrichtsmaterialien zu erhalten.

3) In der Privatwirtschaft habe ich mehr verdient, habe weniger gearbeitet und geleistet. Kunden und Mitarbeiter, die so ein Verhalten an den Tag gelegt haben, wie es Schüler teilweise tun, wurden aus unserem Unternehmen dauerhaft verwiesen.

4) Nach 3 kommt 4, noch vor der 5.

5) Welche denn? Kenne keine einzige, deren Arbeit und Leistung so schlecht geredet wird, weil jeder denkt er könne die Arbeit beurteilen. Sagt man einem Polizisten, Arzt, Richter oder einer Krankenschwester wie sie ihre Arbeit zu machen hätten?

6) Also ist es in Ordnung wenn man seine Kinder ausgebrannten Personen überlässt? Nur gut, dass sie keine Entscheidungsbefugnis haben. Großer Teil der Bevölkerung ist sehr stark verallgemeinert. Zahlen bitte.

7) Es geht um die Kenntnisse, im Unternehmen haben wir uns Know-How zugekauft, von Lehrern erwartet man, dass sie alles können und selbst machen und dann noch weitergeben.

Das Kommentar zeigt uns mal wieder: Zuerst attackieren, verallgemeinern, schlecht reden und auf keinen Fall Verbesserungsvorschläge.

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hermannsteinacher
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Um die Deutschkenntnisse zu verbessern,

bitte nicht vergessen, wenigstens hin und wieder ins ÖWB reinschauen!

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horstbergmann
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Wozu so ein Kommentar?

Engagierte Lehrer sind also "selber schuld"? Auch eine interessante Meinung... Sie scheinen leider (durch persönliche negative Erfahrungen?) zu recht unreflektierten Meinungen zu tendieren... Deswegen so ein patziges,pauschales Posting zu verfassen finde ich trotzdem traurig.
Ich kann Ihnen versichern, dass ich häufig - und gern- Unterrichtsmaterial selbst bezahle und dass ich es sinnvoll finde, über die Belastungen einer Berufsgruppe nachzudenken, ohne Mitleid zu wollen. Um Mitleid geht es in dem Artikel nämlich nicht, sondern darum, die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass wir LehrerInnen unseren Job weiterhin mit Engagement machen können. Zum Wohl der Kinder, die dann hoffentlich nicht so ein negatives Lehrerbild wie Sie entwickeln.

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