Rezepte zum SelbermachenKosmetik aus Küche und Kühlschrank

Gesunde Ernährung für die Haut. Wie man „essbare Pflegeprodukte“ ganz leicht selber herstellen kann und warum Nahrungsmittel damit nicht verschwendet sind.

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© (c) Ovcharenko - stock.adobe.com
 

Kaiserin Kleopatra soll täglich in Eselsmilch gebadet haben. Rezepturen für Hautmasken mit Honig, Gurke, Germ und Lehm oder Gesichtslotionen mit Milch und Honig sind gewissermaßen seit Jahrtausenden bekannt. Die Übergänge zwischen Lebensmitteln, Medizin und Hautpflege waren immer fließend. „Wer allerdings ein zusammenhängendes Pflegesystem für alle Anwendungsbereiche aus reinen Naturprodukten sucht, musste bisher schnell passen“, sagt die Naturpädagogin und Buchautorin Gabriela Nedoma, die 2005 begann, sich auf dieses Thema zu spezialisieren.

Gabriela Nedoma, Expertin für grüne Kosmetik Foto © KK

Buchtipp

Grüne Kosmetik von Gabriela Nedoma, erschienen im Freya-Verlag, (19,90 Euro) liefert 130 Rezepte (teilweise vegan) für Waschlotionen, Cremes, Deos, Shampoos, Zahnpflege und vieles mehr. Die Zubereitung gelingt ganz rasch in der Küche.

Zunächst aus purem Eigeninteresse, wie sie sagt: „Ich habe selber weder konventionelle Kosmetik noch Naturkosmetik gut vertragen.“
Sie begann, an Pflegemitteln zu arbeiten, für deren Herstellung man, anders als bei der Naturkosmetik, keine speziellen kosmetischen Rohstoffe und kein bestimmtes Vorwissen braucht und die jedem „unabhängig von Bildungsstand, Alter oder finanziellen Ressourcen“ zur Verfügung stehen. Der Titel des Projekts: grüne Kosmetik.

Backpulver als Deo

Eine kleine Prise Natron in der Handfläche verteilen und nach dem Duschen auf die noch leicht feuchte Haut auftragen bzw. die Haut vor dem Auftragen leicht anfeuchten! Wer mag, kann noch einen Tropfen ätherisches Öl nach seinem Duftgeschmack dazumischen. Hält einen Tag lang!

Das Konzept beruht auf mehreren Säulen der Naturheilkunde: Klostermedizin, Ayurveda und traditionelles Volkswissen des Alpenraums standen Pate. Nachhaltigkeit ist der Grundgedanke: „Es geht darum, sich vermehrt aus der Natur zu versorgen, die Umwelt nicht zu belasten, den Konsum zu reduzieren und sich verstärkt aus der Natur selbst zu versorgen“, sagt Nedoma. Kleiner Nachsatz: „Nicht Baden in Luxus ist die Idee, sondern Restlverwertung.“ Wer hat nicht mal eine Milch im Kühlschrank, die kippt, oder ein Joghurt, das abläuft? Als Kosmetik taugen beide wunderbar.

Salz für die Zähne

Statt Zahnpaste: eine Prise vollwertiges Salz in den Mund nehmen, mit Speichel auflösen und damit die Zähne putzen. Funktioniert auch mit Birkenzucker – ist letztlich eine reine Geschmacksfrage.

Bei den Milchprodukten sind wir auch schon mitten im Thema Gesichtsreinigung: „Einfach einen Löffel voll Sauerrahm nehmen, wie Seife in die Haut einarbeiten und abwaschen“, verrät Nedoma eines der einfachsten Rezepte aus der grünen Kosmetik. „Milchsäure und Fette sind die perfekte Reinigung und Pflege.“ Einfacher in der Handhabung und gleichzeitig auch länger haltbar werde das Produkt, wenn man ein fertiges biologisches Shampoo aus dem Handel im Verhältnis 1:1 mit Sauerrahm mischt. „Für Einsteiger ist das wohl die freundlichste Variante. Die Menge an Chemikalien wird zur Hälfte reduziert und der Reinigungskomfort ist gleich wie zuvor.“

Abschminken mit Leinsamen und Joghurt

1 TL Leinsamen mit 50 ml heißem Wasser übergießen und über Nacht quellen lassen, am nächsten Tag 50 ml Joghurt und 1/2 TL kalt gepresstes Öl unterheben. Die Lotion (3 bis 5 Anwendungen) in ein Glas füllen und im Kühlschrank aufbewahren. Haltbarkeit: eine Woche. Anwendung: gut in die Haut einmassieren, danach abspülen.

Der Vorteil der grünen Kosmetik: „Viele weitere Pflegeschritte werden überflüssig – etwa das Auftragen von Gesichtswasser.“ Das Ziel ist laut Nedoma, so wenig Produkte wie nur möglich zu verwenden, diese aber multifuktional einzusetzen. Neben dem Reinigungsmittel braucht es eigentlich nur noch eine Creme, Salbe oder ein Öl. Nedomas Tipp für Anfänger lautet hier „Apfelstrudelöl“.

Apfelstrudelöl fürs Gesicht

Es klingt wie ein Witz, aber Apfelstrudelöl ist eines der besten Rezepte für die Gesichtspflege aus der grünen Kosmetik: einen Apfel raspeln, mit einem duftneutralen Öl (etwa Sonnenblume oder Distel) übergießen, bis die Masse bedeckt ist, kurz aufkochen, Temperatur reduzieren und dann 30 Minuten auf kleinster Stufe am Herd kochen, abkühlen lassen, abseihen und mit Zerstäuberflasche auftragen.

Hauttypen und Unverträglichkeiten spielen bei grüner Kosmetik laut Nedoma keine Rolle. „Weil nur Mittel verwendet werden, die bei jedem etwas Positives bewirken. Vor allem Menschen mit sensibler Haut und Kinder reagieren darauf erfahrungsgemäß sehr gut, und sie sind die schwächsten Glieder in der Kette.“ Das Konzept entspreche „vollwertiger Ernährung“ für die Haut, zumal man davon ausgehen müsse, dass das, was wir oberflächlich auftragen, auch unter die Haut geht. Und unter der Haut liegt doch die Basis für alle Schönheit, die von innen kommt.

Topfen und Banane

Nährende Gesichtsreinigung: 1 Scheibe reife Banane, 1 TL Topfen, 1 TL Wasser und 1/2 Tl Honig im Mixer pürieren und sofort verwenden: Auf das Gesicht auftragen und einmassieren, kurz einwirken lassen, abspülen – den Rest einfach genussvoll essen!

Gurkensaft für die Reinigung

Die Mischung aus Gurkensaft, Topfen, Honig und Germ strafft und erfrischt die Haut: 50 g Gurke mit Schale fein reiben oder im Mixer pürieren, den Saft durch ein Feinsieb abseihen, Rückstand gut auspressen. Den Gurkensaft mit 1 EL Topfen, 1/4 TL Germ und 1/2 TL Hong vermischen und sofort verwenden. Gut in die Haut einmassieren, kurz einwirken lassen und danach abspülen.

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