Bart, aber herzlich Hauptsache

Jürgen Niederl ist Österreichs bester Barbier. Schauen Sie ihm bei der Arbeit über die Schulter!

Men only.“ So lautet die oberste Devise in einem der letzten Refugien für Männer. Zumindest während der Öffnungszeiten. Deswegen heißt es für Journalistinnen früh aufstehen, tagsüber ist hier nämlich feminines Sperrgebiet.

(c) J�rgen Fuchs (FUCHS Juergen)

"Der Barbershop ist ein Wohlfühlraum und Rückzugsort für Männer. Es sollen hier alle gleich sein und keiner um die Aufmerksamkeit einer Frau buhlen“, erklärt Jürgen Niederl, Barbier und Betreiber des Grazer „Holy Tiger Barbershops“, während er seinem Kunden Lorenz Jäger fachmännisch an die Gurgel geht. Mit feiner Klinge, versteht sich.

(c) J�rgen Fuchs (FUCHS Juergen)

Die Haare wurden bereits gestutzt. Durchschnitt kann jeder, hier heißen Schnitte „Executive Contour“. „Er ist Kult, nicht Trend“, präzisiert der Barbier. „Der Klassiker mit ausrasiertem Scheitel, den alle tragen können, vom Bankdirektor bis zum Bauarbeiter“, so der „Experte für Herrenhaare“, in dessen Laden „das neue, alte Mannsein“ zelebriert wird.

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Aus den Boxen kommt 50er-Jahre-Musik, Kunden wird je nach Geschmack Kaffee, Bier oder Whiskey serviert, der Geruch von Moschus, Leder, Tabak sowie Eukalyptus liegt in der Luft und an den Wänden hängen Schwarz-Weiß-Fotos von Elvis Presley und James Dean, die beim Barbier ihres Vertrauens Haare lassen. Staffordshire Terrier „Iron“ döst breitbeinig auf seinem Hunde-Futon. Müder Rüde.

(c) J�rgen Fuchs (FUCHS Juergen)

Hier ist wirklich für alle männlichen Befindlichkeiten Platz. „Es geht darum, eine eigene Stimmung und Welt zu erzeugen“, erklärt Jürgen Niederl, der sich in Rotterdam zum Barbier ausbilden ließ und in seinem weißen Kittel wie ein Facharzt für besonders haarige Angelegenheiten wirkt.

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„Früher wurden in Barbershops ja wirklich auch kleinere medizinische Eingriffe vorgenommen oder Blut abgenommen“, scheint er Gedanken lesen zu können.

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Zum Barttrimmen gibt es die Männergespräche in diesem Testosterontempel gratis dazu. Anders als vielleicht erwartet sind diese den weiblichen Themen gar nicht einmal so unähnlich. Auch hier wird unter Messers Schneide um jeden Millimeter Haar gefeilscht wie an einem türkischen Basar. Und besprochen, wie man denn die Form des Barts möglichst vorteilhaft gestalten kann, um Pausbacken etwas schlanker und lange Gesichter markanter erscheinen zu lassen.

(c) J�rgen Fuchs (FUCHS Juergen)

Die Zeiten sind vorbei, in denen Männer nicht auf ihr Äußeres geachtet haben“, sagt der Experte, und auch der Kunde versucht zustimmend zu nicken, ohne dabei Kopf und Kragen zu riskieren. Mann will ja nicht, dass das hier ein echt einschneidendes Erlebnis wird. „Alle Schichten und Altersgruppen kommen zu uns, aber es ist meistens so, dass die älteren Kunden noch mehr mit dem Konzept des Barbiers anfangen können als die jungen.“

(c) J�rgen Fuchs (FUCHS Juergen)
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